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Lkw erfasst Mädchen auf Fahrrad beim Abbiegen

An der Kreuzung Reeshoop/Bei der Doppeleiche in Ahrensburg ist eine 15-Jährige bei einem Unfall verletzt worden. Ein Lkw-Fahrer hat die Schülerin beim Abbiegen übersehen

An der Kreuzung Reeshoop/Bei der Doppeleiche in Ahrensburg ist eine 15-Jährige bei einem Unfall verletzt worden. Ein Lkw-Fahrer hat die Schülerin beim Abbiegen übersehen

Foto: Hinnerk Blombach / HA

Lkw-Fahrer übersieht Schülerin beim Abbiegen. An der Kreuzung gab es schon mehrere Unfälle. Bisher keine Planungen für Umgestaltung.

Ahrensburg.  Bei einem schweren Verkehrsunfall in Ahrensburg ist am Mittwochmorgen ein 15 Jahre altes Mädchen verletzt worden. Laut Polizei war die Jugendliche gegen 7.50 Uhr mit ihrem Fahrrad auf dem Weg zur Schule und fuhr auf der Straße Bei der Doppeleiche in Richtung Fritz-Reuter-Straße. An der Kreuzung gegenüber der Star-Tankstelle wurde sie von einem Lastwagen erfasst, der nach rechts in die Straße Reeshoop abbiegen wollte und dabei nach Angaben der Polizei das Mädchen offensichtlich übersah. Die Ampeln zeigten zu dem Zeitpunkt für beide Grün.

Sofort eilten Notarzt, Rettungswagen und Polizei zum Unfallort. Das Mädchen wurde nach Auskunft der Rettungsleitstelle in Bad Oldesloe schwer verletzt und vom Notarzt in eine Klinik gebracht. Noch eine Stunde nach dem Unfall waren die Beamten vor Ort mit der Spurensicherung und der Befragung des sichtlich geschockten Lkw-Fahrers beschäftigt. Später teilte die Polizei mit, dass die Schülerin mittlerweile als leicht verletzt gilt. „Das bedeutet, sie wird nicht länger als 24 Stunden im Krankenhaus bleiben müssen“, sagt Sprecher Holger Meier.

Kreuzung ist häufig eng und unübersichtlich

Es ist nicht das erste Mal, dass es an dieser Kreuzung zu einem solchen Unfall kam. Insbesondere morgens im Berufsverkehr, wenn dazu noch die vielen Schüler in Richtung der Selma-Lagerlöf-Gemeinschaftsschule, der Grundschulen Am Reesenbüttel und Am Schloss sowie des Schulzentrums Am Heimgarten unterwegs sind, ist es dort nach Augenzeugenberichten häufig eng und unübersichtlich. Nach Auskunft der Polizei gilt die Kreuzung derzeit nicht als Unfallschwerpunkt. Im laufenden Jahr gab es laut Meier einen weiteren Unfall, 2017 waren es zwei. „Aber 2014 war die Kreuzung ein Unfallschwerpunkt“, sagt er. In dem Jahr wurden sechs Unfälle gezählt.

Da der Bereich momentan nicht als Unfallschwerpunkt gelte, gebe es bisher keine Planungen zu einer eventuellen Umgestaltung, sagt Rathaussprecherin Imke Bär. Wenn die Polizei der Verwaltung mitteile, dass der Unfall wegen der baulichen Gestaltung der Kreuzung passiert sei, „würde die Stadt mit Sicherheit darauf mit geeigneten Maßnahmen reagieren“, so Bär. „Bisher liegt ein solcher Hinweis jedoch nicht vor.“

Der Vorfall erinnert an den schweren Fahrradunfall Anfang Mai in Hamburg, bei dem eine 33-Jährige von einem abbiegenden Lastwagen überfahren wurde und starb. Zahlreiche Radfahrer protestierten danach. Politiker und Verbände fordern seitdem einen verpflichtenden Einbau von Abbiegeassistenten bei Lkw. Sensoren warnen dann die Fahrer, wenn sich neben ihnen Fußgänger, Radfahrer, Motorroller oder Autos im toten Winkel befinden.