Stormarn
Glasfaserausbau

Auch Südstormarn soll schnelles Internet bekommen

Die neue Firma „Media Sachsenwald“ will in Stormarn das schnellere Internet mit Glasfaserkabeln ausbauen (Symbolfoto)

Die neue Firma „Media Sachsenwald“ will in Stormarn das schnellere Internet mit Glasfaserkabeln ausbauen (Symbolfoto)

Foto: Jan Woitas / dpa

Neues Unternehmen plant flächendeckenden Glasfaserausbau binnen zehn Jahren. In Südstormarn leben rund 90.000 Menschen.

Reinbek.  Das E-Werk Sachsenwald mit Sitz in Reinbek und die Vereinigten Stadtwerke aus Ratzeburg planen zu Beginn des Jahres 2019 die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens, das den Breitbandausbau im Süden Stormarns vorantreibt und den Menschen damit schnelles Internet ermöglicht. Für die neue Firma wurde der Name Media Sachsenwald ausgewählt. „Unser Plan ist die Erschließung des gesamten Gebietes binnen zehn Jahren“, sagt E-Werk-Geschäftsführer Thomas Kanitz und meint damit Reinbek, Glinde, Barsbüttel und Oststeinbek auf Stormarner Gebiet sowie Wentorf, Aumühle und Wohltorf im Kreis Herzogtum Lauenburg.

In dem Bereich leben rund 90.000 Menschen. Sie sollen von den Vorzügen des sogenannten FTTH-Anschlusses (Fibre to the Home) profitieren. Dabei werden Glasfaserkabel bis ins Haus der Kunden gelegt. Vielerorts enden Kabel im Verteilerkasten an der Straße, für die Restdistanz werden Kupferstränge genutzt. Dabei geht Geschwindigkeit verloren. FTTH ermöglicht im Download ohne Probleme 1000 Megabit pro Sekunde und theoretisch auch noch mehr. Als Nebenprodukte will die Media Sachsenwald auch Telefondienstleitungen sowie Fernsehen der neuesten Generation anbieten.

Kommunen müssen der Firmengründung zustimmen

Das Unternehmen soll seinen Sitz in Reinbek und ein Stammkapital in Höhe von zwei Millionen Euro haben. Zwei Geschäftsführer leiten die Geschicke – jeweils ein Vertreter vom E-Werk Sachsenwald und der Vereinigten Stadtwerke. Die Erschließung von Ausbaugebieten ist ab einer Anschlussquote von 30 Prozent angedacht.

Der Firmengründung müssen noch die politischen Gremien in den Kommunen zustimmen. Denn Reinbek mit einem Anteil von 38,52 Prozent, Glinde (4,73 Prozent), Oststeinbek (2,73) und Barsbüttel (0,98) sind Gesellschafter des E-Werks – genauso wie Wentorf (17,38), die Thüga Aktiengesellschaft (19,64) und die Service plus GmbH (16,02). Macht das Unternehmen Gewinn, partizipieren auch die vier Stormarner Städte und Gemeinden davon.

Wo die Firma mit den Arbeiten beginnt, ist noch unklar

Den Vorteil der Zusammenarbeit der beiden kommunalen Energieversorger beim Breitbandausbau beschreibt Kanitz so: „Unser Partner ist in dem Geschäft schon mehrere Jahre erfolgreich unterwegs, hat durch die Masse an Kunden gute Konditionen im Einkauf.“ Das E-Werk wiederum habe in seinem Geschäftsgebiet zuletzt viele Gas- sowie Stromleitungen verlegt und dabei auch Lehrrohre für Glasfaser.

Die 100-prozentige Stadtwerke-Tochter VS Media hat große Teile Stormarns mit schnellem Internet ausgestattet und ist mit ihrem Hochgeschwindigkeitsnetz bis nach Barsbüttel vorgestoßen. Dort werden in den Ortsteilen Stellau und Stemwarde derzeit Hausanschlüsse verlegt. Wo das Unternehmen Media Sachsenwald mit den Arbeiten beginnen wird, ist bisher unklar. „Dafür gibt es noch keinen Plan. Es kann durchaus sein, dass wir an mehreren Standorten gleichzeitig anfangen“, sagt Kanitz.

Das E-Werk Sachsenwald betritt mit dem Breitbandgeschäft Neuland. Neben der Strom- und Gasversorgung baut es über mehrere Jahre ein Tankstellen-Netz für Elektroautos in Südstormarn und Teilen des Kreises Herzogtum Lauenburg auf.