Stormarn
Expansion

Stadtwerke Ahrensburg kaufen zwei Wärmenetze

Stadtwerke- Geschäftsführer Horst Kienel sagt: „Für die Kunden ändert sich nichts“

Stadtwerke- Geschäftsführer Horst Kienel sagt: „Für die Kunden ändert sich nichts“

Foto: Lutz Wendler / HA

Blockheizkraftwerke Bogenstraße und Gartenholz übernommen. Verhandlungen über Ahrensburger Kamp folgen.

Ahrensburg.  Die Stadtwerke Ahrensburg expandieren. Das 100-prozentige Tochterunternehmen der Stadt, eine GmbH, hat die Verhandlungen mit HanseWerk Natur über den Kauf zweier Nahwärmenetze erfolgreich abgeschlossen. Die Stadtwerke, kommunaler Energieversorger für Strom und Gas sowie Betreiber eines Glasfasernetzes, übernehmen die Blockheizkraftwerke (BHKW) Bogenstraße und Otto-Siege-Straße im Stadtteil Gartenholz zum 1. September.

In beiden Gebieten sind zusammen 110 Abnehmer an die Wärmeversorgung angeschlossen. „Da es sich dabei vor allem um Mehrfamilienhäuser handelt, ist die Zahl der Wohnungen deutlich höher“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Horst Kienel. Für die Kunden ändere sich mit dem Betreiberwechsel nichts. Die Preise bleiben ebenso unverändert wie die Einzelanschlüsse der Verbraucher und die Übergabestationen.

„Das ist ein fließender Übergang“, sagt Kienel. Ihren Vertragspartner können die Abnehmer künftig aber deutlich besser erreichen: Den Wärmenetz-Teilnehmern stehen ab sofort die Berater im Ahrensburger Kundenzentrum (Lohe 1) zur Verfügung. Die beiden BHKW werden mit Biogas betrieben. Sie versorgen die angeschlossenen Gebäude über kurze Distanz mit Energie für Heizung und Warmwasser.

Geschäftsführer betont Umweltfreundlichkeit

„Die Übernahme der Nahwärmenetze ist ein weiteres Element unserer Nachhaltigkeitsstrategie“, sagt Horst Kienel. „Die Blockheizkraftwerke weisen nicht nur eine hohe Energieeffizienz auf, sondern sie fördern auch die lokale Luftreinhaltung, weil die Energieproduktion auf emissionsarme Weise erfolgt.“ Zudem sei die Versorgungssicherheit sehr hoch. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass ein Blockheizkraftwerk einmal ausfalle, kämen automatisch Heizkessel zum Einsatz.

Weiterhin im Gespräch ist die Übernahme des dritten Blockheizkraftwerks von HanseWerk Natur, das am Ahrensburger Kamp steht und das dortige Quartier versorgt. „Die Verhandlungen laufen, der Vertrag endet erst im nächsten Jahr“, sagt Horst Kienel.

Im Wohnviertel Ahrensburger Redder hatten Anwohner 2013 eine Interessengemeinschaft gegründet, weil sie die Gebühren des HanseWerk-Vorgängers E.ON Hanse Wärme als deutlich überhöht empfanden. Nach eigenen Berechnungen zahlte ein Gaskunde in Ahrensburg rund 40 Prozent weniger als die rund 240 Fernwärmehaushalte im Redder-Quartier. Im E.on-Fernwärmenetz Barsbüttel wären es auch mehr als 30 Prozent weniger.

Parallel klagten während der vergangenen Jahre mehrere Hauseigentümer auf Rückzahlung von Gebühren. Die Verfahren beschäftigten das Amtsgericht Ahrensburg, das Landgericht Lübeck und in der Revision jetzt den Bundesgerichtshof.