Stormarn
Kultur

Musikerin plant neue Kulturstätte für Großensee

Die Opernsängerin Katharina Maria Kagel plant in einem Bauernhaus in Großensee eine kulturelle Begegnungsstätte.

Die Opernsängerin Katharina Maria Kagel plant in einem Bauernhaus in Großensee eine kulturelle Begegnungsstätte.

Foto: Melissa Jahn

Opernsängerin Katharina Maria Kagel will Hauskonzerte und Lesungen in intimen Rahmen in restauriertem Bauernhaus anbieten.

Grossensee.  „Ich bin keine Diva auf dem Silbertablett und möchte die klassische Musik entstauben“, sagt Katharina Maria Kagel. Die Opernsängerin aus Großensee plant, intime Hauskonzerte im Stil des vergangenen Jahrhunderts zu veranstalten und damit das kulturelle Angebot in ihrem Wohnort zu beleben. In einem alten Bauernhof mit Jugendstil-Elementen könnten schon bald Lesungen, eine Soirée mit Musik oder Nachwuchsmusiker Raum finden. Auch Kinderkonzerte oder ein Kinderchor sind möglich. „Statt immer das gleiche Publikum anzusprechen, möchte ich viele Menschen mitnehmen“, so Kagel. „Kultur kann so greifbar und erlebbar werden.“

Zwischen Bauplane, Leitern und Staub ist zurzeit viel Fantasie gefragt, um sich einen lauschigen Veranstaltungsort vorstellen zu können. Für Katharina Maria Kagel, die bereits in dritter Familiengeneration als Sängerin wirkt, ist dies kein Problem. „Ich war sofort begeistert, als ich von dem Mietobjekt erfahren habe“, so Kagel. „Es entspricht in allen Einzelheiten meinen Vorstellungen.“

Bereits als Kind zog es sie an den Großensee

Aufgewachsen in einer Jugendstilvilla in Hamburg-Rahlstedt, radelte Katharina Maria Kagel oft mit dem Fahrrad zum Großensee. Bereits damals entstand der Wunsch, hier eines Tages zu wohnen. Diesen Traum erfüllte sich die 44 Jahre alte Künstlerin bereits vor zehn Jahren, als sie zusammen mit ihrem Lebensgefährten in das 1758-Einwohner-Dorf zog – und hier auch den Gute-Laune-Chor „S(w)inging Großensee“ gründete.

„Ich habe entbehrungsreiche Jahre hinter mir, die mich geprägt haben“, sagt Katharina Maria Kagel. „Umso mehr freue ich mich heute über die schönen Dinge des Lebens.“

Sie war Wagner-Stipendiatin, trat am Staatstheater in Schwerin auf und sang die Brünnhilde in Richard Wagners „Der Ring des Nibelungen“. Doch die Suche nach einem festen Engagement war schwierig, sagt Kagel. „Ich habe gekämpft und mein Ziel nie aus den Augen verloren: etwas mit Musik zu machen und Menschen damit zu erreichen.“

Kagel hat große Pläne für den Bauernhof

Dies ist auch das Ziel, welches die Opernsängerin mit der Renovierung des Bauernhofes aus dem Jahr 1906 verfolgt. Verwaltet wird der Komplex, zu dem mehrere Häuser gehören, heute von einer Stiftung. Statt riesigen Räumen mit Eventcharakter entdeckte die Opernsängerin hier ein kleines, musisches Schmuckstück. Und in genau diesen Räumen sang vor acht Jahren bereits ein ehemaliger Kollege ihres Vaters. „Das ist ein toller Zufall“, sagt Katharina Maria Kagel. „Einige Nachbarn konnten sich noch erinnern und haben mit einem Strahlen in den Augen davon berichtet.“ Kagel sieht dies als große Chance und hat mit dem alten Haus vielfältige Pläne. „Auf kleinem Raum ist Kultur zum Anfassen möglich“, so die Opernsängerin. „Mein Talent ist es, Emotionen zu vermitteln und das Publikum mitzunehmen – in eine Welt der Kultur und Musik.“ Im Herbst soll der Umbau beendet sein. Spätestens mit einem Adventskonzert könnte dann alles starten.

Nächstes Konzert: Fr 13.7., 19.30, „Gays in Space II“, Konzert mit Schola Cantorosa und als Gastchor S(w)inging Großensee, Gemeindesaal der Christuskirche Hamburg-Wandsbek, Robert-Schuman-Brücke 1