Stormarn
Musik-Veranstaltung

Ein Mitglied der Puhdys kommt nach Tangstedt

Keyboarder Peter Meyer ist Gründungsmitglied der Puhdys. Am 21. Januar um 15 Uhr tritt er in der Tangstedter Turnhalle auf

Keyboarder Peter Meyer ist Gründungsmitglied der Puhdys. Am 21. Januar um 15 Uhr tritt er in der Tangstedter Turnhalle auf

Foto: Michael Petersohn / HA

Peter Meyer, Gründungsmitglied der legendären DDR-Band, tritt am Sonntag, 21. Januar, in der Sporthalle auf. Noch gibt es Tickets.

Tangstedt.  1970, Bezirk Karl-Marx-Stadt. Zwei Kulturbeauftragte der DDR waren wenig amüsiert, als sie ein Konzert der Puhdys erlebten. Viel zu laut, viel zu englisch – und überhaupt: Die Kapelle habe es nicht verstanden, den Ablauf so zu gestalten, dass „jedwede Hektik unter den jugendlichen Tänzern hätte vermieden werden können“. Die Folge waren ein Auftrittsverbot und ein Gespräch mit den Behörden. Die DDR-Band gelobte Besserung. Und sie begann damit, eigene Lieder in deutscher Sprache zu schreiben.

Aus heutiger Sicht, 48 Jahre später, war dieser seltsame Zusammenstoß ein Glücksfall für die Geschichte der deutschen Rockmusik. Denn mit ihren deutschen Texten entwickelten sich die Puhdys nicht nur zur erfolgreichsten DDR-Rockband, sondern auch zu einer der erfolgreichsten Bands in Gesamt-Deutschland. Eine haarsträubende Geschichte, die ein wenig Licht auf die Verhältnisse in der DDR wirft.

Album „Das letzte Konzert“ aus 2016 erreichte Platz zwei

Peter Meyer wird am Sonntag, 21. Januar, in der Sporthalle Tangstedt davon erzählen: Er war dabei. Als Keyboarder und Saxofonist hat er 51 Jahre mit den Puhdys verbracht. Er war 1965 Gründungsmitglied und 2016 immer noch Mitglied, als die Band am 2. Januar ihr dreistündiges Abschiedskonzert in der Berliner Mercedes-Band-Arena gab. 20 Millionen verkaufte Alben bis zur Wiedervereinigung, danach noch viele Gold- und Platinalben – so sieht das Lebenswerk dieser Band aus.

Zu den bekanntesten Songs zählen „Geh zu ihr“ und „Wenn ein Mensch lebt“, die von Peter Gotthardt und Ulrich Plenzdorf für einen der besten Filme der DDR, „Die Legende von Paul und Paula“ (1973), geschrieben wurden. Wie erfolgreich die Puhdys waren, zeigt die Chartplazierung des Live-Albums „Das letzte Konzert“ aus 2016: Es erreichte in Deutschland Platz zwei.

Peter „Eingehängt“ Meyer wird in Tangstedt berichten, wie es damals war, als Rockband in der DDR, wie die Band durch ihre großen Westerfolge ein nicht unerheblicher Devisenbringer wurde, wie es nach der Wende weiterging und sich der Erfolg noch weiter steigerte. Er verspricht eine „unterhaltsame Quasselei“ über alles, was die Leute schon immer über Sex, Drugs and Rock ’n’ Roll wissen wollten. Mit dem nötigen Augenzwinkern, aber knallhart will der inzwischen 77 Jahre alte Musiker aus Berlin in dieser Talkshow mit Musik alles auf den Tisch bringen. Authentischer geht es wohl kaum.

„Ein Puhdy kommt nach Tangstedt“
So 21. Januar, 15.00, in der Sporthalle der Gemeinde Tangstedt, Schulstraße 13, Tickets zum Preis von 13,50 Euro gibt es unter reservix.de im Vorverkauf.