Stormarn
Gewässer

Ahrensburger Feuerwehr kämpft gegen Fischsterben

Die Feuerwehr kümmert sich um die Belüftung des Gewässers. 

Die Feuerwehr kümmert sich um die Belüftung des Gewässers. 

Foto: Johanna Helbing / HA

Lang anhaltende Trockenheit und Wetterlage vom Wochenende sorgten für Sauerstoffmangel im Schlossgraben. Retter stundenlang im Einsatz.

Ahrensburg.  An der Wasseroberfläche des Schlossteichs schwimmen drei Karpfen. Sie schnappen nach Luft. Dass sie wieder atmen können, haben sie der Feuerwehr zu verdanken. Aufgrund des Wetters ist der Sauerstoffgehalt im Wasser so stark gesunken, dass für die Fische Lebensgefahr bestand.

Zu hohe Temperaturen und zu viele Pollen sind die Ursache

„Durch die lange Trockenheit haben sich auf Straßen, Dächern und Freiflächen vermehrt organische Partikel aus der Luft wie beispielsweise Pollen abgelagert. Durch den Regen des Wochenendes sind diese dann mit einem Schwung in die Gewässer gespült worden. Dadurch wird die Sauerstofflöslichkeit des Wassers gesenkt“, sagt Michael Paul von der Stadtentwässerung Ahrensburg. Gelöster Sauerstoff ist für Fische jedoch essenziell. Sie benötigen eine Mindestkonzentration davon im Wasser zum Überleben.

„Mit steigender Temperatur sowie mit steigender Zahl an Organismen nimmt die Löslichkeit des Sauerstoffs im Wasser ab“, sagt Joachim Schulz vom Naturschutzamt. Denn: „Bei Wärme ist der Verbrauch größer.“ Durch Regen gelange normalerweise zwar Sauerstoff ins Wasser, doch je länger es zuvor trocken war, desto größer die Gefahr, dass Partikel in die Gewässer geschwemmt werden.

Den akuten Sauerstoffmangel im Schlossteich hatte am frühen Montagmorgen ein Mitglied des Ahrensburger Anglervereins dem Teichwart Walter Hans gemeldet. Drei oder vier tote Fische hatte er im Schlossteich gesehen. Hans informierte umgehend die Stadt, die schickte Mitarbeiter der Stadtentwässerung zu einer Messung. „Der Sauerstoffgehalt lag bei 0,5 Milligramm pro Liter“, sagt Hans. „Hätten wir nicht sofort gehandelt, wären noch viel mehr Fische verendet.“ Ein Wert von vier Milligramm Sauerstoff pro Liter Wasser gelte für Fische als erstrebenswert, sagt Michael Paul von der Stadtentwässerung, der zusammen mit einem Mitarbeiter für die Messung zuständig ist.

Helfer der Wehr beendeten ihren Einsatz erst gegen 17 Uhr

Zur Erhöhung des Sauerstoffgehalts muss das Wasser belüftet werden. Dafür wird eine sogenannte Tragkraftspritze eingesetzt, die Wasser durch einen Feuerwehrschlauch aus dem Gewässer herauspumpt und anschließend wieder in das Wasser hineinspritzt. „Der Vollstrahl wirbelt das Wasser auf, so kommt wieder Sauerstoff hinein“, sagt Feuerwehrmann Christian Steinberg. Zu Beginn der Belüftung gegen 10.40 Uhr seien zehn Einsatzkräfte vor Ort gewesen. Gegen Mittag waren es noch fünf Feuerwehrmänner mit zwei Fahrzeugen.

„Die Fische scheinen sich wieder wohler zu fühlen“, sagt Steinberg mit Blick auf die Wasseroberfläche. „Wenn man sie nicht sieht, ist das ein gutes Zeichen.“ Benötigen die Fische Sauerstoff, schwimmen sie zur Oberfläche. „Die haben am Vormittag alle mit der Schnauze aus dem Wasser geguckt und nach Luft geschnappt“, sagt Teichwart Walter Hans. Bei der zweiten Messung, die um 14.30 Uhr erfolgte, lag der Höchstwert des Sauerstoffgehalts bereits bei drei Milligramm pro Liter. „Das ist für Fische ganz ok“, sagt Michael Paul zum Abendblatt. „Wenn die Sauerstoffwerte auf diesem Niveau bleiben, dann besteht keine Gefahr mehr.“

Der Schlossteich ist bisher das einzige Ahrensburger Gewässer, dass in diesem Jahr vom Sauerstoffmangel betroffen ist. „Ich habe so etwas hier noch nie erlebt“, so Michael Paul. Der Einsatz der Feuerwehr dauerte bis etwa 17 Uhr und war schlussendlich erfolgreich. Paul: „Erst wenn die Fische wieder an die Oberfläche kommen, um nach Luft zu schnappen, ist es ein Zeichen dafür, dass der Zustand des Wassers im Teich wieder schlechter ist.“