Stormarn
Öffentlicher Personennahverkehr

Reinbeks neue Buslinie kommt gut an

Björn Schönefeld ist bei der Kreisverwaltung in Bad Oldesloe für den ÖPNV zuständig

Björn Schönefeld ist bei der Kreisverwaltung in Bad Oldesloe für den ÖPNV zuständig

Foto: Harald Klix / HA

Fahrgastzahlen beim 536er stimmen. Kreis übernimmt wohl Finanzierung. Stadt Reinbek teilt sich die Anschubkosten mit elf Firmen.

Reinbek.  Stormarns erste öffentlich-private Buslinie hat sich bewährt . Die Fahrzeuge mit der Nummer 536 befördern Gäste in Reinbek zwischen S-Bahnhof, Hermann-Körner-Straße/Borsigstraße und Senefelder Ring im Gewerbegebiet. Elf Firmen und die Stadt teilen sich 114.000 Euro Anschubkosten. Spätestens nach den Sommerferien entscheidet der Kreis, ob er zum Fahrplanwechsel im Dezember die Finanzierung übernimmt.

„Wir sind auf einem guten Weg. Ich bin optimistisch, dass es klappt“, sagt Björn Schönefeld, der in der Kreisverwaltung für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zuständig ist. Verhindern könne das nur noch ein Einbruch der Fahrgastzahlen, davon gehe er aber nicht aus.

Firmen hatten Mitspracherecht beim Fahrplan der Buslinie

Jene wurden im Mai und November 2017 ausgewertet. Die Zahl der Nutzer stieg leicht an. Morgens zwischen 6 und 7 Uhr ist die Linie in Richtung Gewerbegebiet am höchsten frequentiert, im Schnitt sitzen dann 27,4 Menschen pro Fahrt im Bus. Am Nachmittag werden die besten Werte in die entgegengesetzte Richtung erreicht mit 14,1 Personen zwischen 16 und 17 Uhr.

In der Summe liegt die Zahl weit über der Grenze, die Voraussetzung für eine Kostenübernahme des Kreises ist. Mindestens fünf Passagiere pro Fahrt hatte Schönefeld bei der Aufnahme des Betriebs im Dezember 2016 ausgegeben. Von Januar bis Mitte November 2017 waren 53.000 Kunden mit der Linie 536 unterwegs. Die Vorgaben für den Fahrplanwechsel am 9. Dezember müssen bis Oktober feststehen. Vorher hat der Kreisverkehrsausschuss darüber zu entschieden, ob Stormarn die Linie zahlt.

Beim Fahrplan hatten die Unternehmen Mitspracherecht

Das Engagement der Unternehmen Allergopharma, Almirall Hermal, Amandus Kahl, DTM Reifenservice, Ernst Dello, Freizeitbad Reinbek, Gebrüder Wollenhaupt, Malerei Peters, Party Rent, SEAK Software sowie einer Firma aus dem Bille-Center hat vor allem zwei Gründe. Um gutes Personal zu finden und zu halten, ist die Erreichbarkeit mit Bahn und Bus ein wichtiges Argument. Das gilt natürlich auch für Kunden, die ihr Auto in die Werkstatt bringen oder das Schwimmbad besuchen.

Beim Fahrplan hatten die Unternehmen ein Mitspracherecht. Die Busse verkehren montags bis freitags im Berufsverkehr von 6 bis 9 und 15.15 bis 18.15 Uhr im Halbstundentakt. Inzwischen bemängeln Firmen, dass nachmittags nicht alle Fahrten einen optimalen S-Bahnanschluss haben. Diese verkehrt nur im 20-Minutentakt. Einige Kunden müssen 15 Minuten auf dem Bahnsteig warten.

Um die Zeit zu reduzieren, sind laut Michael Pohle, Wirtschaftsbeauftragter der Stadt Reinbek, nach den Sommerferien Fahrten der Buslinie 536 im 20- und 40-Minutentakt angestrebt – also nach wie vor zweimal pro Stunde. „Der Hamburger Verkehrsverbund, der den Fahrplan verantwortet, und die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein, von denen die Busse gestellt werden, sind grundsätzlich einverstanden“, sagt Pohle. Womöglich greife die Änderung aber auch erst im Dezember.