Stormarn
540.000 Euro Schaden

Demolierte Flüchtlingswohnungen – Awo wehrt sich

Reinbek beendet Zusammenarbeit mit der Organisation. Flüchtlinge hatten in städtischen Wohnungen erhebliche Schäden angerichtet.

Reinbek.  Die Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Reinbek wehrt sich gegen den Vorwurf, dass die Stadt die Zusammenarbeit mit ihr beendet habe, weil Flüchtlinge enorme Schäden in Wohnungen angerichtet haben. Seit 2015 betreuen Awo-Mitarbeiter geduldete und asylsuchende Menschen in Wohnungen, die von der Stadt Reinbek gestellt werden. Für ihre Dienste hat die Awo bislang 685.000 Euro erhalten.

Wie berichtet, ist Ende des Jahres jedoch Schluss mit der Zusammenarbeit. Von 2019 an nimmt die Stadt die Betreuung der rund 500 Flüchtlinge selbst in die Hand und schafft in der Verwaltung dafür drei Vollzeitstellen. „Eine Entscheidung, wie Geflüchtete künftig in Reinbek betreut werden, stand unabhängig von den Schäden in den Wohnungen an“, erklärt Tomas Unglaube (SPD), Vorsitzender des Sozialausschusses. Diskutiert wurde dabei, ob die Integrationsarbeit ausgeschrieben wird oder die Stadt es selbst macht. Einstimmig beschlossen die Politiker im Hauptausschuss letzteres.

Stadt sieht sich nun besser in der Lage, die Wohnungen zu kontrollieren

„Bei einer Ausschreibung hätte sich die Awo wieder bewerben können“, so Unglaube, der die Diskussion in den Gremien mitbekommen hat. Dabei seien auch die Schäden in den Wohnungen thematisiert worden. Laut Verwaltung summieren sich die Renovierungskosten auf rund 540.000 Euro. „Nur ein geringer Teil der betroffenen Wohnungen zählt zu denen, die durch die Awo betreut wurden“, heißt es dazu von der Arbeiterwohlfahrt, die bedauert, dass das Engagement und der Einsatz der Mitarbeiter in ein schlechtes Licht gerückt werden.

Doch die meisten Politiker sahen die Arbeit der Awo kritisch. „Offenbar konnten einige Flüchtlinge von den Awo-Betreuern, Kulturvermittlern und Ehrenamtlichen nicht zu einem pfleglichen Umgang mit den Wohnungen angeleitet werden“, sagt Heinrich Dierking, Fraktionsvorsitzender der Wählergemeinschaft Forum 21.

Auch ein weiterer Aspekt dürfte ebenfalls eine Rolle für die Entscheidung der Politik gespielt haben. Tomas Unglaube: „Die Stadt kann die Wohnungen kontrollieren und hat so eine bessere Möglichkeit, gegen die Zerstörungen vorzugehen.“