Stormarn
Bad Oldesloe

Dürre: Rund 100 Bauernhöfe werden Nothilfe beantragen

Die anhaltende Trockenheit macht auch der Landwirtschaft in Stormarn zu schaffen (Symbolfoto)

Die anhaltende Trockenheit macht auch der Landwirtschaft in Stormarn zu schaffen (Symbolfoto)

Foto: Silas Stein / dpa

Der heiße Sommer hat große wirtschaftliche Auswirkungen. Rund ein Drittel der hiesigen Betriebe soll Schäden erlitten haben.

Bad Oldesloe.  Die lange Dürreperiode hat für die Landwirtschaft auch im Kreis Stormarn dramatische Ausmaße. Wie Peter Koll, Geschäftsführer der Kreisbauernverbände Herzogtum Lauenburg und Stormarn, sagte, habe mindestens ein Drittel der landwirtschaftlichen Betriebe „extreme wirtschaftliche Schäden erlitten“. Der Bauernverband schätzt, dass rund 20 Prozent der Betriebe – das sind rund 100 Höfe – die Nothilfe aus dem Hilfsprogramm des Bundes beantragen werden. Bundesweit wurden für diese Maßnahme jetzt insgesamt 340 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Beim Grünschnitt gibt es Verluste von 70 Prozent

Gravierende Einbußen verzeichnen Stormarns Bauern bei allen Getreidearten und beim Raps – ein Rückgang der Erträge um mindestens 30 Prozent. Dieses Minus betrifft sowohl die besseren Böden im nördlichen Kreis Stormarn als auch den südlichen Teil mit den sandigen Böden, die Wasser schlecht speichern können. Betroffen sind ebenfalls Rinderhalter und Milchviehbetriebe. Beim Grünschnitt für das Tierfutter gibt es Verluste von bis zu 70 Prozent. „Das führt zu einer angespannten Futterversorgung, die nur bedingt durch den Zukauf von Futter ausgeglichen werden kann“, sagt Geschäftsführer Peter Koll. Heu und Gras-Silage seien inzwischen nur sehr begrenzt und zu hohen Preisen verfügbar. „Dies trifft auch die Pferdehalter, insbesondere Pensionspferdebetriebe.“

Kaum anders sieht es bei der Maisernte im Kreis Stormarn aus – ein Rückgang um 50 bis 70 Prozent. Nach Angaben des Bauernverbandes müssten nun viele Milchviehhalter ihre Bestände reduzieren, um mit dem vorhandenen Futter ins nächste Jahr zu kommen. Der Verlust werde allerdings nicht durch höhere Milchpreise ausgeglichen, hieß es.

Auswirkungen reichen bis in das nächste Jahr

Die andauernde Trockenheit bedroht bereits die Aussaat für das nächste Jahr. Mancherorts kann kein Raps bestellt werden, da die Saat vertrocknen würde. Auch für Zwischenfrüchte als Futter für die Milchbetriebe sei es immer noch zu trocken, klagen die Bauern.

Nicht nur in Stormarn, sondern in ganz Schleswig-Holstein hat der Dürresommer den Bauern extreme Verluste beschert. Die Ernte ist so schlecht wie seit 1976 nicht mehr. Beim Raps liegen die Erträge vieler Betriebe bereits im dritten Jahr in Folge unter dem Durchschnitt. Bei Kartoffeln werden Verluste von 40 Prozent erwartet. Beim Mais sind landesweit die Ertragsmengen sehr unterschiedlich. Um das Risiko zu verringern, dass bei extremem Wetter die ganze Ernte ausfällt, raten Forscher Bauern dazu, mehr verschiedene Pflanzen anzubauen. Mais und Hirse etwa könnten relativ gut unter trockenen Bedingungen wachsen.