Stormarn
Oststeinbek

Investor ändert nach Hochwasser Bauplan für Wohnungen

Viel Platz zum Verweilen im Außenbereich: So soll die Seniorenwohnanlage an der Brückenstraße in Oststeinbek aussehen

Viel Platz zum Verweilen im Außenbereich: So soll die Seniorenwohnanlage an der Brückenstraße in Oststeinbek aussehen

Foto: Stefan Krüger Computergrafik / HA

Die Seniorenwohnungen am Forellenbach sollen nach einem Experten-Treffen versetzt werden. Grund ist das Hochwasser am Himmelfahrtstag.

Oststeinbek.  Rund drei Stunden tagten fünf Fachplaner sowie Hartmut Thede, Leiter der Projektentwicklung beim Unternehmen Semmelhaack mit Sitz in Elmshorn. Dann stand fest: Der Investor wird seine Pläne für Seniorenwohnungen auf einer Wiese gegenüber der Feuerwache an der Brückenstraße in Oststeinbek ändern. Grund ist das Hochwasser am Himmelfahrtstag.

Teile des Areals, das an den Forellenbach grenzt, wurden stark überflutet. „Wir werden die Gebäude um fünf Meter nach hinten versetzen. Damit sind wir aus dem kritischen Bereich raus“, sagt Thede. Die Firma will 80 Einheiten in fünf Häusern bauen lassen. Das Investitionsvolumen liegt bei rund 15 Millionen Euro. In Sachen Grundstückskauf gibt es aber noch Unklarheiten.

Oststeinbek war vom Starkregen am 10. Mai besonders stark betroffen. Zahlreiche Häuser wurden beschädigt, Gehwege und Grundstückszufahrten unterspült. Etliche Keller liefen voll. Die Feuerwehr war im Dauereinsatz. Bei Anwohnern der Uferstraße, deren Immobilien vom geplanten Neubau durch den Bach getrennt sind, drang das Wasser durch die Bodenplatte. Wie berichtet, hatten sich einige von ihnen über den zuletzt präsentierten Entwurf echauffiert. Sie fürchten durch zu nahe Gebäudeanordnung an das Gewässer aufgrund der Versiegelung eine höhere Überflutung ihrer Grundstücke bei ähnlichen Wetterkapriolen.

Semmelhaack spricht Ende Juni mit Kreisbaudirektor

Diese Bedenken entkräftete Volker Terppé von der Unteren Wasserbehörde des Kreises, der sich mit dem Vorhaben befasst. Wenn sich Thede an den Vatertag erinnert, spricht er von einem „Jahrhundertereignis“. Danach stellte das Wohnungsunternehmen den Entwurf auf den Prüfstand und überarbeitete das Projekt. „Ende Juni haben wir deswegen einen Termin beim Kreisbaudirektor“, sagt Thede. Zeitgleich sei der Start für die Beteiligung der Träger der öffentlichen Belange geplant und demnach alle Fachbehörden mit im Boot. Die Seniorenwohnungen sollen auf einer 1,8 Hektar großen Fläche entstehen, dafür muss Semmelhaack Grundstücke dreier Eigentümer kaufen. Mit einem Landwirt aus dem Ortsteil Havighorst ist Einigkeit erzielt und der Vertrag unterschrieben. Ein weiterer Bereich gehört der Gemeinde.

Sie hat sich jüngst einen Wert vom Gutachterausschuss des Kreises übermitteln lassen. Die exakte Zahl will Bürgermeister Jürgen Hettwer nicht verraten. „Weil wir demnächst mit dem Investor darüber verhandeln, aber er liegt unter 200 Euro pro Quadratmeter“, so der Verwaltungschef. Dabei gehe es um sogenanntes Bauerwartungsland. Das ist günstiger als Bauland, weil es für das Gebiet keinen Bebauungsplan gibt.

30 Prozent der Wohnungen sind öffentlich gefördert

Einen solchen muss die Politik beschließen. Die Parteien in Oststeinbek stehen hinter dem Projekt. Der Aufstellungsbeschluss für den B-Plan ist gefasst. „Ich gehe davon aus, dass es auch umgesetzt wird“, sagt Hettwer.

Schwierig gestaltet es sich für Semmelhaack offenbar, eine Übereinkunft mit einem Privateigner zu erzielen. Sein kleines Grundstück ist als sogenannte Retentionsfläche angedacht, ein Ausbreitungsgebiet bei Überschwemmungen. Nach Abendblatt-Informationen hat der Oststeinbeker Baulandpreise aufgerufen, die das Wohnungsunternehmen nicht zahlen will. „Wir sind da dran“, sagt Hartmut Thede. Ein Verzicht auf dieses Grundstück sei möglich und würde das Vorhaben nicht gefährden.

Semmelhaack will die Seniorenanlage mit Wohnungen zwischen 50 und 85 Quadratmeter Größe ausstatten, die ausschließlich zu mieten sind. Die öffentlich geförderte Quote beträgt 30 Prozent. Partner und zuständig für das Pflege- und Betreuungskonzept ist das Reinbeker Bismarck-Seniorenstift. Es können auch ältere Menschen einziehen, die keine Hilfe benötigen.