Stormarn
Bank-Geheimniss

Ein Kämpfer für ein freundliches Miteinander

Der Banker und Lions-Präsident Dirk Möller ( l. ) auf der Abendblatt-Dachterasse im Gespräch mit Redakteur Edgar S. Hasse.

Der Banker und Lions-Präsident Dirk Möller ( l. ) auf der Abendblatt-Dachterasse im Gespräch mit Redakteur Edgar S. Hasse.

Foto: Klaus Bodig / HA

In unserer Serie treffen Stormarner auf einer Bank. Heute: Lions Club-Präsident Dirk Möller aus Bargteheide.

Tremsbüttel/Hamburg.  Jeden zweiten Dienstag im Monat treffen sich die 35 Herren des Lions Club Stormarn auf Schloss Tremsbüttel. Zwischen historischen Gemälden, Spiegeln und unter einer imposanten Stuckdecke reden die Lionsfreunde, deren Mitglieder aus den unterschiedlichsten Berufszweigen kommen, zunächst über Interna des ältesten Clubs dieser Art im Kreis Stormarn .

Danach serviert die Schlossküche das Abendessen. Spargel mit Sauce Hollandaise oder Wild, je nach Saison. Wie es weitergeht, erzählt der neue Präsident des Lions Clubs Stormarn, Dirk Möller. Der 51-jährige Banker ist seit dem 28. Juni im Amt und sitzt gerade auf einer Bank mitten in Hamburg. Auf der Dachterrasse des Abendblatts unweit seines Büros in der Commerzbank erzählt der Finanzexperte für Großkundenbetreuung darüber, was ihn als Lions-Präsident motiviert und wie die Treffen verlaufen.

Möller weiß jeden Spenden-Cent zu würdigen

Sein Programm bringt er so auf den Punkt: „Es ist mir ein großes Anliegen, im freundschaftlichen Miteinander für die Unterstützung Hilfsbedürftiger und für die Förderung begabter Jugendlicher zu arbeiten“, sagt Möller, der in Bargteheide wohnt und seit elf Jahren in der Commerzbank Hamburg arbeitet.

Während er als Banker mit großen Unternehmen und Konzernen zusammenarbeitet und dabei teilweise mit beträchtlichen Beträgen zu tun hat, geht es im 1960 gegründeten Lions Club Stormarn eher um Spenden oder Fördermittel in drei- oder vierstelliger Höhe. Obwohl Welten zwischen diesen Summen liegen, weiß Möller jeden Spenden-Cent zu würdigen. „Schließlich tun wir Lions Gutes damit. Wir kommen immer dann ins Spiel, wenn es keine anderen Unterstützer gibt.“

Ehefrauen und Partnerinnen stark eingebunden

Möller zieht auf der Dachterrasse einen Zettel aus dem Sakko. Darauf stehen die Zahlen der Geldbeträge, mit denen der Lions Club Stormarn im vergangenen Jahr Projekte finanziert hat. Von den Erlösen aus dem Event „Rock am Schloss“ bekam zum Beispiel der Kreisjugendring 1.500 Euro für die Aktion „Kein Kind ohne Ferien“ oder der Kinderschutzbund 3000 Euro für den Familienhilfe Notfonds.

Über solche Themen berät die Herrenrunde jeden zweiten Dienstag im Monat auf Schloss Tremsbüttel noch vor dem Abendessen. Als neuer Präsident muss Möller diesen monatlichen Clubabend organisieren und auch den zweiten Teil der Veranstaltung planen. Denn dann sprechen fast immer hochkarätige Referenten aus Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft, so will es die Tradition. Nach 22 Uhr, sagt der Präsident, sei Schluss. Schließlich müssten die Mitglieder – auch die Frauen sind bei den Vorträgen als Zuhörer willkommen – noch nach Hause fahren. Die Ehefrauen und Partnerinnen seien auch traditionell stark eingebunden in die Aktivitäten des Clubs.

Weltweit 1,4 Millionen Mitglieder in 47.000 Clubs

Im Unterschied zu den anderen Lions in Stormarn ist Möllers Club nicht an eine Stadt oder Kommune im Kreis gebunden. „Wir haben auch Mitglieder aus Reinfeld, Ahrensburg und Zarpen dabei.“ Der neue Präsident wünscht sich neue Mitglieder. Das Durchschnittsalter liegt derzeit bei rund 55 Jahren. Da ist noch Luft – nach unten. „Wer sich für die Arbeit und Ziele der Lions-Organisation interessiert, kann gern Kontakt mit uns aufnehmen“, sagt er. Allerdings entscheidet der Club darüber, ob ein Beitritt erfolgen kann. Erwartet wird auch eine finanzielle Unterstützung für ausgewählte Projekte. Für den Vater zweier Erwachsener Kinder, der mit - wie kann es anders sein – einer Bankerin verheiratet ist – gehört es zur Selbstverständlichkeit, anderen Menschen zu helfen. „Uns geht es gut und ich bin in einer intakten Familie wohlbehütet aufwachsen“, sagt der gebürtige Schleswig-Holsteiner. „Deshalb möchte ich der Gesellschaft etwas zurückgeben.“

Das 1917 in den USA gegründete regionale und globale Netzwerk der Lions, die weltweit 1,4 Millionen Mitglieder in rund 47.000 Clubs zählen und für das Motto „We Serve“ (Wir dienen) stehen, hilft den engagierten „Löwen“ bei ihrem vielfältigen sozialen Engagement. Längst, sagt Möller, sind daraus auch private Freundschaften entstanden– Kraftquelle für neue Projekte. Um das gute Miteinander stetig zu fördern, gibt es für die Lions nach dem Schloss-Abend einen weiteren festen Termin pro Monat. „Das ist unser Hausabend“, sagt Möller. Jeder aus dem Club, der dazu in der Lage ist, lädt die anderen in die eigenen vier Wände ein. Bei gut 30 Gästen kann es manchmal eng werden, aber „Platz ist in der kleinsten Hütte“, meint der Präsident und plaudert auch darüber, was es abends zu speisen gibt: Suppe oder Schnittchen. Mehr nicht. Es soll ja kein Wettbewerb der Hausmänner und Hausfrauen entstehen. Bei den Möllers in Bargteheide gab es übrigens Kürbissuppe. Danach hält der Gastgeber, so will es das Ritual, einen Vortrag zu einem Thema seiner Wahl. Gegen 22.30 Uhr ist der Hausabend beendet.

Rock am Schloss startet am 25. August

Als nächstes steht ein großes Konzert bevor, das längst im Kreis Stormarn zum perfekten Sommergefühl dazugehört: Rock am Schloss, diesmal mit der Gruppe „Stone“ und den „Days of Northern Lights“. Das 16. Benefizkonzert des Lions Club Stormarn steigt am 25. August .. Auch in diesem Jahr stellt Martin Freiherr von Jenisch eine Fläche am Schloß Blumendorf kostenlos zur Verfügung, freut sich Dirk Möller.

Ebenfalls im August folgt ein Tennis-Turnier mit den Rotariern in Bad Oldesloe, zum 30. Mal übrigens. Neben dem freundschaftlichen Miteinander beider Clubs geht es auch darum, jedes Mal gemeinsam einen Beitrag zur sportlichen Förderung von Kindern in Bad Oldesloe zu spenden. Und dann steigt zur Weihnachtszeit die traditionelle Tombola für einen guten Zweck. Am 30. Juni 2019 endet die Amtszeit von Präsident Möller. Diese Funktion sei stets auf ein Jahr begrenzt – so viel Demokratie ist bei den Lions selbstverständlich.