Stormarn
Spendenaktion

Ahrensburg macht Weg frei für Tunertreffen im Gewerbegebiet

Anni Schmidt und Tarek Younes hoffen nach Unstimmigkeiten mit der Ahrensburger Verwaltung auf störungsfreien Ablauf und ein schönes Fest

Anni Schmidt und Tarek Younes hoffen nach Unstimmigkeiten mit der Ahrensburger Verwaltung auf störungsfreien Ablauf und ein schönes Fest

Foto: Elvira Nickmann / HA

Die Auflagen der Behörde hatten die Organisatoren des Benefiz-Spektakels mit Autoschau verärgert. Jetzt hoffen sie auf viele Besucher.

Ahrensburg.  Aufatmen bei Tarek Younes, Anni Schmidt und Kevin Römer, den Organisatoren des öffentlichen Autotuningtreffens „Tuner mit Herz – Hospiz Charity Event“ auf dem Ahrensburger Famila-Parkplatz. Das Projekt kann wie geplant am Sonntag, 6. Mai, um 10 Uhr starten. Nach anfänglichen Vorbehalten der Stadtverwaltung, die zu Irritationen bei den Veranstaltern und einer Verzögerung der Genehmigung geführt hatten (wir berichteten), sah es zeitweise nicht gut aus für ihr Vorhaben mit beispielhaft karitativem Charakter. Doch in den vergangenen Tagen ist Bewegung in die Sache gekommen – und die Stadt hat den Weg für das Spektakel frei gemacht.

Es hätten noch verkehrsrechtliche als auch ordnungsrechtliche Fragen geklärt werden müssen, erläuterte Ahrensburgs Bürgermeister Michael Sarach auf Abendblatt-Anfrage. „Bei allen Veranstaltungen sind beide, Verkehrsaufsicht und Ordnungsamt, mit im Boot“, sagt er. So könne es passieren, dass von der einen Stelle kommuniziert werde, dass keine weiteren Maßnahmen nötig seien, aus Sicht der anderen dagegen schon. Sarach: „Wenn das zu Erschwernissen führt, ist das bedauerlich, es soll ja keine Schikane sein.“

Erlös ist für den Bau eines Hospizes bestimmt

Von solchen atmosphärischen Störungen sei bei ihrem letzten Telefonat mit einer Mitarbeiterin der Behörde wegen der Genehmigung für die Tombola nichts mehr zu spüren gewesen, sagt Sabine Tiedtke, Vorsitzende des Fördervereins Lebensweg. Der Erlös der Veranstaltung ist für das Hospiz bestimmt, das ihr Verein in Bad Oldesloe bauen will. Die Vereinsmitglieder verkaufen die Lose am Veranstaltungstag auf dem Famila-Gelände, alle Preise sind Spenden, die die jungen Organisatoren in mühevoller Kleinarbeit bei vielen Geschäften, Eventveranstaltern und Firmen geworben und die sie mit erheblichem logistischen Aufwand eingesammelt haben. „Wir haben bestimmt weit über 100 Firmen angeschrieben oder direkt angesprochen“, ist sich Anni Schmidt sicher. Mit großem Erfolg, denn viele unterstützten ihr Vorhaben.

Darunter sind nicht allein Firmen mit thematischem Bezug wie bei Tuningzubehör, Autohäusern, Waschcentern oder Motorsport. Auch Banken, Fitnessstudios, das Miniatur-Wunderland in Hamburg oder World of Paintball beteiligten sich an der Aktion. Besonders berührt zeigt sich Schmidt von ihrem Besuch im Ahrensburger „Ollefant“, einem Geschäft für Spielwaren und Schulzubehör. Als sie es betreten habe, hätte sie eigentlich keine großen Erwartungen bezüglich der Spendenbereitschaft gehabt – doch dann war die Freude groß: „Wir konnten uns kaum vorstellen, da bekam ich schon eine mit verschiedenen Artikeln gefüllte Tüte in die Hand gedrückt, bevor ich überhaupt Danke sagen konnte.“

Nachgebaute Filmfahrzeuge werden bei der Schau gezeigt

Weitere Spenden wie das Bobby Car im Mercedes-Look dürften nicht nur die Herzen der jüngsten Besucher höher schlagen lassen, sondern sorgen auch dafür, das inzwischen genug Gewinne für eine eigene Kindertombola zusammengekommen sind. Doch das ist nicht alles, was dem Nachwuchs geboten wird. Kinderschminkstand, Malecke und ein kleiner Parcours für Bobby Cars sorgen ebenfalls für Abwechslung.

Im Fokus des Treffens stehen natürlich getunte Autos, bei der Schau sind zudem Drift- und Dragfahrzeuge sowie RC-Drifter zu sehen. Für Besucher aller Altersgruppen interessant dürften Nachbauten bekannter Filmfahrzeuge sein. Fans der Actionfilme „Fast & Furious“ sollten Ausschau nach einem speziellen Modell halten: Der auf dem Gelände gezeigte Nissan Skyline R34 GTR ist einer der Stars der Reihe.

Fans und Familien beim Fest mit Rahmenprogramm

Die individuell gestylten Fahrzeuge könnten sich jedoch nicht als einziger Anziehungspunkt entpuppen. „Die jungen Leute haben von Anfang an ganz klar gesagt, sie wollen ein Familienfest mit Rahmenprogramm haben“, sagt Sabine Tiedtke. Ein ungewöhnliches Unterfangen, denn viele Tuningfans bleiben unter sich, was bei Außenstehenden immer wieder zu Vorurteilen führt. Mit seinem Konzept, das Fans und Familien zusammenbringen soll, will Initiator Tarek Younes zu einem Abbau dieser Vorbehalte beitragen und die Szene für Interessierte öffnen.

Als noch ambitionierter bei einem solchen Konzept für ein erwartungsgemäß größtenteils junges Publikum darf allerdings die Einbindung der Themen Sterben und Tod gelten. Dementsprechend überrascht war Tiedtke, als Younes mit seiner Idee auf sie zukam. Und umso begeisterter, dass ausgerechnet junge Menschen sich für ein Hospiz engagieren wollten, „dabei ist das für diese Altersgruppe normalerweise gar kein Thema“. Doch nicht nur das: Die Organisationsgruppe bot dem Verein zudem an, mit einem Infostand über seine Arbeit und die Gäste in einer kleinen Ansprache über die Verwendung der Spenden zu informieren.

Einsatz der Tuner zieht weitere Unterstützer an

Besonders freut die Veranstalter, dass ihr Einsatz Kreise zieht: Das OVB Hilfswerk „Menschen in Not“ wurde auf das Treffen aufmerksam und wird dabei sein, um dem Hospizverein einen Scheck über 1000 Euro zu überreichen. Bis dahin sind es noch wenige Tage, und bei Anni Schmidt stellen sich erste Anzeichen von Aufregung ein. Besonders stressig waren die vergangenen Wochen für Initiator Tarek Younes, der fast die ganze Zeit beruflich im Ausland war und von dort aus versuchte, die Fäden in der Hand zu halten. Sein Wunsch: „Ich hoffe einfach nur, dass alles sehr gut läuft und alle Vorurteile beseitigt werden.“

„Tuner mit Herz“ So 6.5., 10–16 Uhr, Famila-Parkplatz, Kornkamp 50, Eintritt frei