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Barsbüttel

Darum ist Bürgermeister Schreitmüller so beliebt

Bürgermeisterkandidat Thomas Schreitmüller (3. v. l.)  mit Bügern nach einer Diskussionsrunde in der Erich Kästner Gemeinschaftsschule

Bürgermeisterkandidat Thomas Schreitmüller (3. v. l.) mit Bügern nach einer Diskussionsrunde in der Erich Kästner Gemeinschaftsschule

Foto: Barbara Moszczynski

Verwaltungschef hat Kommune nach Kapriolen des Vorgängers wieder geeint. Politiker: Keine Notwendigkeit für einen Gegenkandidaten.

Barsbüttel.  Ein hauptamtlicher Bürgermeister, der mit allen Parteien gut kann – das ist keine Seltenheit. Wohl aber ist es bemerkenswert, wenn diese bei einer Wahl keine eigenen Kandidaten aufstellen und sich weiterhin den parteibuchlosen Amtsinhaber wünschen. So wie im Fall des Barsbütteler Verwaltungschefs Thomas Schreitmüller. Weil sich auch kein unabhängiger Gegenspieler finden ließ, ist dessen Wiederwahl am 9. September ein Selbstgänger.

Doch warum ist der mit seiner Lebensgefährtin und drei Kindern in Wentorf lebende Schreitmüller so beliebt? Bereits beim vergangenen Urnengang im September 2012 hatte er keinen Kontrahenten und erhielt 90,8 Prozent der Stimmen. FDP-Gemeindevertreter Siemer Rosenwinkel sagt dazu: „Thomas Schreitmüller ist ein guter Verwaltungsfachmann und sehr kooperativ gegenüber der Gemeindevertretung.“ Deshalb habe keine Notwendigkeit bestanden, einen anderen Bewerber zu suchen. Und weiter: „Mit dem Bürgermeister gibt es keinen Streit.“ Der SPD-Fraktionsvorsitzende Hermann Hanser schätzt den Rathauschef ebenfalls und beschreibt dessen Vorzüge mitunter so: „Er ist ein ruhiger Mensch, der auf Ausgleich bedacht ist.“

Bürgermeister besucht Fraktionssitzungen

Schreitmüller hat das höchste Amt der Gemeinde in stürmischen Zeiten übernommen. Der gebürtige Hamburger setzte sich in einer Stichwahl im November 2006 gegen seinen umstrittenen Vorgänger Arno Kowalski durch, der viel Porzellan zerschlagen hatte. Kowalski verspielte bei den Entscheidungsträgern jegliches Vertrauen, überstand jedoch ein Abwahlverfahren. Mobbingvorwürfe spielten dabei eine Rolle. Ein Disziplinarverfahren endete mit einem Verweis. Schreitmüller, so sagen Politiker, habe die Gemeinde wieder geeint. Dafür sind sie ihm dankbar, wollen solche Vorgänge wie damals nicht noch einmal erleben.

Auch die CDU ist mit dem Bürgermeister wieder im Reinen. Sie hatte Schreitmüller von Tangstedt nach Barsbüttel gelotst. Dort gab es für ihn keine Perspektive, weil die Gemeinde im Zuge der Verwaltungsreform seit 2008 keinen hauptamtlichen Bürgermeister mehr benötigt. Schreitmüller war 25 Jahre Mitglied der Christdemokraten, trat im Oktober 2015 jedoch aus. Den Entschluss teilte er dem damaligen Fraktionschef Volkmar Dietel während einer Gemeindevertretersitzung auf einem Stück Papier mit. Grund war ein Streit um eine Stellungnahme des Gremiums zum Bürgerentscheid über den Rathausneubau. In einem Schreiben wollte Schreitmüller das Wort Bürgermeister durch Gemeinde ersetzt haben. CDU und SPD lehnten das ab.

Sowohl Christdemokraten als auch Schreitmüller sind nicht nachtragend. Die Partei wirbt auf Plakaten mit dessen Konterfei für eine Wiederwahl. Und auf den Fraktionssitzungen ist der Verwaltungschef ein gern gesehener Gast. Er besucht auch mindestens einmal pro Jahr die Treffen der Wählergemeinschaft Bürger für Barsbüttel (BfB) und der SPD, duzt sich mit zahlreichen Entscheidungsträgern. Zu einem freundlichen Umgang und gegenseitiger Wertschätzung trägt gewiss auch die Tatsache bei, dass Schreitmüller nach Sitzungen gelegentlich mit Politikern in ein Lokal einkehrt.