Stormarn
Bad Oldesloe

In 80 Tagen um die Welt – und das ganz ohne Geld

Große Freude: Paul und Hansen Hoepner am Strand in Thailand mit der Thailänderin Nam

Große Freude: Paul und Hansen Hoepner am Strand in Thailand mit der Thailänderin Nam

Foto: Hoepner

Die Zwillingsbrüder Paul und Hansen Hoepner berichten im Kultur- und Bildungszentrum in Bad Oldesloe über die Abenteuer ihrer Reise.

Bad Oldesloe.  Einmal im Leben so ein richtiges Abenteuer erleben – wer träumt nicht davon? Dabei ist es sehr unterschiedlich, was für wen ein Abenteuer überhaupt ist. Für die einen ist es ein Bungee-Sprung von einer Brücke, für den anderen ein Besuch im Urwald und für wieder andere eine Work-and-Travel-Reise in Neuseeland. Die Zwillinge Paul und Hansen Hoepner aus Berlin haben sich vor drei Jahren entschieden, sich auch in ein Abenteuer zu stürzen. Ihr Vorhaben: In 80 Tagen zu zweit um die Welt – und das ohne Geld. An diesem Donnerstag, 25. Januar, kommen die mittlerweile auch aus dem TV bekannten Zwillinge und Buchautoren nach Bad Oldesloe und erzählen von ihrer ganz persönlichen Weltumrundung.

Das Geld für die Reise haben sie immer verdient

Vor drei Jahren zog es die Geschwister wieder in die weite Welt hinaus. Bereits 2012 hatten sie eine gemeinsame Tour gestartet, damals unter dem Motto „Zwei nach Shanghai – 13.600 Kilometer mit dem Fahrrad von Deutschland nach China“. Nun wollten sie von Berlin aus per Anhalter, Zug, Bus und Flugzeug um den Erdball. Und das ohne Geld. Paul Hoepner (35) sagt zum Abendblatt: „Das Budget für das Reisen haben wir vor Ort verdient. Betteln war für uns keine Option.“

Ihr Abenteuer startet in ihrer Heimatstadt, führt nach Lissabon, Toronto, Vancouver, Tokio, Kuala Lumpur und viele weitere Stationen – eben einmal um die Welt. „Wir haben beispielsweise Geld verdient, in dem wir selbstgemachten Schmuck verkauft haben“, so Hoepner. Ihr Bestseller: ein Schlüsselanhänger aus einer Fahrradkette und einer Münze der jeweiligen Landeswährung. Geschlafen haben sie im Zelt, mal an verbotenen Orten, wie sich im Laufe der Nacht herausstellte, mal bei Einheimischen, die von der Idee der Jungs begeistert waren. Oftmals ihre Wegbegleiter: Hunger, Müdigkeit und Heimweh. „Doch wenn wir gerade einmal einen Tiefpunkt hatten, erlebten wir im nächsten Moment die schönsten Überraschungen, die unglaubliche Großzügigkeit der Menschen und entdeckten unser eigenes Improvisationstalent.“

Fotos und Videosequenzen illustrieren den Vortrag

Doch wie kommt man auf solch eine Urlaubsidee? Paul Hoepner sagt: „Wir hatten wieder Lust auf das Reisen, wollten aber nicht wie bei unserem Shanghai-Abenteuer Sponsoren akquirieren und uns Gedanken um das Geld machen.“ Deswegen die Entscheidung, einfach ohne Geld in die weitere Welt hinauszuziehen.

Auf ihrer Reise treffen die Zwillinge ganz unterschiedliche Menschen. Zum Beispiel Carrie und Don in Kanada, für die die Hoepners einen neuen Balkon gebaut haben. Auch haben sie in den Rocky Mountains Rocker Pete kennengelernt, einen beinharten Harley-Fan. „Wir haben noch zu vielen Menschen Kontakt, denen wir auf unserer Reise begegnet sind“, sagt Paul Hoepner. Heutzutage machten es die sozialen Medien ziemlich einfach.

Nach dem Projekt suchten beide Abstand voneinander

Bei ihrem knapp zweistündigen Programm in Bad Oldesloe werden die Zwillinge mehr über die Bekanntschaften auf ihrem Abenteuer erzählen. Und Paul verspricht: „Dieser Abend wird sehr spannend und unterhaltsam, da es eher eine Show mit den filmischen Höhepunkten unserer Reise ist anstatt ein reiner Reisebericht.“ Neben Fotos werden auch kleine Videosequenzen gezeigt. Ebenso gibt es einige Passagen aus dem Buch, welches von der etwas anderen Weltreise erzählt, zu hören.

Die Zwillinge sagen von sich selbst, dass sie grundverschieden sind. Während Paul Mediendesign in Köln und zuletzt Human Factors an der TU Berlin studierte, zog es Hansen Hoepner nach Maastricht. Dort studierte der fünf Minuten früher geborene Produktdesign, Goldschmiede und Fotografie. Einer der größten Unterschiede ist der, dass Hansen ein großes Improvisationstalent ist. Paul hingegen Fan einer möglichst detaillierten Planung. „Das gemeinsame reisen schweißt uns zusammen“, sagt Paul Hoepner und lacht. Dann verrät er: „Nach dem Projekt haben wir aber auch erst einmal ein bisschen Abstand gesucht.“

Demnächst steht schon das nächste Projekt an

Derzeit arbeiten die Hoepner-Zwillinge wieder an einem neuen Vorhaben. Dieses Mal soll es von August 2019 bis Januar 2020 mit einem selbstgebauten, pedalbetriebenen Amphibienfahrzeug namens „Urmel“ ein halbes Jahr lang querfeldein durch Alaska gehen. „Von den Aleuten im Süden bis in den hohen Norden“, erklärt Paul Hoepner. Dokumentiert werde die Expedition in Film, Buch, Fotodrucken und Motivationsshows. Vergangenes Wochenende wurde der Grundstein für das Vorhaben gelegt. „Da haben wir in unserer Werkstatt angefangen, einen Prototypen von Urmel zu bauen“, so der jüngere Zwilling, der optimistisch ist, dass auch das nächste Abenteuer gelingen wird.

Über das vergangene Abenteuer, ohne Geld unterwegs zu sein, sowie über das neue Projekt werden Paul und Hansen Hoepner ausführlich in Bad Oldesloe berichten. „Wir freuen uns darauf, andere Menschen an unseren Unternehmungen teilhaben zu lassen“, sagt Paul Hoepner.

Multimedialer Vortrag „Zwei um die Welt – In 80 Tagen ohne Geld“ Do. 25.1., 19.30 Uhr, Kultur- und Bildungszentrum, Beer-Yaacov-Weg 1, Tickets gibt es für 8,50 Euro auf www.kub-badoldesloe.de oder per Telefon unter 04531/504199