Stormarn
Aktion

Trittau setzt ein weiteres Zeichen gegen Gewalt

Oliver Mesch (v. l.), Inge Diekmann und Andrea Schröter verteilten am Montag Brötchentüten an die Besucher der Verwaltung. Auch Rainer Demuth (r.) nahm eine entgegen. Der Trittauer lobte die Aktion.

Oliver Mesch (v. l.), Inge Diekmann und Andrea Schröter verteilten am Montag Brötchentüten an die Besucher der Verwaltung. Auch Rainer Demuth (r.) nahm eine entgegen. Der Trittauer lobte die Aktion.

Foto: Elvira Nickmann

Am frühen Montagmorgen wurden am Trittauer Verwaltungsgebäude Brötchentüten verteilt. Die Aktion soll informieren und aufklären.

Trittau.  Wer am frühen Montagmorgen zwischen acht und neun Uhr das Trittauer Verwaltungsgebäude betrat, sah sich im Eingangsbereich unverhofft einem kleinen Empfangskomitee gegenüber. Gleichstellungsbeauftragte Inge Diekmann, Flüchtlingsbeauftragte Andrea Schröter und Bürgermeister Oliver Mesch verteilten Brötchentüten an die Ankommenden. Wichtig war jedoch nicht Inhalt, sondern Aufdruck der Tüte: die Nummer des bundesweiten kostenfreien Hilfetelefons 0800/0116016, bei dem Opfer häuslicher Gewalt Tag und Nacht Hilfe finden. Eine Infobroschüre zu weiteren Anlaufstellen gab’s dazu.

Trittau beteiligt sich an der Aktion „Gewalt kommt nicht in die Tüte!“ der Frauenfachberatungsstellen, von Frauenhaus und Gleichstellungsbeauftragten Stormarn in Kooperation mit der Bäcker-Innung Holstein-Stormarn. Anlass war der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November. Das Anliegen der Beteiligten: ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen setzen und Aufklärungsarbeit zu diesem Thema leisten.

Idee stammt von Bäckerei-Innung Holstein-Stormarn

Das findet der Trittauer Rainer Demuth gut: „Das ist ein Thema, das gern totgeschwiegen wird“, sagte er. Auch Klaus Below nahm eine Brötchentüte entgegen. „Ich finde wichtig, dass die Botschaft auf diese Weise ins Gehirn vordringt“, so Below. Infomaterial zum Thema liegt in einem Ständer im Verwaltungsgebäude noch bis Ende der Woche aus, danach im Campehaus. Inge Diekmann betonte, dass sich auch betroffene Männer oder Helfer an die Telefonberatung wenden können. Dolmetscherinnen in 17 Sprachen können zum Gespräch dazugeschaltet werden.

Zuvor wurden im Kreis bereits in Ahrensburg, Bad Oldesloe, Bargteheide, Glinde, Reinbek und Reinfeld Brötchentüten verteilt. Die Idee zur Aktion stammt von der Bäcker-Innung Holstein-Stormarn. Innungsbäckereien können die Tüten verwenden. Die Gleichstellungsbeauftragten nutzen die öffentlichkeitswirksame Aktion seit 2003.

Laut Jahresbericht 2017 des Hilfetelefons Gewalt gegen Frauen steigt die Zahl der Beratungen stetig an. Waren es im Jahr 2013 noch 47.504 Anrufe, wurden die Berater 2017 schon 82.112 mal kontaktiert. In 96 Prozent der Anrufe ging es um Gewalt gegen Frauen, drei Prozent betrafen Männer, der Rest Inter- oder Transsexuelle.