Stormarn
Bad Oldesloe/Eutin

Das sind die Pläne des neuen Chefs der Sparkasse Holstein

Sie blicken optimistisch in die Zukunft: Der künftige Vorstandsvorsitzende Thomas Piehl (M.) mit Vorstand Michael Ringelhann (v.l.), Ostholsteins Landrat Reinhard Sager, Vorstand Joachim Wallmeroth und Stormarns Landrat Henning Görtz vor der Sparkassenzentrale in Eutin

Sie blicken optimistisch in die Zukunft: Der künftige Vorstandsvorsitzende Thomas Piehl (M.) mit Vorstand Michael Ringelhann (v.l.), Ostholsteins Landrat Reinhard Sager, Vorstand Joachim Wallmeroth und Stormarns Landrat Henning Görtz vor der Sparkassenzentrale in Eutin

Foto: Harald Klix

Künftiger Vorstandsvorsitzender Thomas Piehl erwägt Zukunftswerkstatt für Sparkasse-Holstein-Mitarbeiter. Er tritt die Stelle 2019 an.

Bad Oldesloe/Eutin.  Jetzt ist es auch offiziell: Wie die Abendblatt-Regionalausgabe Stormarn in ihrer Pfingstausgabe berichtete, übernimmt der Großhansdorfer Thomas Piehl zum 1. Januar 2019 den Vorstandsvorsitz der Sparkasse Holstein. Der Sparkassen-Zweckverband hat bei seiner Sitzung in Eutin die einstimmige Entscheidung von Personalausschuss und Verwaltungsrat für den 56-Jährigen ebenfalls einstimmig genehmigt. Den Zweckverband bilden die Landräte von Stormarn und Ostholstein (die Kreise sind Träger des öffentlich-rechtlichen Geldinstituts) sowie jeweils sechs Abgeordnete aus den beiden Kreistagen.

Seine Karriere begann mit einer Lehre bei der Haspa

„Ich bin ein Sport- und Familienmensch, das sind meine Kraftquellen“, sagt Piehl, Vater zweier erwachsener Töchter, einst Handballer und seit Jahrzehnten Leichtathlet. „Und ein leidenschaftlicher Kundenmensch und Kaufmann“, ergänzt er. Zudem ist er ein Sparkassenmensch von der Pike auf. Nach dem Abitur absolvierte der in Hamburg aufgewachsene Piehl eine Lehre bei der Hamburger Sparkasse (Haspa), bei der auch sein Vater arbeitete. „Für ihn war die Ausbildung die Voraussetzung dafür, mich bei einem späteren Studium finanziell zu unterstützen“, sagt Thomas Piehl.

Es kam anders: Weil der junge Mann mit sehr guten Leistungen auffiel, bot ihm die Haspa einen speziellen Zehn-Jahres-Entwicklungsplan, schickte ihn zu Lehrgängen und Fortbildungen. „Da bin ich sogar schneller vorangekommen als mit einem Studium, den Weg hab ich nicht bereut“, sagt er.

Nach 27 Haspa-Jahren mit unterschiedlichen Führungspositionen – auch mit Verantwortung fürs Umland – folgte 2010 der Wechsel als Markt- und Handelsvorstand zur Sparkasse Lüneburg. Dort übernahm Piehl im Juli 2016 den Vorstandsvorsitz. Jetzt freut sich der Großhansdorfer auf die Arbeit im Geschäftsgebiet der Sparkasse Holstein. „Die Region von Hamburg bis Fehmarn verkörpert meinen bevorzugten Lebensraum“, sagt er.

Bei Filialen soll genau auf die Lage geachtet werden

Der künftige Chef glaubt an „die Idee der Sparkasse, näher am Menschen zu sein“. Für seinen Einstieg schwebt ihm eine „Zukunftswerkstatt“ vor, bei der alle Mitarbeiter ihre Ideen einbringen können. „Wir werden auch künftig mit Konzepten in die Fläche gehen, um nicht vergleichbar und austauschbar zu sein“, sagt der Diplom-Sparkassenbetriebswirt.

Eine Frage sei, inwieweit auch Produkte wie Baufinanzierungen oder Wertpapiere wieder dezentral angeboten werden könnten. Die Filialstandorte müsse man sich sehr genau ansehen. „Gut ist eine Lage direkt am Einzelhandel, zum Beispiel neben einem Supermarkt mit vielen Kunden“, so Piehl. Gerade die Ostholsteiner Kreistagsabgeordneten befürchten, dass sich die Sparkasse weiter zurückziehen könne. In der ländlichen Region seien persönliche Kontakte unverzichtbar. Die Zahl älterer Menschen steige, viele kämen mit Automaten nicht klar.

Sparkassenchef Martin Lüdiger geht in den Ruhestand

Dass das Verbreitungsgebiet der Sparkasse äußerst heterogen ist, weiß auch Thomas Piehl. „In den drei Gebieten Hamburger Rand, Ur-Stormarn und Ostholstein haben wir andere Wettbewerbssituationen, deshalb passt nicht für alle dasselbe Konzept.“ Dass sein früherer Arbeitgeber Haspa verstärkt ins Umland dränge, kenne er bereits aus Lüneburg.

„Das Geschäftsmodell bietet aber auch große Möglichkeiten“, sagt Piehl. Mit 6,2 Millionen Euro Bilanzsumme und rund 1000 Mitarbeitern ist die Sparkasse Holstein gut doppelt so groß wie die Lüneburger Schwester.

Sparkassenchef Martin Lüdiger (60) geht am 30. Juni nach 18 Jahren Vorstandsarbeit (davon zwölf Jahre als Vorsitzender) in den Ruhestand. Stellvertreter Joachim Wallmeroth übernimmt die Aufgabe, bis Thomas Piehl Anfang 2019 antritt. Drittes Vorstandsmitglied bleibt Joachim Ringelhann.