Kinderbetreuung

Ganztagsschule: Was wird aus Ahrensburger Kita?

| Lesedauer: 3 Minuten
Marc R. Hofmann
Die Mütter Vera Kiefhaber (l.) und Anina Heeren machen sich Sorgen um den Fortbestand der Awo-Kita Kinderhuus Am Reesenbüttel.

Die Mütter Vera Kiefhaber (l.) und Anina Heeren machen sich Sorgen um den Fortbestand der Awo-Kita Kinderhuus Am Reesenbüttel.

Foto: Marc R. Hofmann / HA

Eltern der 3- bis 6-Jährigen wegen Wechsel der Schülerbetreuung Am Reesenbüttel in Sorge. Awo will bleiben.

Ahrensburg.  Eltern, deren Sprösslinge den Awo-Kindergarten neben der Grundschule Am Reesenbüttel in Ahrensburg besuchen, sorgen sich um dessen Fortbestand. Denn die Schule wechselt im kommenden Jahr vom Hort zur Offenen Ganztagsschule (OGS), um allen Schülern eine Nachmittagsbetreuung zu ermöglichen. Ob sich dadurch auch etwas für den Kindergarten ändert, den 20 Jungen und Mädchen im Alter von drei bis sechs Jahren besuchen, ist noch unklar. Derzeit betreibt die Arbeiterwohlfahrt an dem Standort sowohl den Hort und kümmert sich um die Vorschulkinder. An der Ausschreibung für die OGS hatte sich die Organisation nicht beteiligt

Anina Heeren, eine der betroffenen Mütter, sagt: „Wir haben eine Unterschriftenaktion zum Erhalt gestartet.“ Auf der Internetplattform change.org hätten binnen weniger Tage 300 Nutzer unterschrieben, wegen technischer Schwierigkeiten musste die Petition am Sonntag jedoch auf dem Portal openPetition neu gestartet worden. Unter der Überschrift „Rettet das Awo-Kinderhuus Am Reesenbüttel in Ahrensburg!“, haben sich bis Dienstagabend erneut 85 Nutzer für den Erhalt ausgesprochen.

Eltern sind mit Betreuung sehr zufrieden

Nach Auskunft von Heeren sind die Eltern mit der Betreuung durch die Awo zufrieden, schätzen die familiäre Atmosphäre der eingruppigen Kindertagesstätte. „Der Standort ist ideal für ältere Kinder, die so gleich ihre spätere Grundschule kennen lernen können.“ Eine Erweiterung oder komplette Umwidmung zu einer Krippe für die jüngeren Kinder sei deswegen nicht sinnvoll. Für sie ist auch die Betreuungszeit von 8 bis 12 Uhr genau richtig: „Das ist für viele Kinder anstrengend genug.“ Ihr sei wichtig, auch am Nachmittag noch Zeit mit ihnen zu verbringen, so die zweifache Mutter. Dem pflichtet auch Vera Kiefhaber bei, die sich im Elternbeirat engagiert und sich bis zu deren drittem Lebensjahr zu Hause um ihre Kinder gekümmert hat: „Ich fühle mich gedrängt, meine Kinder länger betreuen zu lassen.“

Awo-Geschäftsführerin Anette Schmitt bekennt sich gegenüber dem Abendblatt zu dem Standort: „Wir wollen das Kinderhuus erhalten.“ Die Organisation warte derzeit auf Rückmeldung der Stadt. „Wir wissen noch nicht, ob sie nur den Hortbetrieb zum nächsten Schuljahr oder auch den Kindergarten kündigen wird“, so die Awo-Chefin. Die Frist dazu läuft Ende November aus. Es gebe jedoch Signale, dass die Zusammenarbeit im Kindergartenbereich fortgesetzt werden soll. „Wir sind dazu auch bereit, wenn wir dort nur eine Gruppe haben“, so Schmitt. Ob zu einen späteren Zeitpunkt eine Erweiterung oder Verlängerung der Öffnungszeiten geplant ist, könne sie jedoch noch nicht sagen. Klar sei jedoch: „Der Bedarf was beides angeht, steigt“, so Schmitt.

Stadt will Konzept spätestens im März präsentieren

Nach Auskunft von Stadtsprecherin Imke Bär will Ahrensburg an der Kinderbetreuung vor Ort festhalten. „Welche Zeiten und ob Krippen- oder Elementargruppe, hängt jedoch vom Bedarf in ganz Ahrensburg ab.“ Ein Konzept dazu soll der Politik spätestens im März 2019 vorgestellt werden. Doris Brandt (CDU), die sich als Sozialausschussvorsitzende mit den Kitas befasst, sagt: „Der Träger steht für uns nicht in Frage.“ Es sei aber noch zu früh, um Änderungen im Konzept abzusehen. „Dazu warten wir auf die Anmeldezahlen“, so Brandt.

( mrh )

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