Stormarn
Bauarbeiten

Stormarns marode Landesstraßen werden saniert

Die Lindenallee in Lasbek wurde 2015 bei einem Sturm zerstört

Die Lindenallee in Lasbek wurde 2015 bei einem Sturm zerstört

Foto: Birgit Schücking

Verkehrsministerium stockt Budget für Erhalt der Fahrbahnen auf 90 Millionen Euro auf: Sieben Strecken im Kreisgebiet werden repariert.

Bad Oldesloe.  Er hat dem Sanierungsstau bei Landesstraßen den Kampf angesagt – nun hält Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) Wort. Viele Straßen in Schleswig-Holstein, die es zuvor nicht ins Erhaltungsprogramm des Landes geschafft hatten, werden in diesem Jahr saniert. Rund 90 Millionen Euro investiert die Regierung 2018 in den Straßenbau. In den fünf Jahren zuvor gab das Land pro Jahr durchschnittlich 34 Millionen dafür aus.

In Stormarn werden sieben Landesstraßen saniert. Die Kosten dafür schätzt der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) auf fast zehn Millionen Euro. Wie berichtet, hatte der Verkehrsminister alle Landräte aufgefordert, eine Liste mit zehn Landesstraßen zu erstellen, die trotz erheblicher Schäden nicht erneuert wurden – entweder weil sie keine hohe Verkehrsbedeutung (täglich mehr als 5320 Autos) oder keine Netzfunktion haben, also zwei zentrale Orte miteinander verbinden.

Zudem sollten die Verwaltungschefs eine Priorisierung vornehmen. „Die Verantwortlichen können am besten beurteilen, was möglichst zuerst angepackt werden sollte“, sagt Buchholz. Damit die Fahrbahnen recht schnell erneuert werden können, bat der Minister, Abschnitte zu wählen, die unter anderem außerorts liegen und damit kein Planfeststellungsverfahren erfordern, das erfahrungsgemäß viel Zeit in Anspruch nimmt.

L 94 zwischen Neuschönningstedt und Witzhave wird erneuert

Auf Platz eins der Stormarner Liste landete die L 94 zwischen der Hamburger Landesgrenze und Witzhave. Noch in der ersten Jahreshälfte sollen die Arbeiten auf dem ersten, 5,4 Kilometer langen Bauabschnitt zwischen Neuschönning­stedt und Witzhave beginnen. „Das Vergabeverfahren läuft“, sagt Jens Sommerburg, Leiter des LBV in Lübeck. Die restliche Strecke soll in zwei Bauabschnitten 2019 saniert werden. „Grund dafür ist die Vollsperrung der A 24 vom Horner Kreisel bis zur A 1 wegen Bauarbeiten in diesem Jahr“, sagt Sommerburg. Die L 94 durch Oststeinbek und Glinde gilt als Umleitungsstrecke.

Landrat Henning Görtz spricht von einer guten Nachricht aus Kiel. Ihm fällt sofort die L 89 über die Autobahn 1 bis zum Ortseingang Hammoor ein: „Das ist eine Schlaglochpiste.“ Diese Fahrbahn soll laut LBV Ende April an einem Wochenende erneuert werden. Drei bis vier Monte wird die Sanierung der L 160 zwischen Braak und Trittau dauern. Nach den Sommerferien sollen die Arbeiten auf der 12,5 Kilometer langen Strecke beginnen. Ebenfalls in der zweiten Jahreshälfte beginnt die Erneuerung der L 222 auf 1,9 Kilometern von Stemwarde bis zur L 160.

Auch die L 92 zwischen Lütjensee und Großensee soll ab Mai erneuert werden. „Das wurde auch Zeit“, sagt Ulrike Stentzler, Bürgermeisterin in Lütjensee. Sie freut sich darüber, bedauert aber gleichzeitig, dass nicht auch die Ortsdurchfahrt mitgemacht wird. „Die Straße ist in dem gleichen schlechten Zustand.“

LBV kündigt Vollsperrungen während Bauarbeiten an

Auch die L 87 zwischen Stubben und Rethwisch wird vom 9. April an vier Wochen lang repariert. Wann auf der L 88 in Lasbek und Pölitz die Arbeiten losgehen, ist noch unklar. „Die L 87 und die L 88 bekommen eine Oberflächenbehandlung“, erklärt Jens Sommerburg. Dabei werde eine neue Asphaltschicht auf die bestehende aufgetragen. Bei den anderen Straßen, wird die Straßendecke abgetragen und erneuert. Zudem werden auch die Radwege an den Fahrbahnen saniert.

Alle anderen Landesstraßen, die ebenfalls auf der Top-10-Liste standen, sollen in den kommenden Jahren saniert werden. So hat es die L 93 zwischen Trittau und der B 404 nicht ins diesjährige Sanierungsprogramm geschafft, obwohl sie auf Platz 3 der Stormarner Prioritätenliste stand. „Wir müssen die Bauarbeiten natürlich auch so abstimmen, dass Umleitungsstraße frei sind“, erklärt Sommerburg, der mit Vollsperrungen der Straßen rechnet. „So geht es schneller und die Qualität der Straße ist besser, wenn sie in einem Zug gebaut wird.“