Stormarn
Bürger helfen

Oststeinbeker suchen Mitstreiter für Hilfsprojekt

Ursula Nölle (M.) mit vom Verein unterstützten Schülerinnen.

Ursula Nölle (M.) mit vom Verein unterstützten Schülerinnen.

Foto: BGZ

Ursula Nölle und Marga Flader engagieren sich für die Bildung von Kindern in Afghanistan und planen Infoabend.

Oststeinbek.  60 Schulen für mehr als 65.000 Kinder hat der von der Oststeinbekerin Ulla Nölle gegründete „Verein zur Unterstützung von Schulen in Afghanistan“ (VUSAF) bisher erbaut. Mit einem Film, Musik und afghanischem Essen wollen sich die Ehrenamtlichen am Sonnabend, 10. November, bei ihren Spendern und Mitgliedern bedanken und neue Unterstützer gewinnen.

Noch heute werden Kinder in Afghanistan im Freien, in Zelten oder Ruinen, unterrichtet. 2017 entstanden fünf neue Schulen für mehr als 10.000 Kinder, finanziert vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, dem Auswärtigen Amt und privaten Spendern. 1,5 Millionen Euro öffentlichen Mittel und Zuwendungen wurden ergänzt durch mehr als 326.000 Euro private Spenden.

Das Prinzip des Stormarner Vereins ist Hilfe zur Selbsthilfe

Der Betrag ist etwas geringer als im Jahr zuvor, doch der Kreis derer, die Arbeit des Vereins schätzen und fördern, ist nicht kleiner geworden. „Rund 1000 Menschen sind in unserer Kartei. Für diese Verlässlichkeit sind wir sehr dankbar, denn so können wir verantwortungsvoll planen“, sagt die Vorsitzende Marga Flader. Mit einem Teil der Spenden kann VUSAF die Eigenbeteiligung für einige Bauprojekte bezahlen. Manches muss auch vorfinanziert werden. Etwa die Aufstockung einer Schule, für die das Geld von der BINGO-Projektförderung des Landes Schleswig-Holstein erst nach Fertigstellung kommt. Mit den Spenden werden auch die Winternothilfe oder Brunnen für einige Schulen bezahlt. Das Prinzip des Vereins ist Hilfe zur Selbsthilfe. „Die Mauer um jede Schule herum bauen die Menschen im Dorf immer selbst“, sagt Flader.

Sie wird am 10. November einen Film über das Ausbildungszentrum in Andkhoi zeigen. Für rund 1000 Jungen und Mädchen, die einen Universitätsbesuch anstreben, bietet der Verein dort Förderkurse ab Klasse 7 an. Die Kinder kommen aus 15 Schulen in der Umgebung, an denen die Lehrkräfte den Unterricht nicht ausreichend vermitteln können. Sie nehmen dafür teils weite Wege auf sich, sollen die Situation in Afghanistan einmal zum Besseren wenden.

Ehemalige konnten erfolgreiche Karrieren starten

Das krisengeschüttelte Land kann auf die ersten Absolventen aus 30 Jahren Zusammenarbeit mit dem Stormarner Verein zurückgreifen. Flader: „Einer unserer Ehemaligen ist beim Auswärtigem Amt, eine junge Frau ist Ärztin geworden.“ Sie und ihre Mitstreiter sind entschlossen, ihre Arbeit im schwieriger gewordenen Umfeld fortzusetzen. Im Frühjahr konnte sich die 64-jährige in Andkhoi nur unter Polizeischutz und mit Wachleuten bewegen. Auch im Umkreis des ruhigeren Mazar-e-Sharif gab es Anschläge, während sie dort war.

Die Oststeinbekerin leitet den Verein seit 2001. Gründerin Ulla Nölle, die morgen 94 Jahre alt wird und nebenan wohnt, nahm sie 1998 erstmals mit auf eine Reise. „Danach sagte sie zu mir: „So Marga, jetzt bist du infiziert!“, erinnert sich Flader und sagt: „Es ist eine ganz andere Kultur, die einen aber sehr aufnimmt. Man bleibt im Kontakt mit diesem Land und will etwas tun.“ Der Verein bildet Lehrer fort und unterhält auch zwei Zentren in denen Frauen Lesen, Schreiben, Rechnen sowie das Nähen von Kleidung und Haushaltstextilien lernen. Sie sprechen zuhause Turkmenisch oder Usbekisch und lernen erst im Unterricht die Landessprache Persisch.

Die Ehrenamtler laden zum Dialog in den Bürgersaal ein

5774 Frauen besuchten die beiden Zentren 2017. „Alle Teilnehmerinnen erzielen nun ein eigenes Einkommen“, sagt Flader. Außerdem werden noch 42 Mädchen in Privathäusern auf einen Schulbesuch vorbereitet. In Zeiten der Taliban hatte der Verein durch solche Home Schools verhindert, dass Mädchen von Bildung abgeschnitten wurden.

Infoabend am Sonnabend, 10. November, 18.30 Uhr, Oststeinbeker Bürgersaal, Möllner Landstraße 22. Eintritt frei. Weitere Informationen im Internet unter: www.afghanistan-schulen.de. Kontakt: info@Afghanistan-Schulen.de Spendenkonto: Hamburger Sparkasse, Afghanistan-Schulen, DE37 2005 0550 1008 2258 05, HASPDEHHXXX, oder Ethik-Bank, Afghanistan-Schulen, DE71 8309 4495 0103 0410 50, GENODEF1ETK.