Stormarn
Neubau

Spa mit Hotel: Das Konzept der Glinder Wellness-Oase

Sie planen das Spa in Glinde (v.l.): Carolin, Jens und Andrea Lessau, Markus, Franz und Stephan Theune mit den Projektentwicklern Verena und Siegfried Reddel

Sie planen das Spa in Glinde (v.l.): Carolin, Jens und Andrea Lessau, Markus, Franz und Stephan Theune mit den Projektentwicklern Verena und Siegfried Reddel

Foto: Barbara Moszczynski

Investoren stellen 45-Millionen-Euro-Projekt vor. Baubeginn 2019, Eröffnung zwei Jahre später. Erwartet werden bis zu 500 Tagesgäste.

Glinde.  Der Weg ins Urlaubsparadies Bali führt künftig auch über Glinde. Die Brüder Markus (58) und Stephan Theune (54) aus Köln wollen auf einer 36.000 Quadratmeter großen Ackerfläche am Golf Gut Glinde ihr drittes „Vabali“-Spa bauen. Die Bauarbeiten für die Wellnessanlage mit Hotel sollen 2019 starten, rund zwei Jahre dauern.

Va heißt Weg und Bali steht für die Insel im indischen Ozean. Zwei Vabali-Spas in Berlin und Düsseldorf haben die Brüder bereits erbaut, nun folgt das Vabali Spa Hamburg auf Glinder Gebiet. Die beiden Asien-Fans bieten Wellness für den gestressten Großstädter. Das Prinzip wird konsequent umgesetzt: „Mobiltelefone sind verboten, die Gäste sollen entspannen, ohne von Geräten gestört zu werden“, sagt Markus Theune. Ihre Besucher sollen sich fühlen wie im 5-Sterne-Hotel, nur für kürzere Zeit. Die Regel ist eine Vier-Stunden-Karte, die etwa 30 Euro kosten soll. Stephan Theune sagt: „Wir glauben, dass die Kombination von Golf, hochwertiger Wellnessanlage und Hotel sehr gut funktionieren wird.“

Theune-Brüder fürhen sieben Wellness-Anlagen

Projektentwickler Siegfried Reddel hat die Brüder aus Köln, die seit 30 Jahren erfolgreich Sauna-Oasen bauen und betreiben, und den Glinder Landwirt und Golf Gut-Betreiber Jens Lessau zusammen gebracht. „Es passt sehr gut, wir sind beides Familienbetriebe“, sagt Lessau. Die ersten Planungen für ein Hotel auf seinem Grund begannen bereits 2004. Auch eine Erweiterung des Golfplatzes um neun weitere auf dann zweimal 18 Löcher wäre noch möglich.

Die Theune-Brüder, die sieben Wellness-Großanlagen mit 700 Mitarbeitern führen und damit einen Jahresumsatz von rund 60 Millionen Euro erzielen, trauen sich mit dem Projekt in Glinde an ihr erstes Hotel heran. Sie investieren mit etwa 40 bis 45 Millionen Euro doppelt soviel wie beim Bau ihrer anderen Anlagen. In Glinde soll im ersten Bauabschnitt neben der Wellnessanlage ein 4-Sterne Hotel mit 75 Zimmern entstehen. In einem zweiten Bauabschnitt könnten 60 weitere Zimmer hinzukommen. Im Projektentwurf von Siegfried Reddel, auf dem auch der Bebauungsplan der Stadt beruht, waren 130 Zimmer vorgesehen. Ob Reddel sich weiter für das Projekt engagiert, werde sich in den kommenden Monaten zeigen, sagt Markus Theune. Auch ein Geschäftsführer werde noch gesucht.

Die Theunes wollen den Rahmen des Bebauungsplans nicht ausschöpfen, weder bei der Höhe noch auf beim Volumen der Gebäude. Markus Theune: „Es wird kein so großer Klotz, das Designkonzept hat ein balinesisches Dorf als Hintergrund, mit einzelnen, ineinander verschachtelten Gebäuden.“ Diese gruppieren sich in Form eines „U“ um einen Swimmingpool. „Das ist quasi unser Dorfplatz“, sagt Markus Theune. Der vorhandene Baumbestand soll so weit wie möglich erhalten bleiben. Stephan Theune:„Wir sind bemüht, darum herum zu bauen. Die Bäume sind wertvoll und der schönste Schatten, den wir für unsere Gäste haben können.“ Drinnen gibt es ausgesuchtes Interieur importiert aus Asien, eine große Saunaanlage, diverse Massage- und Wellnessangebote sowie mediterran-asiatische Gastronomie. Die Brüder betreiben alles in Eigenregie. „Es ist schwer, den Qualitätsstandard zu halten, wenn man verpachtet“, sagt Stephan Theune. Er will in Glinde etwa 200 Arbeitsplätze schaffen.

400 bis 500 Tagesgäste erwartet

Für Glindes Bürgermeister Rainhard Zug ist das Spa ein „ganz wichtiges Projekt“ für die Stadt: „Uns ist bewusst, dass wir einen Magneten bekommen, der eine Veränderung der Straßenführung und der Straßenqualität erfordert.“ Das gelte insbesondere für die Zufahrtsstraße In der Trift und die Sönke-Nissen-Allee. Dass der Verkehr, verursacht durch 400 bis 500 erwartete Tagesgäste, dann vernünftig abgewickelt werden kann, hat ein Gutachten ergeben. Sitz der neuen Gesellschaft soll Glinde sein. Die Stadt gewinnt also auch einen potenten Gewerbesteuerzahler.