Stormarn
Am Wochenende

Hunderte Besucher beim Abfischen in Reinfeld

Arbeit am Fließband: Das Abfischen am Reinfelder Herrenteich

Arbeit am Fließband: Das Abfischen am Reinfelder Herrenteich

Foto: Finn Fischer

Hohe Temperaturen hatten für Niedrigwasser im Herrenteich gesorgt. Teichpächter ist trotz Hitze-Sommer mit seinem Fang zufrieden.

Reinfeld.  Einmal im Jahr wird im Reinfelder Herrenteich buchstäblich der Stöpsel gezogen: Zahlreich Besucher kommen zum Abfischen in die Karpfenstadt, wenn Teichpächter Alfred Wenskus seine Fische „erntet“. „Die Wärme war in diesem Jahr ein Problem aber wir sind zufrieden“, sagt Wenskus, der von rund 20 Freiwilligen unterstützt und Hunderten Besuchern beim Abfischen beobachtet wurde. Diesmal habe das Wasser langsamer abgelassen werden müssen, weil der Wasserstand durch die Trockenheit so niedrig gewesen sei.

Ganz im Gegensatz zu 2017: Vor einem Jahr musste die Traditionsveranstaltung wegen Hochwassers verschoben werden. „Wir hatten aber trotzdem leichte Zuwächse, weil die Karpfen beim Einsetzen in den Teich diesmal schon etwas größer waren“, so der Teichpächter.

Tiere haben ein Jahr Zeit, sich zu entwickeln

Die Tiere haben ein Jahr Zeit, sich zu entwickeln. Im Herbst wird dann eine Schleuse geöffnet, durch die das Wasser samt der Fische abfließt. In dem Schleusenhäuschen werden die Tiere dann abgefischt und anschließend verladen.

Alfred Wenskus ist seit 2007 verantwortlich für die insgesamt vier städtischen Teiche, in denen schon seit Jahrhunderten Fischzucht betrieben wird. Gemeinsam mit seiner Frau Annegret, die sich in erster Linie um Verkauf und Marketing kümmert, hält er Wacht über den Herrenteich (über 50 Hektar), den Messingschläger Teich (knapp acht), den Schwarzen Teich (2,7) und den Schulteich (1,7) sowie über vier „Hälterteiche“. Die Karpfenzucht hat in Reinfeld eine einzigartige Tradition. Bereits 1186 wurde eine Ansiedlung von Zisterzienser-Mönchen urkundlich erwähnt, das sie „Reynevelde“ nannten – das spätere Reinfeld. Diese Mönche legten an der Heilsau Teiche zur Karpfenzucht an.

Geschäft ist stark vom Wetter abhängig

Alfred Wenskus hat in der Teichbewirtschaftung jahrzehntelange Erfahrung: „Ich beziehe meine jungen Karpfen mit durchschnittlich 40 Gramm von zertifizierten Teichwirtschaften aus Bayern und Mecklenburg. Diese Betriebe werden regelmäßig kontrolliert. So kann man sicher sein nur gesunde Fische zu erhalten“, sagt der 65-Jährige. Wie viele das sind, will er nicht preisgeben, genauso wenig wie die Mengen, die er zur Erntezeit aus seinen Fischteichen holt: „Das ist Betriebsgeheimnis.“

Das Geschäft mit den Fischen ist – wie in der übrigen Landwirtschaft auch – stark vom Wetter abhängig. In Seefeld musste das Abfischen in diesem Jahr ausgesetzt werden. In der kleinen Gemeinde hatten die Löschteiche durch den heißen und trockenen Sommer so wenig Wasser, dass der Seefelder See im Brandfall als Ersatz dienen muss und nicht abgelassen werden konnte.