Stormarn
Barsbüttel

Tennisclub hat neues Konzept für Stromverkauf

Manfred Isler (v.l.), Helmuth Benkel und Karl-Heinz Flügge vom TCB

Manfred Isler (v.l.), Helmuth Benkel und Karl-Heinz Flügge vom TCB

Foto: René Soukup / HA

Barsbütteler Verein plant Fotovoltaik-Anlage auf Hallendach, muss dafür aber die Politiker überzeugen.Erster Anlauf war gescheitert.

Barsbüttel.  Der Tennisclub Barsbüttel (TCB) hält an seinem Vorhaben fest, eine Fotovoltaik-Anlage auf dem Hallendach zu installieren, um die Gemeinde mit Ökostrom zu versorgen und Geld in die Vereinskasse zu spülen. Dafür muss allerdings die Politik zustimmen. Wie berichtet, war ein erster Anlauf gescheitert. Nun hat das Team um Vorstandschef Helmuth Benkel ein neues Konzept erarbeitet, will damit alle Bedenken zerstreuen. „Ich bin optimistisch“, sagt der 67-Jährige.

Der TCB ist auf das Wohlwollen der Entscheidungsträger angewiesen, weil er auf einem Erbbaugrundstück aktiv ist, das Barsbüttel gehört. Der Knackpunkt sind 30.000 Euro. Diese Summe müsste die Gemeinde für den Abbau der Module zahlen, wenn der Club zerfällt. Dann nämlich wäre die Halle Eigentum der Kommune. Die Parteien wollen aber kein Risiko eingehen. Sie waren auch nicht von der Idee zu überzeugen, 15.000 Quadratmeter Dachfläche auf gemeindeeigenen Immobilien an eine Solaranlagenfirma zu verpachten, die dafür Kosten einer Demontage auf der Tennishalle übernommen hätte.

Ein Jurist prüft neuen Finanzierungsvorschlag

Deshalb kontaktierte Benkel schon vor Monaten den damaligen Bürgervorsteher Friedrich-Wilhelm Tehge (CDU) und regte ein Treffen hinter verschlossenen Türen mit Politikern an. Jetzt kam es zur Zusammenkunft. Dabei waren zwei Vereinsvertreter, SPD-Fraktionschef Hermann Hanser, Tehge und Bürgermeister Thomas Schreitmüller. Benkel präsentierte eine neue Variante in Sachen Finanzen. „Wir möchten von unseren Vermögenswerten 30.000 Euro an die Gemeinde abtreten. Das könnte bei einer Insolvenz dann verrechnet werden, um Risiko für Barsbüttel auszuschließen“, sagt der TCB-Vorsitzende. Ob das möglich sei, werde nun von einem Juristen geprüft.

Der Vertrag zwischen Kommune und TCB beinhaltet eine Klausel: Sollte sich der Verein auflösen oder Insolvenz anmelden, tritt der sogenannte Heimfall ein. Das Erbbaurecht wäre erloschen, die Gemeinde wieder Herr des Geländes. Zum Ausgleich der geschaffenen Werte durch den Club müsste Barsbüttel allerdings zwei Drittel des Verkehrswertes zahlen – um etwa Verbindlichkeiten zu bedienen. Dieser setzt sich zum Beispiel aus Halle, Außenplätzen und Vereinsheim zusammen. Ein Gutachter hat dafür 492.850 Euro ermittelt. Ein entsprechender Entwurf muss überarbeitet werden. Benkel: „Ich schätze, dass wir bei 550.000 Euro liegen.“

Im September sollen Politiker über das Projekt beraten. Dann wird ihnen ein neuer Vertrag vorgelegt. Tehge sagt: „Wenn uns keine Nachteile entstehen können, wird die Gemeinde wohl zustimmen.“ Für die Halle ist eine 235.000 Euro teure Solaranlage angedacht. Eine Fachfirma pachtet das Dach, baut, finanziert, verwaltet die Anlage und verkauft Parzellen an Investoren. Jährlich sollen 189.000 Kilowattstunden erzeugt werden, das entspricht dem Strombedarf von 50 Einfamilienhäusern. Dem Tennisclub sind jedes Jahr 1400 Euro Mieteinnahmen versprochen.