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Oldesloer Kindervogelschießen in Gefahr

Bald nicht mehr in ehrenamtlicher Hand: das Vogelschießen ist das größte Fest in Bad Oldesloe

Bald nicht mehr in ehrenamtlicher Hand: das Vogelschießen ist das größte Fest in Bad Oldesloe

Foto: HA

Verein will das größte Fest der Kreisstadt in Zukunft nicht mehr ausrichten. Verwaltung soll jetzt ein Konzept vorlegen.

Bad Oldesloe.  Der Oldesloer Vogelschießer-Verein will die Ausrichtung des größten Festes in der Kreisstadt abgeben. Die Organisation des Kindervogelschießens ist laut der Vorsitzenden Sabine Prinz ehrenamtlich nicht mehr zu leisten. Im Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss hat die Leiterin der Stadtschule Geld für eine 450-Euro-Kraft beantragt. Es ist ein Hilferuf.

Schon häufig hat Sabine Prinz mit dem Gedanken gespielt, die Vogelschießen-Organisation hinzuschmeißen: „Es ist zu viel, als Leiterin einer Schule vor allem in den Wochen vor den Ferien. Und in den vergangenen Jahren hat der bürokratische Aufwand immer weiter zugenommen.“ Auch der Vereinsvorstand sei nicht mehr so leistungsfähig, wie es für eine einigermaßen stressfreie Fest-Organisation nötig wäre.

Verwaltung soll Konzept ausarbeiten

Damit das Vogelschießen, die „Heilige Kuh von Bad Oldesloe“, nicht aufgegeben werden muss, braucht es eine Lösung. Eine, die nicht auf rein ehrenamtliches Engagement baut.

Inken Kautter leitet den Fachbereich Kultur in der Oldesloer Stadtverwaltung und kann den Frust nachvollziehen: „Es ist das größte Fest in Bad Oldesloe und ein unfassbar großer Aufwand.“ Sie appellierte an die Lokalpolitik, möglichst schnell eine Lösung zu finden: „Es ist wichtig, über die Erschöpfung zu reden, sonst fällt uns das ganze Fest auf die Füße.“

Bislang unterstützt die Stadt das Kindervogelschießen jedes Jahr mit 5000 Euro und weiteren Sachleistungen. Das wird in Zukunft nicht mehr ausreichen. Der zuständige Ausschuss hat die Verwaltung nun damit beauftragt, mit dem Organisationsverein ein langfristiges Konzept und ein Anforderungsprofil für die 450-Euro-Stelle zu erarbeiten. Beides soll in den nächsten Gremiensitzungen diskutiert und abgestimmt werden.