Stormarn
Ahrensburg

Behörden spüren Betrüger mit Pass-Scanner auf

Auch Meldeämter im Kreis Stormarn sollen künftig Passprüfgeräte bekommen

Auch Meldeämter im Kreis Stormarn sollen künftig Passprüfgeräte bekommen

Foto: Britta Pedersen / dpa

Bundesdruckerei vertreibt Passprüfgeräte. Nun sollen die Meldeämter der Kommunen in Stormarn damit ausgestattet werden.

Ahrensburg.  Sie sind eine sinnvolle Ergänzung bei der Kontrolle von Pässen und anderen Dokumenten. Sie sind für rund 1800 Euro zu haben und werden von der Bundesdruckerei vertrieben: Passprüfgeräte wie der Visotex Expert 800 sind flächendeckend bei der Landespolizei im Einsatz. Auch bei den Beamten in Stormarn. Nur in den Meldeämtern der Kommunen, zu deren Aufgabe die Feststellung der Identität gehört, kamen die elektronischen Helfer bisher kaum zum Einsatz.

Das soll sich jetzt ändern. 800.000 Euro hat das Digitalisierungskabinett des Landes, das sich um die Modernisierung der Verwaltung kümmert, für die flächendeckende Ausstattung der Behörden zur Verfügung gestellt. Etwa 250 Dokumentenprüfgeräte sollen angeschafft werden. Die ersten 50 noch in 2018. Hinzu kommen Schulungen für die Mitarbeiter. „Wir sind überzeugt, dass wir mit so die Sicherheit in Schleswig-Holstein erhöhen“, sagt Innenstaatssekretärin Kristina Herbst (CDU) zum Start der Offensive gegen Dokumentenbetrug.

Die Scanner können Beamten beim Aufspüren von falschen Pässen helfen – besonders bei solchen, die aus dem Ausland stammen. Führerscheine, Ausweise oder Reisepässe werden maschinell eingelesen und mit einer Datenbank abgeglichen. Erkennt das Gerät Unregelmäßigkeiten, übernimmt die Polizei.

Auch Ahrensburg, Glinde und Reinbek bekommen Scanner

Begonnen wird mit der flächendeckenden Ausstattung in den Behörden der großen Städte Kiel, Flensburg und Neumünster und in den Meldeämtern am Hamburger Rand. Im Kreis Stormarn werden zunächst die Rathäuser in Ahrensburg, Bargteheide, Barsbüttel, Glinde und Reinbek mit neuen Geräten aus Kiel bedacht.

Hintergrund der Investition ist vor allem der Umgang mit vielen ausländischer Pässen, der durch die Reisefreiheit in Europa ebenso bedingt ist wie durch den vermehrten Zuzug von Flüchtlingen und Asylbewerbern in jüngster Zeit. Aber: „Reisedokumentenbetrug darf nicht ausschließlich mit dem Fokus auf Flüchtlinge betrachtet werden“, so Innenstaatssekretärin Herbst. Und weiter: „Ge- und verfälschte Reisedokumente werden aus verschiedenen Ländern – auch aus der EU – vorgelegt.“