Stormarn
Trittau

Neuer Förster für 1450 Hektar Hahnheide-Wald

Der neue und der alte Förster der Trittauer Hahnheide: Dirk Prigge (l.) übernimmt ab sofort den Posten von Michael Hansen

Der neue und der alte Förster der Trittauer Hahnheide: Dirk Prigge (l.) übernimmt ab sofort den Posten von Michael Hansen

Foto: Melissa Jahn

Der neue Förster der Trittauer Hahnheide, Dirk Prigge, will „bis zur Rente bleiben“. Vorgänger Dieter Hansen geht in den Ruhestand.

Trittau.  Dirk Prigge ist der Neue im Revier. Der Förster ist ab sofort für 1450 Hektar Wald in der Hahnheide bei Trittau zuständig – eines der größten zusammenhängenden Gebiete der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten. Sein Vorgänger Michael Hansen geht nach fast 50 Jahren Dienst in den Ruhestand – er war davon mehr als 35 Jahre im Kreis Stormarn tätig.

„Forstwirt ist mehr als ein Job“, sagt Michael Hansen. „Das lebt man.“ Ohne festen Feierabend und mit wenig Abstand, weil das Forsthaus für viele Waldbesucher ein wichtiger Anlaufpunkt bei Wünschen und Fragen sei. Doch wer den Beruf als Berufung sieht, der verspüre weder Last noch Mühe, sagt der 65 Jahre alte Förster. Seit 1982 war Hansen für das Gebiet in der Hahnheide zuständig und übernahm mit den Jahren Verantwortung für immer mehr Fläche. Denn in dieser Zeit wurde die Zahl der zuständigen Förstereien aus Kostengründen fast halbiert.

Prigge will Wald fit für Zukunft machen

Geschätzt eine halbe Million Bäume hat Michael Hansen in dieser Zeit gesät und gepflanzt. Und dabei den Fokus auf die drei Säulen der Försterei gelegt: Den Wald unter wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Aspekten zu betrachten. „Das Gebiet in der Hahnheide ist eines der vorratsreichsten Forste in ganz Schleswig-Holstein“, so Hansen. „Gleichzeitig wird es gerne als Naherholungsgebiet genutzt, während 320 Hektar zudem unter Naturschutz stehen.“

Eine Herausforderung, der sich nun Dirk Prigge stellen muss. Er zieht mit Frau, Tochter und Hund Cleo in das Haus aus dem Jahr 1887, mitten in den Wald. Dies ist für den 37 Jahre alten Forstwirt kein Problem: „Ich bin kein Stadtmensch, sondern sehr naturverbunden. Die Stelle in Stormarn ist ein absoluter Volltreffer.“ Sein Plan sei es, den Wald fit für die Zukunft und den Klimawandel zu machen. „Schon jetzt sind Auswirkungen spürbar, Bäche versiegen, Bäume stehen unter Stress und Stürme nehmen zu.“ Statt alle sechs bis neun Jahre bildeten Eichen heute alle zwei Jahre viele Früchte aus, sagt Hansen. „Dies ist ein Zeichen, dass etwas nicht stimmt. Die Pflanzen blühen stärker, um ihre Art zu erhalten.“

Auch die anhaltende Dürre stelle ein Problem dar. Zwar sei die Hahnheide zu großen Teilen ein Mischwald-Gebiet, doch es gebe auch kleinere Nadelwaldbestände. „Hier gilt es aufzupassen“, so Prigge. „Trockene Kiefern können nicht nur leicht brennen, sondern abgestorbene Bäume auch die Vermehrung des Borkenkäfers begünstigen.“ Dies sei eines von zahlreichen Beispielen, wo Ökologie gegen Ökonomie gut abgewogen werden müsse. Eine Aufgabe, der sich Dirk Prigge gerne stellt: „Förster war für mich immer Berufswunsch Nummer eins. Ich möchte hier bis zur Rente bleiben.“