Stormarn
Stadtparlament

Ahrensburg: Abwasser wird teurer, Ausbaubeiträge fallen weg

Foto: HA

Bürger müssen knapp sechs Prozent mehr für Schmutzwasser zahlen. Dafür gibt es drei Gründe.

Ahrensburg.  Für die Beseitigung ihres Schmutzwassers müssen Ahrensburger im kommenden Jahr mehr bezahlen. Die Kosten steigen um zehn Cent auf 1,80 Euro pro Kubikmeter. Das haben die Stadtverordneten am Montagabend einstimmig beschlossen. Bei einer Familie, die 150 Kubikmeter Wasser im Jahr verbraucht, entstehen dadurch Mehrkosten in Höhe von 15 Euro. Insgesamt muss sie dann bei dem angenommenen Verbrauch 270 Euro zahlen.

„Die Anhebung muss leider sein“, sagt Bürgervorsteher Roland Wilde (CDU). Nach Angaben der Verwaltung ist sie nötig, weil die Preise bei der Klärschlammentsorgung zuletzt sehr stark gestiegen seien – um sechs bis sieben Cent pro Kubikmeter. Zur Kostensteigerung tragen demnach aber auch eine tariflich bedingte Lohnerhöhung bei den Mitarbeitern sowie Abschreibungen durch die Übernahme der Abwasseranlagen im Erschließungsgebiet Beimoor-Süd (B-Plan 88) bei.

Der Preis für die Niederschlagsbeseitigung – die sogenannte Regensteuer für überbaute und befestigte Grundstücksflächen – wird dagegen nicht erhöht. Sie beträgt 2019 weiterhin 9,50 Euro je angefangene 25 Quadratmeter.

Politiker streichen Straßenausbaubeiträge

Entlastet werden die Bürger an anderer Stelle: Die Stadtverordneten haben die Straßenausbaubeiträge abgeschafft. Nach der eindeutigen Empfehlung des Bau- und Planungsausschusses vom 7. November war auch die Entscheidung der Stadtverordneten einstimmig. „Alle Fraktionen sind sich einig, dass die Bürger entlastet werden sollen“, sagt Wilde. Als Kompensation für die wegfallenden Einnahmen soll erst mal die Sonderzahlung in Höhe von 513.000 Euro dienen, die Ahrensburg in diesem Jahr für Infrastrukturmaßnahmen vom Land Schleswig-Holstein bekommen hat.

Die Beitragspflicht wird rückwirkend zum 1. März 2018 gestrichen. Für alle Sanierungsarbeiten, die nach Februar abgeschlossen wurden, darf die Stadt die Anwohner nicht mehr zur Kasse bitten. Das betrifft die Anwohner der Straße Am Haidschlag sowie des Weiden-, Schlehen-, Föhren-, Akazien- und Holunderstiegs. Für die Straßenbeleuchtung, die dort kürzlich erneuert wurde, müssen sie nun nicht mehr zahlen. Anders sieht es für die Anwohner des Pionierwegs und der Straßen Christel-Schmidt-Allee mit Carstenseck, Parkallee und Nebenstraßen, Roonallee, Körnerallee, Blücherallee, Gronepark und Rickmerspark aus. Sie erhalten demnächst noch Zahlungsbescheide, weil die dortigen Arbeiten vor Februar 2018 abgeschlossen waren.

Feuerwehrleute bekommen mehr Geld für ihre Einsätze

Gute Nachrichten gibt es für die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren in Ahrensburg. Sie erhalten vom 1. Januar 2019 an mehr Geld für ihre Einsätze – und zwar den geltenden Höchstsatz, wie er in der Entschädigungsrichtlinie des Landes Schleswig-Holstein festgesetzt ist. Er liegt bei fünf Euro pro Alarmierung. Bisher haben die Feuerwehrleute vier Euro bekommen. Der Beschluss der Stadtverordneten war einstimmig. „Wir sind alle der Meinung, dass wir etwas für die Feuerwehr tun müssen“, sagt Wilde. Die Stadt rechnet durch die Anhebung mit zusätzlichen Kosten von rund 10.000 Euro pro Jahr.