Stormarn
Gaumenschmaus

Papst-Koch tischt im Waldhaus Reinbek auf

Kochen als Gemeinschaftserlebnis: Marco Müller (l.) setzt auf den puren Geschmack frischer Lebensmittel

Kochen als Gemeinschaftserlebnis: Marco Müller (l.) setzt auf den puren Geschmack frischer Lebensmittel

Foto: Lutz Jaekel / HA

Berliner Koch Marco Müller kommt zur Auftaktgala des Schleswig-Holstein Gourmet Festivals. Rezept für Abendblatt-Leser.

Reinbek.  Es sind noch gut zwei Monate, bis im Waldhaus Reinbek 160 Gäste auf höchstem Niveau verwöhnt werden. Am Freitag, 21. September, kochen gleich fünf Meisterköche bei der Auftakt-Gala des 32. Schleswig-Holstein Gourmet Festivals.

In der Berliner Weinbar Rutz (Chausseestraße 8) sorgte das Event schon jetzt für ersten Gesprächsstoff. Schließlich wird der 48 Jahre alte Sternekoch Marco Müller, Geschäftsführender Küchenchef im Rutz-Restaurant & Weinbar, im September mit vier Köchen aus Deutschland und Dänemark für einen Tag zur Küchenchef-Crew im Reinbeker Fünf-Sterne-Haus gehören.

Kaum hatte sich die Information verbreitet, meldeten sich schon die ersten Interessenten für die Gala im Kreis Stormarn. Marco Müller kam erst vor einigen Tagen aus dem Urlaub in Schleswig-Holstein nach Berlin zurück, wird im August stolzer Vater von Zwillingen und sagt: „Ich war schon gefühlte zehnmal beim Schleswig-Holstein Gourmet Festival und freue mich jetzt besonders auf das Waldhaus. Das kenne ich noch nicht.“

Fulminanter Mix aus vielen Länderküchen

Gemeinsam mit Iris Bettinger (Hotel Reuter in Rheda-Wiedenbrück), René Mammen (Substans im dänischen Aarhus), Alfred Schreiber (Der Seehof in Ratzeburg) und Christian Dudka (Waldhaus Reinbek) präsentiert Müller einen fulminanten Mix aus verschiedenen Länderküchen – nordisch, französisch, mediterran, regional-experimentell und euro-asiatisch.

Marco Müller, 1970 im brandenburgischen Babelsberg geboren, hat Verbindungen bis nach „ganz oben“. 2011 kochte er für Papst Benedikt XVI. und die Delegation aus dem Vatikan, als der Heilige Vater bei seiner 21. apostolischen Reise Deutschland und damit auch die Bundeshauptstadt besuchte. Müller gilt als „Produktfanatiker“. So jedenfalls bezeichneten ihn die Tester von Gault Millau, die ihn mit 18 von 20 Punkten auszeichneten.

Kochen mit regionalen Produkten aus Norddeutschland

Wer bei ihm speist, erlebt den puren Eigengeschmack der Lebensmittel. Gerade deshalb schätzt Müller, der mit zwei Michelin-Sternen gekrönt wurde, die regionalen Produkte aus Norddeutschland: „Hier schmeckt eine Kartoffel noch nach Kartoffel. Und die Fische kommen frisch aus dem Wasser. Die norddeutsche Küche ist einfach, gut gemacht. Sie geht keine Experimente ein“, so Müller gegenüber dem Abendblatt. Er plauderte auch über seinen rustikalen Favoriten: „landwerte Küche“ und Fischbrötchen bei einem Bier zu genießen. „Ich“, sagt er, „gehe im Norden gern essen. Zumal es dort die besten Lämmer in ganz Deutschland gibt.“

Rein vegetarisch ist ein Rezept, das der Sternekoch höchstpersönlich kreiert hat. Bislang ist der „Sommersalat mit gegrillter Wassermelone“ noch nicht veröffentlicht worden – exklusiv für Abendblatt-Leser wird es nun für laue Sommerabende publiziert (siehe rechts). Die Melonenscheiben kommen dafür nur ganz kurz auf den heißen Holzkohlegrill. „Dadurch“, sagt der 48-Jährige, „entwickelt sich ein wahnsinnig tolles Aroma.“

33 weitere Festival-Veranstaltungen sind geplant

Gemeinsam mit seiner Freundin, die aus Schleswig stammt, hat Marco Müller im Juni den Urlaub in Schleswig-Holstein verbracht. Das Paar fährt häufiger von Berlin an die Waterkant und an die Elbe. „Ich mag es, wenn mir der Wind um die Nase weht“, sagt Müller.

Wer einen Platz für die Auftaktgala im September im Waldhaus Reinbek bucht, darf auf ein kulinarisches Feuerwerk gespannt sein. Bis März 2019 folgen 33 weitere Veranstaltungen während des Schleswig-Holstein Gourmet Festivals.

Das Park Hotel Ahrensburg ist Ende Januar an der Reihe

Neben dem Waldhaus Reinbek wird auch das Park Hotel Ahrensburg zum Festival-Tempel. Ende Januar wird im Park Hotel der fränkische Sternekoch Benedikt Faust aus Würzburg erwartet. Seine Gerichte zeichnen sich durch mutige Kontraste aus. Scheinbar Unvereinbares wie Aalsüppchen und Schweinezunge erfahren unter seiner Hand eine unkonventionelle Liaison.

Veranstalter des Festivals ist der Verein Kooperation Gastliches Wikingerland. „Insgesamt werden 18 Gastköche aus Deutschland, Dänemark, Schweden und der Schweiz erwartet“, sagt Festival-Sprecherin Susanne Plaß. Die Preise der Menüs liegen inklusive Getränke zwischen 140 und 185 Euro.

Karten für die Auftaktgala kosten 185 Euro pro Person. Weitere Informationen: www.gourmetfestival.de. Buchungen können über die jeweiligen Häuser erfolgen.