AZ-Regional

Psychologischer Dienst hilft Polizisten nach belastenden Einsätzen

Harald Klix

Schüsse gegen Menschen gab es bei Polizeieinsätzen in Schleswig-Holstein laut Landespolizeiamt in Kiel vor der Tragödie in Bad Oldesloe dieses Jahr dreimal: In Harrislee fiel am 15. Mai ein Warnschuss. In Flensburg (29. August) und Heringsdorf (Ostholstein, 20. September) wurde jeweils ein Mann verletzt. Außerdem stoppte eine Bremer Kollegin, die privat unterwegs war, im Mai die Messerattacke eines Mannes in einem Zug im Flensburger Bahnhof mit einem tödlichen Schuss.
Im Vorjahr wurden sechs Warnschüsse sowie vier Waffeneinsätze mit einem Verletzten registriert. 2016 gab es einen Einsatz mit einem Verletzten. 2015 gaben Beamten zwei Warnschüsse ab, bei zweimaligem weiteren Waffengebrauch wurde niemand verletzt. 2014 erschossen Polizisten in Husum aus Notwehr einen Messerstecher. Die meisten Schüsse feuern Polizisten ab, um kranke oder verletzte Tiere (vor allem nach Wildunfällen) zu erlösen – im Vorjahr mehr als 450-mal.

Der Landespsychologische Dienst unterstützt Betroffene bei aktuellen Vorfällen mit einem Netzwerk von sogenannten „Betreuern nach belastenden Einsätzen“. In der Ausbildung ist Waffengebrauch „umfangreicher Bestandteil“ mit Schießtraining, rechtlichem und berufsethischem Fachunterricht.

( kx )

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