Stormarn
Kommunalpolitik

Ahrensburg: Politiker beschließen Rathaus-Anbau

Die derzeit in Containern untergebreachten Rathausmitarbeiter ziehen in den kommenden Monaten erstmal ins Gewerbegebiet

Die derzeit in Containern untergebreachten Rathausmitarbeiter ziehen in den kommenden Monaten erstmal ins Gewerbegebiet

Foto: HA

Bevor das neu gewählte Parlament im Juni tagt, trafen die Stadtverordnete in ihrer letzten Sitzung viele Entscheidungen. Eine Übersicht.

Ahrensburg.  Die Ahrensburger Stadtverordneten haben in ihrer letzten Sitzung in alter Besetzung noch zahlreiche Entscheidungen für die künftige Entwicklung der Stadt getroffen – und das im Schnelldurchgang. Dabei hatte Bürgervorsteher Roland Wilde (CDU) zuvor im Hauptausschuss kritisiert, dass ihm die Tagesordnung zu lang sei. Es gehe um Entscheidungen von großer Tragweite, und diese bräuchten mehr Raum.

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Im Stadtparlament warb er nun allerdings dafür, sich an die Beschlüsse der Ausschüsse zu halten und die dortigen Redebeiträge nicht zu wiederholen. Die Kommunalpolitiker folgten dem Appell und winkten einen Tagesordnungspunkt nach dem anderen durch – meist ohne Diskussion. Nur zwei Stunden benötigten sie für die öffentlichen 27 Punkte. Die wichtigsten Entscheidungen.

Rathaus-Anbau

Einstimmig trafen die Stadtverordneten eine Grundsatzentscheidung für den in den vergangenen Monaten viel diskutierten Bau eines Erweiterungsgebäudes für die Verwaltungsmitarbeiter. Über Umfang und Standort ist noch nicht entschieden, aus Gründen des Denkmalschutzes wird es aber laut Verwaltung auf den Bereich rechts hinter dem Rathaus hinauslaufen, auf dem zurzeit eine alte Holzbaracke steht. Maximal fünf Jahre soll es dauern, bis das Gebäude fertiggestellt ist.

Anmietung von Büroräumen

In der Übergangszeit sollen zahlreiche Verwaltungsmitarbeiter ins Gewerbegebiet Nord ziehen. Ebenfalls einstimmig haben die Stadtverordneten beschlossen, dass die Stadt dafür ein Gebäude An der Strusbek anmieten soll. Die Kosten für fünf Jahre, inklusive Umbau und IT-Einrichtungen, betragen 1,7 Millionen Euro.

Stormarnplatz

Die Stadtverordneten haben auch die planungsrechtlichen Voraussetzungen für den Rathaus-Anbau auf den Weg gebracht . Sie beschlossen, den Bebauungsplan für den östlichen Stormarnplatz zu ändern. Damit soll zudem der Bau einer Tiefgarage sowie ein urbaner Park mit einer Skateranlage ermöglicht werden. Lediglich die SPD stimmte dagegen, weil der westliche Stormarnplatz mit den Sportplätzen von der Änderung des B-Plans ausgenommen wird. „Wenn wir das Zentrum Ahrensburgs überplanen, müssen wir mindestens den Bereich von der Klaus-Groth-Straße bis zur Manfred-Samusch-Straße und auf der anderen Seite bis zur Alten Reitbahn betrachten“, sagte der scheidende Fraktionsvorsitzende Hartmut Möller. „Wir dürfen nicht den gleichen Fehler wie beim Lindenhof machen und zu kleinteilig arbeiten.“

VW-Gelände

Zudem wurde der Bebauungsplan für das ehemalige VW-Gelände beschlossen. Auf dem Areal an der Hamburger Straße können nun, wie von der Magna Projektentwicklungs GmbH geplant, 106 Wohnungen in fünf Gebäuden sowie eine Tiefgarage mit bis zu 86 Plätzen gebaut werden. Der B-Plan gilt auch für die Grundstücke an der Adolfstraße von der Hamburger Straße bis zur Hausnummer 16a. Er schafft Baurecht für die rückwärtigen Bereiche. Die FDP stimmte dagegen, weil ihr die Zahl der Parkplätze zu gering ist. „Wir müssen erst mal gucken, wie wir die Infrastruktur in Ahrensburg aufstellen, bevor wir weiteren Bauprojekten zustimmen“, sagte der Fraktionsvorsitzende Thomas Bellizzi. Doch Gegenreden gab es – wie zuvor beim SPD-Einwand – auch hier nicht.

Badlantic

Noch zügiger entschieden die Politiker, den B-Plan für das Badlantic-Gelände auf den Weg zu bringen. Es soll den Neubau eines kleineren Hallenbades ermöglichen. Möller: „Wir haben noch keine Idee, wie es aussehen soll. Daher ist die Entscheidung auch als Arbeitsauftrag an die Verwaltung zu verstehen, jetzt mit den Planungen zu beginnen.“

Moorwanderweg

Die neue Moorwanderwegbrücke durch das Ahrensburger Tunneltal kann gebaut werden. Die Stadtverordneten stimmten dem geänderten Entwurf zu, der vorsieht, die Brücke um touristische Informationsangebote zu ergänzen. Diese sollen nach dem Willen der Politik aber „so dezent wie möglich gestaltet werden, um den Charakter des Naturschutzgebietes so wenig wie möglich zu beeinträchtigen“.

Schulen und Kitas

Die nicht mehr benötigte Containeranlage auf dem Gelände der Grundschule Am Reesenbüttel wird in den Pfarrgarten der Kirchengemeinde Ahrensburg (Am Alten Markt 9) versetzt. Der Kirchenkreis Hamburg-Ost wird dort künftig eine Kita mit 20 Plätzen betreiben . Die Gemeinschaftsschule Am Heimgarten erhält 30.000 Euro, damit sie schnellstmöglich in ihre digitale Infrastruktur investieren kann.