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Kriminelle sprengen Geldautomat in Ahrensburg – ohne Erfolg

Unbekannte wollten sich bei der Deutschen Bank in der Manhagener Allee bereichern. Polizei fahndet mit Hubschrauber nach ihnen

Ahrensburg. Es ist ein Bild der Zerstörung, das sich den Polizisten bietet, als sie in der Nacht zu Donnerstag den Vorraum der Deutschen-Bank-Filiale in der Manhagener Allee in Ahrensburg betreten. Auf dem Boden liegen zwei große Vorschlaghämmer mit gelb-schwarzem Griff, auch ein Brecheisen fällt sofort ins Blickfeld. Mit ihm war die Tür aufgestemmt und aufgehalten worden. Ein in der Wand verankerter Geldautomat ist zerfetzt. Zu sehen sind Kabel in dessen Inneren. Teile der Vorderseite hängen vom Gerät herunter, andere sind im Raum verteilt. Unbekannte haben es gesprengt, sich aber offenbar mit der Ladung vertan. Denn öffnen konnten sie den Automaten nicht. „Es ist kein Geld entwendet worden“, sagte ein Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA) in Kiel dem Abendblatt.

Der Vorfall ereignete sich um 3.23 Uhr. Die Täter machen sich rechtzeitig aus dem Staub. Zeugen sprechen von drei Personen, die sie gesehen haben. Und sie geben an, einen Knall gehört zu haben. Die Polizei will diese Zahl nicht bestätigen.

Die Suche beginnt natürlich umgehend, insbesondere auf den Autobahnen 1 und 24. Auch ein Hubschrauber der Bundespolizei ist im Einsatz. Doch die Fahndung bleibt vorerst erfolglos. Helfen könnte die Überwachungskamera, die im Geldinstitut installiert ist. Das Material wird laut dem LKA-Sprecher noch ausgewertet.

Währenddessen geht die Spurensicherung in der Ahrensburger Bank-Filiale ihrer Arbeit nach. Die Experten tragen weiße Kittel, einige von ihnen zudem blaue Gummihandschuhe. Der Bereich rund um das Geldinstitut ist mit einem Band abgesperrt. An gewissen Punkten haben die Polizisten kleine Schilder mit Nummern aufgestellt. Ein langes schwarzes Elektrokabel deutet darauf hin, dass der Automat mit einem Gasgemisch gesprengt wurde, mit vorausgegangener elektronischer Zündung.

Am Morgen, als es hell ist, sind die Mitarbeiter der Bank noch mit Aufräumarbeiten im Vorraum beschäftigt. Äußern will sich keiner der Angestellten. Zudem gibt man sich redlich Mühe, die Bildberichterstattung zu behindern. Die Filiale öffnet wie gewohnt um 9.30 Uhr.

Im Vorraum, der mit einem weiteren Geldautomaten ausgestattet ist, stehen mehrere Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes in dunkler Kleidung. Kunden passieren und schauen entsetzt. Über die Schadenshöhe will die Deutsche Bank auf Abendblatt-Anfrage keine Angaben machen. Ein Sprecher sagte lediglich: „Wann der beschädigte Geldautomat wieder zur Verfügung steht, lässt sich derzeit noch nicht sagen.“

In den vergangenen Tagen kam es bereits in Mecklenburg-Vorpommern zu einer Reihe von ähnlichen Taten. Die Polizei prüft daher, ob die Sprengung in Ahrensburg Teil einer Serie ist. Alle Orte lagen unweit von Autobahnen. In Ludwigslust, Krakow am See, Gadebusch und Schwerin wurden in einer Woche sechs Bankautomaten mit Gas beschädigt. In drei Fällen gelangten die Täter an Geld, einmal gleich an 200.000 Euro. Die Kriminalpolizei hat die Schweriner Sonderermittlungsgruppe „Transit“ für die Deliktserie aufgestockt. Die Kriminellen sind noch flüchtig.