Stormarn
Theaterprojekt

Thalia Theater kommt in die Sülfelder Kirche

Pastor Steffen Paar (r.) und Edda Runge freuen sich, dass Heinz-Werner Köster vom Thalia Theater mit seinen Schauspielern nach Sülfeld kommt

Pastor Steffen Paar (r.) und Edda Runge freuen sich, dass Heinz-Werner Köster vom Thalia Theater mit seinen Schauspielern nach Sülfeld kommt

Foto: Burkhard Fuchs / Burkhard Fuchs bf Fuchs

Hamburger Schauspieler lesen am Freitag aus Moby Dick von Hermann Melville. Pastor hofft, das auch junge Zuschauer kommen.

Sülfeld.  Ein außergewöhnliches Erlebnis emotionsgeladener Atmosphäre verspricht dieser Theaterabend am Freitag, 21. September, in der Sülfelder Kirche. Zwei Schauspieler des Hamburger Thalia-Theater-Ensembles werden in dem 800 Jahre alten Gotteshaus aus dem berühmten Roman-Klassiker „Moby Dick“ lesen, den der US-amerikanische Autor Hermann Melville 1851 geschrieben hat.

Sülfeld ist neben einer anderen Lesung, die bereits im Mai in Bad Bramstedt stattfand, der zweite Ort in Schleswig-Holstein, den die Macher des Thalia Theaters aus 100 Bewerbungen für ihre „Kultur-Landschaften“ in diesem Jahr ausgewählt haben, sagt Verwaltungsdirektor Heinz-Werner Köster. „Wir sind 1200 Kilometer in zwei Tagen abgefahren, um die dafür interessantesten und atmosphärisch ansprechendsten Orte zu finden. Wir versuchen, dem Raum und dem Stoff eine ganz neue Bedeutung zu geben, die jedes Mal wieder einmalig ist.“

Selbst auf der Thalia-Bühne ist kein Schiff zu sehen

Für die Sülfelder Kirche habe ihr Alter und ihre Schönheit gesprochen, betont Köster. Darum sei das Theater gerne dem Wunsch der Segeberger Kulturtage nachgekommen, diese Theater-Veranstaltung in der Gemeinde aufzuführen.

Zwar gebe es in Sülfeld keinerlei Tradition oder historische Verbindung zum Walfang, wie Pastor Steffen Paar sagt. Aber in dem Melville-Roman gehe es nicht allein um den Walfang an sich, auch wenn er selbst zunächst den berühmten Film von John Huston mit Gregory Peck als Kapitän Ahab im Kopf hatte, sagt Thalia-Chef Köster. „Es geht in dem Roman vor allem auch um Angst, Hoffnung und Liebe. Den Kampf mit der Natur, den Kampf ums Überleben.“ So hätten früher viele Seefahrer, bevor sie zum damals nicht ungefährlichen Walfang aufbrachen, sich zuvor in der Kirche Gottes Beistand und Segen geholt. „Der Zuschauer schafft diese Transformation. Es spielt sich alles im Kopf ab.“ Selbst auf der Thalia-Bühne in Hamburg, auf der zurzeit „Moby Dick“ auch als Schauspiel gezeigt wird, sei kein Schiff zu sehen.

Pastor Paar hofft, dass auch jüngere Sülfelder kommen

Pastor Paar ist begeistert, dass diese Lesung von zwei Profi-Schauspielern (Oda Thormeyer und Björn Meyer) in seiner Kirche vor den bis zu 160 Besuchern aufgeführt wird. „Wir freuen uns riesig auf das große Ereignis und hoffen, dass wir auch jüngere Zuschauer erreichen, indem wir Modernes in die Kirche holen.“

Auch Edda Runge, die die vor vier Jahren aus der Taufe gehobenen SE-Kulturtage in Bad Segeberg betreut, sieht in der Thalia-Lesung in der Sülfelder Kirche einen der Höhepunkte im Rahmen des diesjährigen Programms mit seinen 70 Veranstaltungen.

Bevor am 21. September die „Moby-Dick“-Lesung im Kirchenschiff beginnt, wird der Musiker Milan Sperber in der Jersbeker Gruft der Sülfelder Kirche auf seiner Querflöte ungewöhnliche Klänge erzeugen. Karten gibt es im Vorverkauf im Kirchenbüro Sülfeld, Am Markt 16 (Telefon: 04537/18 35 15, Mail: kiche@suelfeld.de) und in der Jugendakademie, Marienstraße 31 in Bad Segeberg (Telefon: 04551/95 91 10, Mail: info@vjka.de) für zwölf Euro und 15 Euro an der Abendkasse, ermäßigt fünf und sieben Euro.

Thalia-Kultur-Landschaften: Lesung des Romans „Moby Dick“ von Herman Melville mit Schauspielern des Thalia Theaters in der Kirche Sülfeld, Freitag, 21. September, 21 Uhr, zuvor ab 20 Uhr gibt es ungewöhnliche Klänge auf der Querflöte in der Kirchengruft zu hören.