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Ahrensburg

Eine Toilette für 150.000 Euro? Was dafür spricht

Christof Schneider (l., Seniorenbeirat) und Gerhard Bartel (Behindertenbeirat) vor dem Anfang des Jahres abgebauten „Luxus-WC“ am Ahrensburger Rathaus

Christof Schneider (l., Seniorenbeirat) und Gerhard Bartel (Behindertenbeirat) vor dem Anfang des Jahres abgebauten „Luxus-WC“ am Ahrensburger Rathaus

Foto: Harald Klix / HA

Ahrensburger Behindertenbeirat empört über die Kritik des Bundes der Steuerzahler. „Mit Ausgrenzung fängt Diskriminierung an.“

Ahrensburg.  Der Ahrensburger Behindertenbeirat zeigt sich empört über die Kritik des Steuerzahlerbundes (BdSt) am jüngst beschlossenen barrierefreien WC. Den Weg für die neue 150.000 Euro teure Toilette hatten die Stadtverordneten mit großer Mehrheit frei gemacht. Die Vorgänger-Einrichtung hatte es mit Kosten von bis zu 60 Euro pro Spülgang vor zwei Jahren in das Schwarzbuch des BdSt geschafft und damit bundesweit für Aufsehen gesorgt.

Beiratsvorsitzender Gerhard Bartel: „Die WC-Anlage ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer inklusiven Stadt.“ Verständnis für die Kritik an den weiterhin hohen Kosten habe er nicht. Sie betragen bei gleichbleibender Nutzung von lediglich zwei Personen pro Tag immer noch knapp 31 Euro. „Im näheren Umkreis gibt es kein barrierefreies WC.“

Im Gegenteil, die meisten Toiletten seien nur über Kellertreppen zu erreichen. Außerdem hatten die Betriebe kaum Interesse an Alternativen wie der „netten Toilette“ gezeigt, bei sie für die Bereitstellung ihrer sanitären Einrichtungen eine Entschädigung von der Stadt erhalten hätten. Barthel sagt: „Mit Ausgrenzung fängt Diskriminierung an.“