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Bildung

Bad Oldesloe: Ganztagsbetreuung wird ausgebaut

Das Ganztags-Team des Oldesloer Mehrgenerationenhauses Oase (v. l.): Steffi Söhndel, Andrea Kefrig-Blase, Birgit Freimann und Susanne Gottwald-Haas

Das Ganztags-Team des Oldesloer Mehrgenerationenhauses Oase (v. l.): Steffi Söhndel, Andrea Kefrig-Blase, Birgit Freimann und Susanne Gottwald-Haas

Foto: Finn Fischer

Mehr als die Hälfte der Grundschüler nutzt das Angebot in der Kreisstadt. Eltern haben weniger Zeit für ihre Kinder.

Bad Oldesloe.  An der Oldesloer Grundschule West (GW) hat sich die Zahl der Ganztagsschüler innerhalb von fünf Jahren verdoppelt, an der Klaus-Groth-Schule (KGS) sogar verdreifacht. Für das kommende Schuljahr rechnet das Mehrgenerationenhaus Oase, das den Ganztag an den beiden Schulen organisiert, mit insgesamt 325 zu betreuenden Kindern. Das sind mehr als 50 Prozent aller Schüler. Den Grund dafür sehen die Verantwortlichen in der Lebenssituation der Eltern. „Oft sind beide Elternteile berufstätig, müssen meist außerhalb arbeiten und haben dadurch weniger Zeit“, sagt Oase-Chefin Andrea Kefrig-Blase.

Vor fünf Jahren war laut einer nicht repräsentativen Oase-Umfrage bei elf Prozent der Schüler mindestens ein Elternteil nicht berufstätig. Mittlerweile sind es nur noch zwei Prozent, die schon ab mittags Zeit für ihre Kinder finden. 88 Prozent der befragten Eltern gaben an, dass sie ihre Kinder aufgrund ihrer Berufstätigkeit in den Ganztag geben.

Nachmittagsbetreuung wird immer weiter ausgebaut

In Bad Oldesloe wird die Nachmittagsbetreuung daher immer weiter ausgebaut. Kinder können an der GW und KGS mittlerweile aus 40 unterschiedlichen Kursen wählen und ihre Hausaufgaben erledigen. Manche Schüler sind erst um 17 Uhr zu Hause.

Als die Oase die Nachmittagsbetreuung an den Schulen übernahm, startete sie mit neun Teilzeitkräften, jetzt sind es schon 25. Und es wird weiter eingestellt. Während Betreuungskräfte noch relativ einfach zu finden sind – es gelten weichere Einstellungskriterien als in Kitas oder bei der Hortbetreuung –, fehlt es zunehmend an Räumen. Vor allem an der KGS: „Die Erst- und Zweitklässler sind noch nicht so selbstständig wie die größeren Kinder und brauchen eigene, feste Räume“, sagt die dortige Ganztagsleiterin Birgit Freimann. Im September wird die Oase daher mit einem Antrag in die Politik gehen. Dann wird über Container oder einen Anbau diskutiert.

Laut Oase-Umfrage sind Kinder und Eltern zufrieden

An der Grundschule West ist die Raumsituation entspannter. Dort kann mittlerweile die leerstehende Hausmeisterwohnung genutzt werden. Steffi Söhndel, Leiterin der dortigen Betreuung: „Wir haben dort einen Gruppen-, einen Werk- und einen Ruheraum.“

Mit dem Angebot sind Kinder und Eltern laut Oase-Umfrage zufrieden: Nur 5,6 Prozent der Schüler haben angegeben, ungern in die Nachmittagsbetreuung zu gehen.