Stormarn
Kommentar

Deutschlandstudie: Stormarner können ganz gelassen bleiben

Redakteur Harald Klix

Redakteur Harald Klix

Foto: Birgit Schücking / HA

Studien können nützlich sein, sollten aber bezüglich Kriterien hinterfragt werden. Und manchmal widersprechen sich ihre Ergebnisse.

Wie lässt sich Lebensqualität messen? Wissenschaftler haben für die Deutschlandstudie statistische Daten ausgewertet, die für alle 401 Städte und Landkreise einzeln verfügbar sein müssen. Am Ende standen 53 Kriterien, die offenbar nicht so einfach zu finden waren. Bei Arbeitslosenquoten, Pendlerdistanzen, Wohnungseinbrüchen oder Arztdichte lässt sich der Zusammenhang nachvollziehen. Beim Frauenanteil im Kreistag, Studenten oder Wahlbeteiligung ist das schwieriger. Und sind Zehntausende Touristen, die mit ihren Autos in den schönsten Monaten die Straßen verstopfen und pausenlos an Häusern und Gärten der Einwohner vorbeiziehen, ein Fluch oder Segen? Jedenfalls bringen sie viele Punkte fürs Ranking ...

Das Ziel sei nicht, die Lebensqualität in Haushalten oder das Wohlbefinden von Personen zu bewerten, sagen auch die Initiatoren. Es gehe um die allgemeinen Rahmenbedingungen . Tatsächlich gibt es etliche Aspekte, bei denen sich ein genaueres Hinsehen lohnt, beispielsweise bei den Kinderbetreuungsquoten. Trotzdem macht Lebensqualität nicht an Kreisgrenzen Halt: Reinfelder sind schneller an der Ostsee als manche Ostholsteiner – Ahrensburger und Reinbeker schneller in der Innenstadt als viele Hamburger.

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Die Unterschiede zwischen Nord und Süd sind mittlerweile größer als zwischen Ost und West: Zu diesem Schluss kommen die Wissenschaftler der Deutschlandstudie. Eine Bevölkerungswanderung gen Süden ist trotzdem nicht zu befürchten. Schließlich kennen die Schleswig-Holsteiner ja eine andere Studie, den Glücksatlas der Deutschen Post: Dort stehen sie seit Jahren ganz gelassen auf Platz eins.