Stormarn
Spaltung

Im Kreistag von Stormarn sitzen bald zwei AfD-Gruppen

AfD-Fraktionschef Arnold Fröhlich (Mitte) bei der konstituierenden Sitzung des Stormarner Kreistages.

AfD-Fraktionschef Arnold Fröhlich (Mitte) bei der konstituierenden Sitzung des Stormarner Kreistages.

Foto: Marcelo Hernandez

Nach Neonazi-Vorwürfen gegen ihren Chef Arnulf Fröhlich wollen zwei Abgeordnete jetzt eine eigene Fraktion gründen.

Bad Oldesloe.  Im Stormarner Kreistag sitzen künftig aller Voraussicht nach zwei Fraktionen der Alternative für Deutschland (AfD). Mit Annette Walther aus Oststeinbek und Michael Derlin aus Reinbek sind zwei der vier Mitglieder nach Neonazi-Vorwürfen gegen ihren Fraktionsvorsitzenden Arnulf Fröhlich (wir berichteten) aus der bestehenden Gruppe ausgetreten. Für Derlin, der zugleich sein Mandat abgibt, rückt laut AfD-Wahlliste Fabian Weber nach. Er wird wohl mit Annette Walther eine eigene Fraktion gründen.

Der Kreisvorsitzende der Partei, Olaf Kriewald aus Brunsbek, ist in den personellen Wechsel eingebunden. „Fabian Weber hat schon bekannt gegeben, dass er nicht Mitglied der bestehenden AfD-Fraktion werden will“, sagt Kriewald. Er gehe deshalb davon aus, dass Weber, der auch stellvertretender Kreisvorsitzender ist, künftig mit Annette Walther zusammenarbeiten werde. „Alles andere würde mich sehr überraschen“, sagt Kriewald.

Kreisvorsitzender forderte vergeblich den Rücktritt von Arnulf Fröhlich

Der Kreisvorsitzende hatte zuvor – ebenso wie Walther und Derlin – vergeblich den Rücktritt von Arnulf Fröhlich gefordert. „Wenn man so wie er im Feuer steht, sollte man in erster Linie Schaden von der Partei fernhalten“, sagt Kriewald. Unter anderem war Fröhlich 1990 in München beim Neonazi-Kongress „Wahrheit macht frei“ mit bekannten Holocaust-Leugnern dabei. Nach Ansicht seiner Kritiker hat er sich jetzt davon nicht deutlich genug distanziert.

Arnulf Fröhlich selbst hat sich gegenüber dem Abendblatt auch auf Nachfrage bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert. Die Oldesloer AfD-Kreistagsabgeordnete Ute Wocker steht offenbar weiter an seiner Seite.

Beide Gruppen treffen am 14. Dezember im Kreistag aufeinander

Persönlich dürften beide Seiten in der Kreistagssitzung am Freitag, 14. Dezember, aufeinandertreffen, wenn Nachrücker Fabian Weber verpflichtet wird. „Dort kann die Fraktionszugehörigkeit direkt gegenüber dem Kreispräsidenten erklärt werden“, sagt Michael Drenck­hahn, Sprecher der Kreisverwaltung.

Der 64-köpfige Kreistag hätte dann erstmals sieben Fraktionen: CDU (24 Sitze), SPD (14), Grüne (12), FDP (5), Linke (3), AfD alt (2), AfD neu (2). Hinzu kommen die einzelnen Abgeordneten von den beiden Wählergemeinschaften Forum 21 und Freie Wähler.