Stormarn
Bad Oldesloe

Tödliche Schüsse: Oldesloer nehmen Abschied von Robin L.

Etwa 120 Menschen kamen zur Gedenkveranstaltung auf dem Oldesloer Marktplatz für den getöteten Obdachlosen Robin L.

Etwa 120 Menschen kamen zur Gedenkveranstaltung auf dem Oldesloer Marktplatz für den getöteten Obdachlosen Robin L.

Foto: Finn Fischer

Der Obdachlose war am Sonntag von einem Polizisten erschossen worden. Der 21-Jährige lebte seit drei Jahren auf der Straße.

Bad Oldesloe.  Rund 120 Oldesloer haben am Mittwochabend mit einem Trauermarsch Abschied von Robin L. genommen. Der 21 Jahre alte Obdachlose war am Sonntag von einem Polizisten erschossen worden. „Ich kannte Robin schon seit der Grundschule und habe ihn immer als sehr zurückhaltend und nicht aggressiv erlebt. Es ist tragisch, was passiert ist und es zerreißt mir das Herz“, sagt ein ehemaliger Mitschüler.

„Wir wollen den Menschen mit dem Trauermarsch die Möglichkeit bieten, sich zu verabschieden“, sagt der Stadtverordnete Hendrik Holtz (Linke). Gemeinsam mit Hartmut Jokisch (Grüne) und Pastor Volker Hagge hat er die Gedenkveranstaltung auf dem Marktplatz organisiert. „Auch ich kannte ihn aus dem Stadtbild, habe hin und wieder mit ihm gesprochen“, sagt Holtz. Hilfsangebote habe Robin L. nie angenommen.

Robin L. soll psychisch krank gewesen sein

Seit etwa drei Jahren lebte Robin L. auf der Straße. Er soll psychisch krank gewesen sein, Drogen genommen haben. Zeugen hatten der Polizei am Travebad – dort übernachtete Robin L. hin und wieder – einen Mann mit Messer gemeldet. Beamte trafen ihn einige hundert Meter entfernt an der Schützenstraße an.

Als der Mann sein Messer nicht weglegen wollte, setzten die Polizisten Pfefferspray ein und gaben einen Warnschuss ab. Dann soll Robin L. mit dem Messer auf einen der Beamten zugegangen sein. Der schoss zweimal auf ihn. Die Kugeln trafen den Obdachlosen in den Oberkörper. „Mit dem Trauermarsch geht es uns nicht darum, jemandem die Schuld zu geben“, sagt Holtz. Es sei ein schreckliches Ereignis gewesen, sicher auch für die beteiligten Polizisten. „Aber letztendlich ist ein Mensch gestorben. Und wir müssen uns auch als Gesellschaft die Frage stellen, wie sich so etwas in Zukunft verhindern lässt.“