Stormarn
Kinderbetreuung

Ahrensburg: Hortplätze für Grundschüler sind knapp

Malte Gelbrecht bangt um einen Betreuungsplatz für sein Kind

Malte Gelbrecht bangt um einen Betreuungsplatz für sein Kind

Foto: Marc R. Hofmann / HA

Eltern fürchten um Betreuung ihrer Kinder und kamen zum Sozialausschuss. Politik, Verwaltung und Träger ringen um Lösung.

Ahrensburg.  Eltern in Ahrensburg, die wieder in den Beruf starten wollen, die eine Betreuung ihrer Kinder am Nachmittag aus der Kita kennen, bangen vielfach noch um eine Platzzusage für das im August beginnende Hort-Jahr. Ihnen bleiben nur noch wenige Monate, Alternativen auszuloten. Der geplante Wechsel der Nachmittagsbetreuung vom Hort auf die Offene Ganztagsschule (OGS) an allen Ahrensburger Grundschulen steigert ihre Verunsicherung weiter. Rund 30 Eltern kamen deswegen zur jüngsten Sitzung des Sozialausschusses, um ihrem Unmut Luft zu machen. Politik, Verwaltung und die Arbeiterwohlfahrt (Awo) als Träger ringen jetzt um eine Lösung, um doch noch alle Kinder unterzubringen.

Vater Malte Gelbrecht sagte: „Hoffnung reicht uns sicht. Wir wollen Sicherheit!“ Ob der knappen Zeit in der Bürgersprechstunde versprach die Ausschussvorsitzende Doris Brandt (CDU): „Wir hören uns Ihre Sorgen an, egal ob persönlich oder per E-Mail.“

Ob genügend Personal gefunden werden kann, sei unsicher

Die Stormarner Geschäftsführerin der Awo, Anette Schmitt, sagte: „Die Anmeldezahlen an allen vier Standorten liegen über unseren Kapazitäten.“ Auf der Sitzung wurde nun einstimmig beschlossen, wo möglich, Betreuungszeiten zu verringern und so freiwerdende Kapazitäten zur Betreuung weiterer Kinder zu nutzen. Ob jedoch bis Sommer genügend Personal gefunden wird und eine Ausnahmegenehmigung der Heimaufsicht zusätzlich eine Überbelegung erlaubt, um auch alle neu hinzukommenden Erstklässler unterzubringen, sei noch nicht sicher, so Schmitt.

Die Awo hat sich aufgrund der Erfahrungen mit dem Betrieb einer Offenen Ganztagsschule in Reinbek und aus der Lenkungsgruppe zur Erarbeitung eines neuen Betreuungskonzeptes entschieden, sich nicht mehr als Träger für das neue Konzept zu bewerben. Geschäftsführerin Schmitt hält bei optimaler Absprache mit der Schule auch im bestehenden System die Betreuung aller Kinder für möglich. Auch wenn die Ausschreibung für einen neuen Träger demnächst veröffentlicht werde und die Grundschule Am Reesenbüttel zum Schuljahr 2019/20 und danach die anderen Grundschulen sukzessive die Offene Ganztagsschule einführen, habe die Awo ihr Personal zum Bleiben überzeugen können, so Schmitt. Ansonsten hätte die Gruppenzahl sogar reduziert werden müssen. „Wir sind mit Leidenschaft dabei und bleiben bis zum Schluss.“

Stimmung der Eltern war nach der Sitzung gemischt

Politik, Verwaltung und Reesenbüttel-Schulleiterin Sabine Knuth hatten argumentiert, dass die Betreuung aller Kinder nur mit der OGS und ohne die hohen Anforderungen zum Beispiel an die Raumgröße möglich sei, die der Hort stelle. Für SPD-Ausschussmitglied Bela Randschau „hätte das Bangen um einen Platz dann endlich ein Ende.“ Stadt-Justiziar Thomas Reich äußerte Zuversicht, in der Ausschreibung zum nächsten Jahr einen neuen Träger zu finden. „Sonst könnte die Umstellung verschoben werden oder die Stadt selbst einspringen.“ Alternativen wie das Teilen eines Hortplatzes oder die Erstattung von Mehrkosten einer Tagesmutterbetreuung gebe es zusätzlich.

Nach der Sitzung war die Stimmung unter den Eltern gemischt. Leslie Barton: „Ich sehe, dass sich alle Beteiligten Mühe geben.“ Ob ihr das helfe, bleibe abzuwarten. „Tagesmütter sind gerade für Schulkinder kaum zu kriegen, zumal so kurzfristig“, so die Mutter.