Stormarn
Hoher Finderlohn

Rentnerin aus Reinbek verliert 43.000 Euro

Die Rentnerin sparte das Bargeld unter ihrer Matratze

Die Rentnerin sparte das Bargeld unter ihrer Matratze

Foto: CHROMORANGE / Ernst Weingartner / picture alliance

66-Jährige wollte ihre Altersvorsorge zur Bank bringen, verliert das Geld in einem Sozialkaufhaus. Finderlohn von 5000 Euro.

Reinbek/Glinde.  Es gibt immer noch Menschen, die ihr Geld lieber daheim in einem Tresor, einem Sparschwein oder unter einer Matratze aufbewahren, als es einer Bank anzuvertrauen. So auch Renate M. aus Reinbek. 43.000 Euro hatte die 66-Jährige in bar zu Hause – bis zum Dienstag vergangener Woche. Nun ist das Geld weg. Was war geschehen?

Dass sie einen derart hohen Betrag in den eigenen vier Wänden verwahrt, wurde M. dann irgendwann doch zu riskant. Sie packte die Scheine in einen zerfledderten, braunen Briefumschlag, um das Geld bei ihrer Hausbank in Hamburg-Bergedorf in einem Schließfach zu deponieren. „Die haben aber keinen jederzeit frei zugänglichen Tresorraum, wie ich mir das vorgestellt hatte“, sagt die Rentnerin. Kurzentschlossen nahm sie das Geld wieder mit, wollte später in Glinde ein Schließfach anmieten. Auf dem Weg dorthin machte sie einen Abstecher ins Sozialkaufhaus, wo sie häufig nach Kleidung schaut.

Im Kaufhaus hängen bereits Zettel

„Ich hatte meine Tasche die ganze Zeit eng vor dem Bauch. Aber der Umschlag muss beim Bezahlen und Einpacken rausgerutscht sein“, so Renate M. Dass sie ihr Erspartes, das der Altersvorsorge dienen sollte, verloren hatte, bemerkte sie erst später. „Ja, das Ganze war blöd und unverantwortlich, das weiß ich jetzt auch“, sagt sie und erklärt ihr Handeln damit, dass sie momentan „durch den Wind“ sei. Ein Todesfall in der Familie belaste sie schwer, zudem nehme sie aufgrund des privaten Schicksalschlags beruhigende Medikamente.

Das Sozialkaufhaus hat sich bereit erklärt, Zettel aufzuhängen. 5000 Euro Finderlohn werden demjenigen versprochen, der das Geld zurückbringt. „Im Kassenbereich herrscht immer viel Trubel. Es ist denkbar, dass der Umschlag zwischen Ware gerutscht ist“, sagt Klaus Rosenkranz, der im Sozialkaufhaus „Mehrwert“ Jugendliche ausbildet. Er weiß aber auch, dass es neben Hunderten ehrlichen Besuchern auch Diebe gibt. „Es gibt ein paar wenige, die stehlen selbst Ware, die nur wenige Cent kostet. Ich finde schon das höchst unmoralisch. Wenn diese Leute den Umschlag zwischen Kleidung finden, weiß ich nicht, ob sie so ehrlich sind, das Geld zurückzugeben“, sagt er.

Kripo warnt: Nie mit so viel Geld durch die Gegend fahren!

Renate M. hofft nun auf das Gute im Menschen, sagt: „Ich bekomme nur 1035 Euro Rente, zahle davon 500 Euro Miete. Jetzt werde ich wohl wieder arbeiten gehen müssen, obwohl ich gesundheitlich eingeschränkt bin.“ Sie hat bei der Polizei Anzeige erstattet.

Die Beamten wissen: Geld ist auf einem Konto am besten aufgehoben. Es zu Hause zu deponieren, sei keine gute Idee. Andreas Appel, Vize-Chef der Kripo Reinbek, sagt: „Das Geld durch die Gegend zu fahren – das sollte man auf keinen Fall machen.“