Stormarn
Regionale Wirtschaft

Das Bier aus Bargteheide wird jetzt gebraut

Brauen Bier in der Grönwohlder Hausbrauerei: Yannick Rehder (v. l.), Georg Krueger und Johannes Rehder

Brauen Bier in der Grönwohlder Hausbrauerei: Yannick Rehder (v. l.), Georg Krueger und Johannes Rehder

Foto: Laura Treskatis / HA

Drei Freunde haben Hopfen aus dem eigenen Garten in Grönwohld verarbeitet. Bald startet der Verkauf des „Hellen Bocks“ von Brauder.

Grönwohld.  Ein etwas bitterer Geruch von Gerstenmalz liegt in der Luft der Grönwohlder Hausbrauerei. Gebraut wird der Helle Bock – eine Bierkreation von Georg Krueger und den Brüdern Yannick und Johannes Rehder. Die Wanderbrauer, die ihre Biere auch unter dem Namen „Brauder“ (plattdeutsch für Bruder) vermarkten, haben für einen Tag die Grönwohlder Brauanlage gemietet. Das erfordert einen straffen Zeitplan: Seit acht Uhr morgens sind die drei Männer am Brauen, messen regelmäßig den Zuckergehalt im entstehenden Bier und kontrollieren die Temperatur sowie die Pumpleistung im Bierkessel. Zusätzlich rühren sie den Gerstensaft zeitweise mit der sogenannten Braupaddel durch. Zur Stärkung gibt es Zwiebelmettbrötchen.

Das Maischen, bei dem sich die Malzinhaltstoffe durch stufenweises Erhitzen auf bis zu 78 Grad Celsius in Wasser lösen, haben die Drei bereits hinter sich. Durch ein Sieb am Boden wird der heiße Sud nun in einen zweiten Kessel abgepumpt und bis zum Sieden gekocht – das sogenannte Läutern hat begonnen.

Der Hopfen stammt aus dem eigenen Garten

„Hier zu brauen ist etwas ganz anderes, es gibt viel mehr Hebel und Einstellungsmöglichkeiten“, sagt Johannes Rehder, der in der Grönwohlder Hausbrauerei von Torsten Schumacher zum ersten Mal sein eigenes Bier herstellt. Der erste Brauvorgang mit der fremden Anlage steht unter dem Motto „Learning by doing“ – Ausprobieren und Lernen. Die Zutaten hat das Bierbrauer-Trio selbst mitgebracht.

Besonders stolz sind die drei Freunde auf den Hopfen, den sie im eigenen Garten in Bargteheide angebaut haben. Die frische Ernte lagerten sie zunächst im Tiefkühlschrank. Rund 3,5 Kilo nasser Hopfen kommen an diesem Tag in Grönwohld zum Einsatz.

Angefangen mit einem Einkochtopf

Rund 500 Liter für etwa 1500 Flaschen produzieren sie an diesem Tag – etwa zehn Mal so viel wie bei sonstigen Brauvorgängen im privaten Schuppen oder auf dem Balkon. Angefangen hat jedoch alles mit einem Einkochtopf in der Schulzeit. „Schritt für Schritt ist alles professioneller geworden, jetzt auch vom Maßstab her“, sagt Georg Krueger. Ihr Hobby wollen sie nun zu einer Marke machen.

Eine Woche lang wird das Bier nun während der Hauptgärung im Gärtank lagern. Weitere drei Wochen nimmt die sogenannte Nachgärung in Anspruch. Auf die finale Kostprobe ihres Bieres müssen die drei Bargteheider Kumpels daher erstmal warten.

„Voll im Körper und ein Stück weit fruchtig“

Als „voll im Körper und ein Stück weit fruchtig“ beschreibt Johannes Rehder den Geschmack des bernsteinfarbenen Bieres. Der Alkoholgehalt liegt bei etwa 6,5 Prozent. „Man wird also satt davon“, sagt Rehder und lacht. Erprobt haben die drei Männer das Rezept erstmals bei der Deutschen Meisterschaft der Hobbybrauer 2017. Von rund 100 Bierkreationen zählte der Helle Bock zu den Finalisten und belegte den achten Platz.

Mittlerweile ist der Helle Bock neben dem Flieder- und Schiffsbier sowie dem Rummel Stout fester Bestandteil im Brauder-Sortiment, das in Kürze in ausgewählten Restaurants, Bars und Geschäften erhältlich sein wird. Für Sonnabend, 1. Dezember, ist außerdem ein Hofverkauf in Bargteheide (Struhbarg 64) geplant.