Stormarn
Bargteheide

Stormarner fordern eine Woche Skiferien

Stimmen für die Winterferien in Schleswig-Holstein: Nicole Stemmer und Rainer Wolf aus Bargteheide

Stimmen für die Winterferien in Schleswig-Holstein: Nicole Stemmer und Rainer Wolf aus Bargteheide

Foto: Melissa Jahn

Vater startet Petition für freie Woche im Februar oder Anfang März. Sie wurde bereits von mehr als 5000 Unterstützern unterzeichnet.

Bargteheide.  „Die Ferienregelung in Schleswig-Holstein ist anstrengend für Eltern und Kinder“, sagt Rainer Wolf aus Bargteheide. Als einer von fast 5500 Unterzeichnern fordert er auf der Internetplattform „openpetition“ die Einführung einwöchiger Winterferien in Schleswig-Holstein. Außer neuer Möglichkeiten für den Skiurlaub geht es Initiator Volker Barthel, Vater zweier Kinder aus Kiel, um eine gleichmäßigere Verteilung der Ferien im Jahr. Ein Anliegen, das fast stündlich von neuen Mitstreitern – auch aus Stormarn – unterstützt wird.

14 Wochen liegen die Weihnachtsferien bereits zurück, wenn Ostersonntag auf den 25. April fällt. Eine lange Zeit, findet Rainer Wolf. Er wohnt mit Frau und Kind in Bargteheide und wünscht sich eine gleichmäßigere Verteilung der Ferien wie sie bereits in elf anderen Bundesländern praktiziert wird. Das fordert auch Nachbarin Nicole Stemmer, Mutter von zwei Kindern im Schulalter. Neben freier Zeit fügt sie noch ein weiteres Argument hinzu: den Winterurlaub. Skifahren sei um Weihnachten herum sehr teuer und Schnee nicht garantiert. „Gerade für Familien mit einem kleineren Budget wären Winterferien ein Zugewinn“, sagt Stemmer und entkräftet damit das Argument der Petitions-Gegner, die diese Ferien den Besserverdienern zuschreiben. „Im Harz und im Sauerland ist der Skiurlaub günstiger und wir sind aus dem Norden schneller vor Ort“, sagt Stemmer. „Aber im Mittelgebirge schneit es eben erst später als in den Alpen.“

Maßnahme gegen die Ausbreitung von Erkältungen

Das sind auch die Argumente von Volker Barthel. Der 44 Jahre alte Diplom-Informatiker fordert die Einführung der Winterferien im Februar oder Anfang März und ist Initiator der Petition. Gerade in der dunklen und kalten Jahreszeit sollten Kinder laut Barthel die Möglichkeit haben, sich auch außerhalb von Wochenenden draußen aufzuhalten und so Energie für die Unterrichtszeit zu tanken. Zudem wären die Ferien eine wirksame Maßnahme gegen die Ausbreitung von Erkältungskrankheiten, da die Übertragungswege für ein oder zwei Wochen unterbrochen würden.

Während viele Bundesländer die lange Zeit zwischen Weihnachten und Ostern bereits nutzten, sei diese Regelung in Schleswig-Holstein jedoch nicht bekannt. Statt einer sinnvollen Trennung der beiden Schulhalbjahre liege zwischen dem Zeugnis und dem Start in das neue Halbjahr zurzeit nur ein gewöhnliches Wochenende, kritisiert er.

Mindestabstand von sechs Wochen zwischen Ferien

Verzichten wollen die Unterstützer der Petition für die Woche Winterferien jedoch nicht auf bestehende Ferien. Auch an der Gesamtzahl der Ferientage soll nichts verändert werden. Stattdessen sollen einzelne freie Tage wie auch bewegliche Ferientage umverteilt werden. Denn jedem Bundesland stehen 75 Tage inklusive zwölf Sonnabende zu. Das regelt ein Abkommen aus dem Jahr 1964. Wenn – wie in diesem Jahr – mehrere Feiertage auf Werktage fallen, können so drei Wochen Herbstferien entstehen.

„Die Rechnung der Petitions-Unterstützer geht nicht auf“, sagt hingegen Thomas Schunck, Sprecher des Bildungsministeriums in Kiel. Es gebe feste Regeln wie einen Mindestabstand von sechs Wochen zwischen den Ferien, die eingehalten werden müssten. Auch seien drei Wochen Herbstferien wie in diesem Jahr eine Ausnahme.

Quorum von 2000 Unterzeichnern bereits erreicht

Bereits 2003 sprach sich der Landtag für eine Rückverlegung der damaligen Frühjahrsferien in die Osterzeit aus. Erneute Nachfragen aus der Bevölkerung führten zu einem Modellversuch auf Sylt im Jahre 2012. Das Ergebnis: Während sich die schulische Seite für eine Beibehaltung der alten Regelung aussprach, stimmte die Tourismusbranche für die Winterferien.

Trotz der Gegenargumente halten zahlreiche Unterstützer an der Petition fest. Die Online-Plattform „openpetition“ zählt allein mehr als 100 Ahrensburger und 47 Bargteheider, die dort ihre Unterschrift leisteten. Damit gehört Ahrensburg hinter Lübeck und Reinbek – und noch vor Kiel - zu den fünf Städten mit den meisten Befürwortern im Norden. Obwohl die Abstimmung noch 18 Tage läuft, wurde das Quorum von 2000 Personen bereits in der ersten Woche nach dem Start erreicht. Dies ist das gesetzte Ziel von „openpetition“, um eine Stellungnahme vom Landtag einzufordern.

Weitere Informationen und die Möglichkeit abzustimmen gibt es unter: www.openpetition.de/petition/online/winterferien-fuer-schleswig-holstein