Stormarn
Heimatbund

Geschichte und Geschichten: Das Stormarner Jahrbuch ist da

Sie stellten das Jahrbuch 2019 des Heimatbundes vor: Oliver Mesch, Joachim Wergin, Richard Krumm, Helmuth Peets, Burkhard von Hennigs und Johannes Spallek.   

Sie stellten das Jahrbuch 2019 des Heimatbundes vor: Oliver Mesch, Joachim Wergin, Richard Krumm, Helmuth Peets, Burkhard von Hennigs und Johannes Spallek.   

Foto: Melissa Jahn

Im neuen Werk des Heimatbundes geht es um menschliche Schicksale und wissenschaftliche Aufsätze. Für 15 Euro ist es zu kaufen.

Jersbek.  „Wir haben bisher keine vergleichbare Publikation im Kreis“, sagt Helmuth Peets vom Heimatbund Stormarn. „Es geht um dokumentierte Geschichte, um einen Spiegel der Sprache, Kultur und des Lebens.“ Zum 37. Mal haben Autoren an unterschiedlichen wissenschaftlichen Aufsätzen gearbeitet, die der Heimatbund auf 240 Seiten des aktuellen Jahrbuches 2019 vereint. Sie sollen informieren, aber auch als Grundlage für Chronikarbeiten dienen. Neben zahlreichen Jubiläen stehen im nächsten Jahr bedeutende Personen des Kreises im Vordergrund.

So wie zum Beispiel der Bargteheider Fritz Assmy, ein Ausnahmesportler, der 1915 als Sohn eines deutschen Stabsarztes und einer Chinesin geboren wurde. Seinen Wunsch, einen Pilotenschein zu machen, konnte sich der junge Mann durch seine chinesische Abstammung erst bei der Luftwaffe erfüllen. Doch genau diese Ausbildung wurde ihm zum Verhängnis: 1938 stürzte er bei einer Übung ab und erblindete aufgrund schwerer Verbrennungen. „1939 konnte Fritz aus dem Lazarett entlassen werden…und kaufte ein Hausgrundstück in Bargteheide“, heißt es in dem Aufsatz, den Schwiegertochter Christine Assmy verfasste.

Drei Artikel greifen das Kreisjubiläum auf

Trotz seiner Behinderung startete Fritz Assmy 1977 mit Unterstützung des Schwiegersohnes eine sportliche Karriere in verschiedenen Laufdisziplinen der Deutschen, Europa- und Weltmeisterschaften der Senioren. Über seine Beweggründe heißt es: „Die Freude an der eigenen Leistung, die Anerkennung und das wiedergewonnene Selbstvertrauen.“ Portraitiert werden in dem Jahrbuch ebenfalls der Dichter Heinrich Gahl, der Wissenschaftler und Naturfotograf Johann Heinrich Ludwig Flögel, bekannt durch seine Schneeflockenbilder und die Werke der Malerin Else Wex-Cleemann. „Sie malte unter anderem Kinderportraits, die in den 30er Jahren entstanden sind“, sagt Autor Johannes Spallek. „In den Gesichtern sind damals schon Gesichtszüge der erwachsenen Frauen erkennbar. Wir wüssten gern, wer die kleinen Mädchen sind.“

Passend zum 40-jährigen Bestehen des Heimatbundes greifen drei Artikel erneut das 150-jährige Bestehen des Kreises Stormarn auf. Und weitere Jubiläen wie etwa 70 Jahre Schriftstellerkreis Stormarn, 40 Jahre Dorfmuseum Hoisdorf und 70 Jahre Heimatverein Großhansdorf-Schmalenbeck – nicht aber 850 Jahre Trittau. Über den Sinn und Unsinn dieser Jubiläumsfeier klärt Oliver Auge in seinem Aufsatz auf. Und auch darüber, warum die Gründungsurkunde der Gemeinde aus dem Jahr 1167 eine Fälschung ist.

Themen für das nächste Jahrbuch stehen bereits fest

Ein weiterer Irrtum sei die Verwechslung der Burg Stegen. „Überraschend erfahren wir, dass König Waldemar IV keinesfalls auf der Burg Stegen im Kreis Stormarn war“, sagt Burkhard von Hennigs. „Er unternahm keinen Feldzug an die Oberalster, sondern bemühte sich stattdessen um die Rückgewinnung der Burg Stegen auf der dänischen Insel Møn.“

Auch für das nächste Jahrbuch stehen bereits Themen fest, wie etwa ein Bericht über die Wespe in der Reihe der Naturbetrachtungen. „Wir haben das Buch in diesem Jahr umfangreicher gestaltet, um mehr Vielfalt abbilden zu können“, sagt Johannes Spallek, einer der Gründungsväter des Heimatbundes. „Die Bereitschaft, einen Text beizusteuern nimmt zu. Wir sind auf dem richtigen Weg.“ Das Jahrbuch 2019 ist in einer Auflage von 600 Stück erschienen und ist ab sofort für 15 Euro in den Buchhandlungen des Kreises und im Internet erhältlich.