Glinde

Eigner hält weiterhin an Suck’scher Kate fest

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Undine Gerullis
Ein trauriger Anblick – und das schon seit Jahren: Die Suk’sche Kate ist Glindes Kulturdenkmal.

Ein trauriger Anblick – und das schon seit Jahren: Die Suk’sche Kate ist Glindes Kulturdenkmal.

Foto: BGZ / Undine Gerullis

Glinder Kulturdenkmal verfällt immer mehr. Hoffnung liegt auf einem Rechtsgutachten. Bürgermeister scheitert mit Kaufangebot.

Glinde.  Der Winter rückt näher – und er wird auch nicht spurlos an der Suck’schen Kate vorbeiziehen. Schon jetzt versetzt der Anblick des einstigen Kleinods viele Glinder in Sorge. Das denkmalgeschützte Fachwerkhaus an der Dorfstraße ist mittlerweile so eingewachsen, dass davon kaum noch etwas zu sehen ist.

Vor fünf Jahren wurde das 1855 erbaute Reetdachhaus an einen Hamburger Unternehmer verkauft, ist seitdem unbewohnt und nahezu unberührt. „Wir machen uns ernsthafte Sorgen um das Gebäude“, sagt Jan Schwartz, Fraktionschef der Grünen, die seit Jahren für den Erhalt der Kate kämpfen. Nicht nur die Grünen, auch die anderen Glinder Parteien haben nichts unversucht gelassen, um die Kate zu retten. Sie haben das Gespräch mit dem Eigentümer gesucht, Unterschriften gesammelt, demonstriert und versucht, ihn unter Druck zu setzen. Doch der blieb stumm, rührte sich nicht. „Wir hängen in der Luft“, bedauert Kommunalpolitiker Schwartz.

Gutachten: Zwischenergebnis fällt eher negativ aus

Seine ganze Hoffnung liegt nun auf einem Rechtsgutachten, das die Stadt im Mai für 6000 Euro bei einer Kieler Verwaltungsrechtsexpertin in Auftrag gegeben hat. Darin soll sie ausloten, ob und welche Möglichkeiten das Denkmalschutzgesetz bietet, um den privaten Eigentümer doch noch in die Pflicht nehmen und das Gebäude dauerhaft sichern zu können.

Ein erstes Zwischenergebnis liegt jetzt vor. „Aus unserer Sicht gibt es Möglichkeiten im Gesetz“, sagt Glindes Bürgermeister Rainhard Zug, ohne weiter ins Detail gehen zu wollen. Von dieser Sicht der Dinge müssen nun aber auch die Denkmalschützer in den Behörden in Bad Oldesloe und Kiel überzeugt werden, auf deren Zusammenarbeit und Durchsetzungswillen die Stadt angewiesen ist. Einen Zeitplan für die Umsetzung gibt es nicht. Auch die Erfolgschancen sind ungewiss. Eine weitere Möglichkeit, die Kate zu retten, ist, sie zurückzukaufen. Beim Verkauf vor fünf Jahren hatte die Stadt sich ein Vorverkaufsrecht eingeräumt und ausgeschlagen. Jetzt ist Zug mit einem Rückkaufangebot an den Hamburger herangetreten.

Preis für das Denkmal ist geheim

Welchen Preis er für das Denkmal geboten hat, ist geheim. Doch der Unternehmer hat das Angebot ausgeschlagen und beteuert, dass er weiterhin beabsichtige, in die Kate einzuziehen. Laut Bürgermeister Zug hat das glaubhaft geklungen, er müsse ihm zudem zugute halten, dass er den Verpflichtungen der Unteren Denkmalschutzbehörde nachkomme. „Ich bin noch zuversichtlich, was den Erhalt der Kate angeht“, sagt er. Zumal der Eigentümer auch eine nicht unbeträchtliche Summe für die Baugenehmigung bezahlt haben soll. Die liegt bereits seit 2017 vor, ist seitdem aber ungenutzt, die von ihm beauftragte Architektin wartet auf Aufträge. Die Genehmigung läuft Sommer 2020 aus.

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