Stormarn
Spuren gesichert

Staatsschützer ermitteln nach Farbanschlag in Trittau

Das Niederlassungsgebäude von Rheinmetall in Trittau

Das Niederlassungsgebäude von Rheinmetall in Trittau

Foto: Elvira Nickmann

Rheinmetall im Visier von unbekannten Tätern: Zwei Metallschilder mit dem Logo des Unternehmens wurden mit Farbe besprüht.

Trittau.  Nach dem Farbanschlag gegen den Trittauer Standort des Unternehmens Rheinmetall Defence hat das Lübecker Kommissariat für politisch motivierte Straftaten und Staatsschutzdelikte (K 5) die Ermittlungen übernommen. „Die Spurensicherung ist abgeschlossen“, sagt Ulla Hingst, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Lübeck. Unbekannte hatten in der Nacht zu Dienstag an der Zufahrtsstraße zum Unternehmen zwei Metallschilder, auf denen das Firmenlogo abgebildet ist, großflächig mit roter Farbe besprüht. Zudem hinterließen der oder die Täter die Worte „Rheinmetall tötet“ auf der Straße.

„Das ist für uns kein Spaß“, sagt Oliver Hoffmann, Sprecher des Unternehmens mit Sitz in Düsseldorf. Der Sachschaden sei zum Glück aber nicht so groß. „Das kostet uns eine Flasche Reinigungsmittel“, sagt er. Am Firmengebäude seien keine Schäden entstanden.

Produktion von Effektmunition und Irritationskörpern

In der Trittauer Niederlassung arbeiten rund 200 Menschen. Sie produzieren laut Hoffmann Produkte für zivile und militärische Sicherheitskräfte. Zu den Kunden zählen die Bundeswehr, Bundes- und Landespolizei sowie Spezialeinheiten wie die GSG 9. „Wir stellen in Trittau Effektmunition und Irritationskörper her“, sagt Hoffmann. Darunter seien zum Beispiel Blendschockgranaten, die mit einem lauten Knall und sehr hellem Licht explodieren. Hoffmann sagt: „Sie werden im Anti-Terror-Kampf eingesetzt.“ In Trittau werden auch Nebelpatronen hergestellt. Die Polizei nutzt diese unter anderem bei Geiselnahmen, um dem Täter beim Zugriff die Orientierung zu nehmen. Ein weiterer Produktionsschwerpunkt sind laut Hoffmann Übungspatronen für die Ausbildung von Streitkräften, die Farbmarkierungen hinterlassen.

Für den zivilen Bereich stellt Rheinmetall Defence in Trittau Notsignalgeräte her, mit denen zum Beispiel in Seenot geratene Menschen auf den Meeren um Hilfe rufen können. Auch Messampullen für Heizkörper werden am Stormarner Standort produziert.