Stormarn
Wachsende Verwaltung

Politik verweigert Ahrensburgs Rathaus zusätzliches Personal

CDU-Fraktionschef Detlef Levenhagen beklagt zu hohe Personalkosten im Rathaus.

CDU-Fraktionschef Detlef Levenhagen beklagt zu hohe Personalkosten im Rathaus.

Foto: HA

13 neue Stellen wollte der Bürgermeister haben. Den Großteil davon haben ihm die Lokalpolitiker nun gestrichen – aus Kostengründen.

Ahrensburg.  Mit zehn zusätzlichen Vollzeit- und drei Teilzeitstellen wollte Bürgermeister Michael Sarach im kommenden Jahr die Ahrensburger Verwaltung verstärken, den Großteil davon haben die Politiker nun gestrichen. „Die Personalkosten im Rathaus sind zu hoch“, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende Detlef Levenhagen.

Mit den angestrebten neuen Planstellen rechnete die Verwaltung für 2019 mit Personalkosten von knapp 17 Millionen Euro. Das entspricht einem Plus von 1,8 Millionen Euro (zwölf Prozent) im Vergleich zu 2018. Hauptgrund sind Tarifsteigerungen. Durch die neuen Stellen wären Mehrkosten von gut 600.000 Euro entstanden. „Das Rathaus hat in den vergangenen Jahren viele zusätzliche Stellen bekommen“, so Levenhagen. „Irgendwann reicht es. Wir müssen alle sparen.“ Der Hauptausschuss genehmigte lediglich zwei Teilzeitstellen für die Schulsozialarbeit am Eric-Kandel-Gymnasium (Kosten: 21.800 Euro) und an der Grundschule Am Hagen (13.600 Euro) sowie im Rathaus eine Teilzeitstelle für Umsatzsteuer (21.000 Euro) sowie zwei Vollzeitstellen im Bereich Liegenschaften (43.500 Euro) und Internet (36.200 Euro).

Bürgermeister zeigt sich enttäuscht

Bürgermeister Michael Sarach zeigt sich enttäuscht über die Entscheidung. „Ich halte das für kurzsichtig“, sagt er. Dadurch werde seine geplante Neuorganisation der Verwaltungsstruktur verhindert. Sarach wollte die Zahl der Fachbereiche zum Jahreswechsel von drei auf vier erweitern, den Fachbereich III „Bildung, Kultur und Sport“ neu einführen und dafür einen Leiter einstellen. „Mit der Maßnahme wollte ich die Verwaltung für die Zukunft weiterentwickeln.“

Besonders verärgert sei er darüber, dass der Stellenplan in den vergangenen Monaten zweimal ohne Beratungen von der Tagesordnung des Ausschusses gestrichen wurde. „Jetzt kommen auf den letzten Drücker die Streichanträge, ohne dass wir noch mal in Ruhe darüber diskutieren können.“ Seiner Ansicht nach ist die Personalaufstockung auch nötig, um die Mitarbeiter zu entlasten. Sarach: „Viele gehen inzwischen weit über ihre Belastungsgrenze hinaus.“ Zusätzliche Stellen waren zum Beispiel im Bereich Zentrale Dienste, Justiziariat und Gesundheitsmanagement geplant.