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Und plötzlich gibt es in der Einbahnstraße Gegenverkehr ...

Anwohner Peter Schüler fragt sich wie seine Nachbarn: Wer hat das „Einfahrt verboten“-Schild verhüllt und neben den Vogteiweg gelegt?

Anwohner Peter Schüler fragt sich wie seine Nachbarn: Wer hat das „Einfahrt verboten“-Schild verhüllt und neben den Vogteiweg gelegt?

Foto: Harald Klix / HA

Unbekannte bauen Verkehrsschild am Vogteiweg im Ahrensburger Neubaugebiet Erlenhof ab. Jetzt ignorieren Autofahrer die Sackgasse.

Ahrensburg.  Der 400 Meter lange Vogteiweg im Ahrensburger Neubaugebiet Erlenhof ist zum Teil Einbahnstraße. Eigentlich. Denn in der ruhigen Wohnstraße herrscht plötzlich Gegenverkehr. „Mir sind mehrfach Autos verbotenerweise entgegengekommen“, sagt Anlieger Peter Schüler. „Und wenn ich die anderen Fahrer auf dem schmalen Weg zum Zurücksetzen aufgefordert habe, bin ich manchmal sogar noch beschimpft worden.“

Tatsächlich können die Verkehrssünder nur erahnen, dass sie als Geisterfahrer unterwegs sind. Wer an der Erlenhof-Einfahrt sofort in den Vogteiweg abbiegt – direkt an der Großbaustelle für den Rewe-Supermarkt – sieht noch das Hinweisschild „Sackgasse in 200 Metern“. Dort angekommen ist aber von dem rot leuchtenden „Verbot der Einfahrt“-Schild nichts zu sehen.

Verwaltung auf Gefährdung hingewiesen

„Es liegt schon seit Wochen von einer blauen Plastiktüte verhüllt neben der Straße im Gras“, sagt Peter Schüler. Weil etliche Nachbarn von entgegenkommenden Autos berichtet hätten, sei er vor einem knappen Monat extra im Rathaus gewesen. Dort habe er auf die gefährliche Situation hingewiesen. Doch geschehen sei bisher nichts. „Man könnte ja vermuten, dass wegen des Baustellenverkehrs die Einbahnstraßenregelung aufgehoben werden sollte“, sagt der 70-Jährige. „Dann müsste aber auch das Einbahnstraßen-Schild am Anfang des Vogteiwegs abgedeckt und alle Anlieger informiert werden.“

Auf Abendblatt-Nachfrage erklärte die Verwaltung, dass es keine Sonderregelung für die Baustelle gebe. „Wenn das Schild dort am Boden liegt, dann ist es ordnungswidrigerweise abmontiert worden“, sagt Rathaussprecherin Imke Bär. Die Verkehrsaufsicht sei informiert worden und werde sich jetzt um die Sache kümmern. Am Mittwochnachmittag lag die „Einfahrt verboten“-Tafel noch immer neben der Fahrbahn

Nicht der einzige Kritikpunkt im Viertel

Vor rund zwei Jahren ist Peter Schüler in eine Wohnung am Vogteiweg gezogen. „Es ist ein sehr angenehmes Zusammenleben in dem Viertel mit einer guten Nachbarschaft “, sagt er. In Gesprächen gebe es neben der gefährlichen Verkehrsführung allerdings noch zwei weitere Kritikpunkte. Der eine ist die Kabelbrücke aus Metall, die an der Supermarkt-Baustelle über eine dicke Stromleitung führt. „Die hat sich schon mal so gelöst, dass Autoreifen hängengeblieben sind“, sagt Schüler. Das Problem könne man einfach abstellen, indem man das Kabel in die Straße lege, die ja ohnehin noch nicht fertig sei. „Schließlich dauern die Arbeiten mindestens bis Herbst“, so Peter Schüler.

Auf der anderen Seite warten die Anwohner auf die Fertigstellung der Ballspielwiese, die in Richtung der alten Straße Zum Erlenhof geplant ist. Schüler: „Der Bach ist mal ausgebaggert worden, doch seitdem tut sich dort nichts mehr.“ Der Blick auf eine Reihe toter Bäume sei wenig einladend. Hier ist Abhilfe in Sicht: Die BIG Bau-Investitionsgesellschaft hat den Auftrag bereits vergeben. Im zweiten Halbjahr rücken die Arbeiter an, um die Grünfläche mit Bolzplatz zu gestalten.