Stormarn
Ahrensburger Tunneltal

Neuer Schwimmbrücke fehlt das Wasser

Beim Abriss der alten Holzbohlen war die Trockenheit von Vorteil: Der kleine Bagger kam gut voran

Beim Abriss der alten Holzbohlen war die Trockenheit von Vorteil: Der kleine Bagger kam gut voran

Foto: Lea Pölkow / HA

Der Pegel ist so niedrig wie nie: Die neue Konstruktion für den Ahrensburger Moorwanderweg soll trotzdem im Februar stehen.

Ahrensburg.  Die ersten Teile für die neue Moorwanderwegbrücke durch das Ahrensburger Tunneltal stehen. Arbeiter des Hamburger Bauunternehmens HC Hagemann haben die beiden Widerlager am Anfang und Ende der rund 320 Meter langen Strecke durch das sumpfige Areal bereits gegossen. Jetzt muss der Beton einige Wochen aushärten. In dieser Zeit können die Schwimmelemente gefertigt werden.

Noch in diesem Monat beginnen die Handwerker damit, die 76 Brückensegmente aus Eichenholz zu verlegen und miteinander zu verbinden. Jedes Modul soll dann später auf vier Schwimmkörpern aus dem Kunststoff Polyethylen (PE) ruhen.

Der Bau der neuen Brücke kostet fast eine Million Euro

Die etwa 2,30 Meter breite Brücke für Fußgänger, die vom Parkplatz am U-Bahnhof West zu erreichen ist und zu den Erdwällen der ehemaligen Burg Arnesvelde führt, ist ein Unikat. Andere Moorbrücken in Deutschland stehen stets auf Pfählen. Das wäre in dem bis zu 16 Meter tiefen Moor so gut wie unmöglich, auch weil es ein Naturschutzgebiet ist.

Trotz des nach wie vor äußerst niedrigen Wasserpegels soll die Brücke wie bisher geplant Ende Februar stehen. „Es ist der niedrigste Wasserstand, den wir dort jemals hatten“, sagt Rathausmitarbeiter Hauke Schmidt. Für die Abrissarbeiten sei das praktisch gewesen, da sich der Minibagger gut auf dem Pfad bewegen konnte. Doch jetzt wäre es besser, wenn die einzelnen Elemente sanft ins Wasser hineingleiten könnten.

Rund 915.000 Euro kostet die Konstruktion. Sie bekommt auch Infotafeln und Bilderröhren zu den vor 12.000 Jahren in dem Gebiet lebenden Rentierjägern und zur früheren Burg. Dank dieser „Erneuerung des Moorwanderwegs zur touristischen Inwertsetzung des Naturerbes Tunneltal“ gibt es einen erheblichen finanziellen Zuschuss von der Europäischen Union (EU). Weil es sich nun um ein touristisches Angebot mit Erlebnischarakter handelt, trägt der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) die Hälfte der Gesamtkosten. Für die Stadt bleiben so knapp 460.000 Euro.

Teilnehmer des Lümmellaufs müssen neue Strecke nehmen

Mitte August hatte eine Abbruchfirma mit dem Abbau der alten Holzteile begonnen. Weil im Naturschutzgebiet gearbeitet wird, überwacht ein Biologe die Arbeiten. Hinter einem Krötenzaun zu beiden Seiten der Baustelle leben unter anderem geschützte Tiere wie Kammmolche und Moorfrösche.

Für die 41. Auflage des Lümmellaufs vom SSC Hagen Ahrensburg, der seit jeher mit dem einzigartigen Holzsteg als Teil der Strecke wirbt, kommt die Neueröffnung zu spät. Wenn mehr als 1000 Athleten Mitte Januar bei Stormarns größtem Volkslauf starten, gibt es für sie Alternativrouten durch den Wald. Im Vorjahr durften sie aus Sicherheitsgründen auf dem Brückenabschnitt lediglich gehen.

Um die neue Moorwanderwegbrücke hatte es jahrelange Diskussionen in den politischen Gremien gegeben. Bereits 2012 wurde über eine Variante für 400.000 Euro gesprochen. Für 2014 war der Neubau bereits beschlossen, dann aber aus Kostengründen doch wieder verschoben worden.

Vorherige Konstruktion hatte Bauhof errichtet

Die vorherige Konstruktion hatte der Bauhof Mitte der 1980er-Jahre in Eigenarbeit errichtet. Sie war mehrfach verlängert und ausgebessert worden. 2002/2003 musste der Weg dann schon einmal für fast ein Jahr gesperrt werden, weil viele Bohlen morsch waren und bereits Löcher hatten. Die notdürftige Reparatur kostete damals rund 12.000 Euro. Um Geld zu sparen, waren die neuen Lärchenbohlen an etlichen Stellen einfach auf das alte Holz montiert worden.