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Bad Oldesloe

Schäden am Kunstrasen: Wie reagiert die Politik?

Bürgermeister Jörg Lembke ließ den Kunstrasenplatz am Exer vor einigen Tagen wegen Verletzungsgefahr durch Glassplitter sperren

Bürgermeister Jörg Lembke ließ den Kunstrasenplatz am Exer vor einigen Tagen wegen Verletzungsgefahr durch Glassplitter sperren

Foto: Finn Fischer / HA

In Bad Oldesloe befeuert eine neuerliche Party auf dem Platz am Exer eine Diskussion über Schutz vor Vandalismus

Bad Oldesloe.  Zersplitterte Glasflaschen, Brandlöcher, Müll: Es ist erst wenige Tage her , dass Jugendliche auf dem Kunstrasenplatz am Oldesloer Exer nach dem Stadtfest schwere Schäden verursachten. Die Verunreinigungen wurden beseitigt, eine vorübergehende Sperrung aufgehoben. Doch nun wurde der Sportplatz erneut für eine Party genutzt, zerbrochenes Glas hinterlassen.

Das befeuert eine politische Debatte, ob das Gelände durch einen Zaun vor Vandalismus geschützt werden muss. Soweit will die CDU noch nicht gehen, die bei der Sanierung des Platzes vor fünf Jahren für einen Zaun mit abschließbarer Tür gestimmt hatte: „Wir werden uns bei der nächsten Fraktionssitzung auch über den Platz unterhalten“, sagt CDU-Fraktionssprecher und Vorsitzender des Bildungs-, Sozial- und Kulturausschusses, Martin Nirsberger. Was dabei herauskommen wird, sei unklar. Fest stehe: „Das Thema wird im Ausschuss diskutiert werden.“

Reinigung nach Stadtfest hat mehr als 3000 Euro gekostet

Als der Kunstrasenplatz gebaut wurde, wollten CDU und FBO einen Zaun. Immerhin hatte die Sanierung der Sportstätte 600.000 Euro gekostet. Die SPD war und ist dagegen. „Wir sind noch weit weg davon, einen Zaun errichten zu müssen“, sagt Fraktionschef Björn Wahnfried. Es sei ein toller Treffpunkt, das müsse so bleiben. „Leider gibt es immer ein paar Leute, die sich idiotisch benehmen“, sagt Wahnfried. Er sieht die Stadtverwaltung in der Pflicht: „Dass sich während des Stadtfestes auf dem Platz Jugendliche treffen werden, war abzusehen. Das nächste Mal sollte er vielleicht kurzfristig gesperrt werden.“

Die Reste der Partynacht zu entfernen dauerte eine Woche. Eine Spezialfirma rückte an, um die Glassplitter vom Granulat zu trennen. Die Reinigung kostete mehr als 3000 Euro. Die Brandflecken werden erst nach dem Vogelschießen Anfang Juli ausgebessert. Die von der SPD vorgetragene Kritik an der Verwaltung lässt Bürgermeister Jörg Lembke nicht gelten: „Es war beschlossen worden, dass der Platz öffentlich und jederzeit zugänglich sein soll. Das setze ich um.“ Dass jetzt Fragen aufkommen, könne er nicht verstehen: „Alles, was jetzt passiert ist, war von vornherein klar.“ Grundsätzlich ist der Bürgermeister für den öffentlichen Treffpunkt, stellt aber heraus: „Einen uneingeschränkt öffentlichen Kunstrasenplatz gibt es kein zweites Mal in Schleswig-Holstein.“ Solange von der Politik keine neue Entscheidung getroffen wird, bleibt der Platz zu jeder Zeit geöffnet.

Ob die Besucher die Rauch- und Grillverbote einhalten, wird laut Lembke allenfalls sporadisch überprüft: „Wir haben dafür kein Personal. Und die Polizei ist nicht zuständig.“ Die Oldesloer müssten sich darauf einstellen, dass der Kunstrasen in ein paar Jahren saniert werden muss – für einen hohen sechsstelligen Betrag. Lembke: „Vielleicht sollten andere Bolzplätze im Stadtgebiet attraktiviert werden, um so etwas Druck von diesem Platz zu nehmen.“