Stormarn
Bündnis für Sauberkeit

Zu viel Dreck: Oldesloe soll „Müll-Polizei“ bekommen

Grüne fordern hartes Durchgreifen, um die Aufenthaltsqualität der Innenstadt zu verbessern. Politik diskutiert mehrere Ideen.

Bad Oldesloe.  Kampf gegen Kippen, Hundehaufen, Verpackungen: Die Oldesloer Grünen wollen ein „Bündnis für Sauberkeit“, um die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt zu verbessern und fordern höhere Bußgelder für Müllsünder. Die Stadtverwaltung bringt sogar die Möglichkeit ins Spiel, „Waste Watcher“ zu engagieren: „Müll-Polizisten“, die in der Stadt für Sauberkeit sorgen und Strafen verhängen können.

Karin Hoffmann (Grüne) fordert hartes Durchgreifen: „Müllsünder müssen klar und deutlich verfolgt werden.“ Das gehe nur mit Abschreckung. Ihr Vorschlag: „Das Ordnungsamt sollte dazu ermächtigt werden, Strafen verhängen zu können.“ Laut Hoffmann beklagen sich Bürger, Geschäftsleute und der Verein „Haus und Grund“ seit langem den „schmuddeligen Eindruck“ der Fußgängerzone – obwohl die Innenstadt dreimal in der Woche von der Stadt gereinigt werde. Die Lokalpolitikerin brachte in ihrem Antrag auch die Beteiligung von Langzeitarbeitslosen und Behindertenwerkstätten ins Spiel.

Idee machte den Vorschlag für die „Müll-Polizei“

Mit der SPD ist das nicht zu machen: „Behinderte sind keine Almosenempfänger und sollen nicht den Dreck der Überflussgesellschaft wegmachen müssen“, kommentierte Maria Herrmann (SPD) den „äußerst unglücklich formulierten“ Antrag. Wenn, dann müssten ordentlich Arbeitsplätze geschaffen werden.

Eine Idee präsentierte die Verwaltung und legte dem Ausschuss einen Presseartikel über „Müll-Polizisten“ aus Wien vor. Dort gehen sogenannte „Waste Watcher“ auf Streife und verhängen saftige Bußgelder: „Das wäre sicher nicht kostenneutral aber eine Möglichkeit, dem Problem Herr zu werden“, sagte Bürgermeister Jörg Lembke.

Für Hendrik Holtz (Die Linke) wäre das zu viel Polizeistaat: „Leute, die durch die Stadt laufen und jede Verfehlung aufschreiben, tragen nicht gerade zu einer schönen Atmosphäre bei.“ CDU und Freie Bürger Oldesloe (FBO) favorisieren technische Mittel: „Wir brauchen ausreichend Mülleimer und eine Stadtreinigung, die oft genug durch die Fußgängerzone fährt“, sagte Hinrich Stange (FBO). Vielleicht sei auch eine Kooperation mit dem Oldesloer Kehrmaschinenhersteller Hako möglich. Die Verwaltung soll jetzt eine Vorlage mit Vorschlägen erarbeiten.