Stormarn
Fahrbahnerneuerung

Pölitz: Jetzt wird die Lindenallee repariert

Mai 2015: Im Sturmtief „Zoran“ stürzen 44 Linden auf die L 88. Weitere 29 Bäume werden aus Sicherheitsgründen gefällt. Die Wurzeln reißen die marode Straße weiter auf

Mai 2015: Im Sturmtief „Zoran“ stürzen 44 Linden auf die L 88. Weitere 29 Bäume werden aus Sicherheitsgründen gefällt. Die Wurzeln reißen die marode Straße weiter auf

Foto: Dorothea Benedikt

Landesstraße 88 ist von Barkhorst bis Schulenburg gesperrt. Schlaglochpiste erhält nach jahrelangem Warten eine neue Asphaltdecke.

Pölitz.  Eine der schlimmsten Schlaglochpisten im Kreis Stormarn verwandelt sich bis Ende des Monats in eine der schönsten Fahrbahnen. Arbeiter sanieren die Landesstraße 88, die den Lasbeker Ortsteil Barkhorst mit Schmachthagen und Schulenburg in Pölitz verbindet. Dafür ist die schmale Straße, auf der an vielen Stellen kaum zwei Autos aneinander vorbeipassen, voraussichtlich bis Sonnabend, 25. August, voll gesperrt.

„Die L 88 wird komplett instand gesetzt und bekommt eine neue Asphaltdecke“, sagt Jens Sommerburg, Leiter des zuständigen Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr (LBV) in Lübeck. Im Mai 2015 hatte Sturmtief „Zoran“ der ohnehin arg lädierten Strecke den Rest gegeben. Im Orkan knickten zwischen Barkhorst und Schmachthagen 44 der gut 30 Meter hohen Linden wie Dominosteine um und hinterließen kraterartige Löcher am Fahrbahnrand.

Weitere 29 Bäume wurden in der Folge gefällt, da sie nicht mehr sicher standen. An 39 Linden, die viele Äste verloren hatten, schnitten Experten die Kronen zurück. Nur rund 40 von 150 Bäumen auf dem rund 1400 Meter langen Abschnitt überstanden den Orkan ohne Schäden. Die Straße blieb mehr als dreieinhalb Monate unpassierbar. Erst wurden die Stämme mit einem Durchmesser von bis zu 70 Zentimetern zersägt und abtransportiert, dann die großen Löcher provisorisch mit Sand und Kies aufgefüllt.

Land zahlt 423.000 Euro für fünf Kilometer lange Strecke

Jetzt investiert das Land 423.000 Euro in die Sanierung der mehr als fünf Kilometer langen Route. „Zunächst füllen Arbeiter die Löcher auf, am Ende wird die Fahrbahn mit einer neuen Asphaltschicht verstärkt“, sagt LBV-Chef Jens Sommerburg. In die Tiefe könne die beauftragte Firma Strabag aus Bornhöved (Kreis Segeberg) nicht gehen, da ein alter Schotterweg der Untergrund sei. „Das käme dem Neubau einer Straße gleich, was unverhältnismäßig teuer wäre“, so Sommerburg.

Denn auf der L 88 sind nach jüngsten Verkehrszählungen täglich gerade einmal 500 Autos unterwegs. Andere Landesstraßen kommen auf mehr als 20.000 Fahrzeuge. Das war auch der Grund, warum die Strecke im Herzen von Stormarn bisher nicht vernünftig repariert, sondern immer nur geflickt worden war. „Wichtigere Straßen hatten Vorrang“, sagt Jens Sommerburg.

Das änderte sich erst, nachdem die neue Landesregierung in Kiel den Sanierungsstau bei Landesstraßen anging und den Etat für dieses Jahr auf rund 90 Millionen Euro aufstockte. Zuvor standen durchschnittlich 34 Millionen bereit. Stormarn reichte wie alle anderen Kreise eine Dringlichkeitsliste ein. Im Frühjahr gab’s vom Verkehrsministerium den Zuschlag über fast zehn Millionen Euro für sieben Landesstraßen. Dazu zählten unter anderem die L 94 (Hamburger Landesgrenze bis Witzhave), die L 160 (Braak–Trittau) und die L 92 (Lütjensee –Großensee).

Schulbusse sollen schon eher wieder durchfahren können

Trotz der Vollsperrung kommen die Anlieger der L 88 an den meisten Tagen weiterhin mit dem Auto zu ihren Grundstücken. Lediglich während der Neu-Asphaltierung sind Einschränkungen unvermeidbar, über die die Baufirma kurzfristig mit Handzetteln informiert. Die mancherorts nur 4,50 Meter breite Straße (Standard sind bei Landesstraßen 6,50 Meter) wird auch sicherer: Die Arbeiter verstärken Kurvenbereiche im Bankett, gleichen Zufahrten und Einmündungen an, erneuern die Markierungen.

Einer, der sich seit Langem für die L-88-Sanierung stark macht, ist der Pölitzer Bürgermeister Martin Beck (CDU). „Für die Einschränkungen während der Bauarbeiten hat hier im Dorf wohl jeder Verständnis“, sagt er. Lange genug hätten die Bürger gewartet, ständig sei er auf das Thema angesprochen worden. Autofahrer klagten wegen der Schlaglöcher über platte Reifen, verschrammte Felgen, Schäden an Stoßdämpfern. Immer wieder wies Beck beim Verkehrsministerium auf die unhaltbaren Zustände hin.

Auf der L 88 sind auch Schulbusse unterwegs. Ihnen soll es schon vor dem offiziellen Ende der Sperrung ermöglicht werden, die Strecke wie gewohnt zu nehmen, da der Unterricht nach den Sommerferien bereits am 20. August beginnt. Die malerische Lindenallee ist aber wohl Geschichte: Neuanpflanzungen sind bisher nicht geplant.