Stormarn
Bilanz

Unternehmen bauen weiter stark auf Stormarn

Gewerbegebiet Beimoor-Süd in Ahrensburg: Die ersten vier Grundstücksverträge sind unterschriftsreif. Im Frühjahr soll die Erschließung abgeschlossen sein, damit die Firmen bauen können

Gewerbegebiet Beimoor-Süd in Ahrensburg: Die ersten vier Grundstücksverträge sind unterschriftsreif. Im Frühjahr soll die Erschließung abgeschlossen sein, damit die Firmen bauen können

Foto: Roland Magunia

22 Ansiedlungen oder Erweiterungen mit rund 585 Arbeitsplätzen: Die Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft (WAS) zieht Jahresbilanz.

Bad Oldesloe.  Der Doppelgeburtstag ist vorüber, die Zukunftsaussichten sind hervorragend: Die Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn (WAS) zieht für das Jahr, in dem sie selbst 60 und der Kreis Stormarn 150 wurde, ein positives Fazit. „Wir konnten 2017 auch ansiedlungspolitisch erfolgreich beenden“, sagt WAS-Geschäftsführer Detlev Hinselmann.

Die Wirtschaftsförderer schlossen 22 Verträge mit Firmen, die sich neu ansiedelten oder vergrößerten. In den beiden Vorjahren waren es jeweils 28. „Das ist ein gutes Ergebnis und passt zur boomenden Konjunktur im Hamburger Umland“, sagt Hinselmann. Die WAS kann so viele Gewerbeflächen wie lange nicht mehr an 13 Standorten anbieten.

„Preisgünstige baureife Grundstücke sowie moderate Steuersätze überzeugen“, so Hinselmann. Hinzu komme, dass die Behörden einfache Lösungen böten, Anträge unbürokratisch und schnell bearbeiteten. „Das ist ganz klar ein wichtiger Standortvorteil.“

Firmen investierten rund 26 Millionen Euro in Hochbau

Im Vorjahr zogen sieben Betriebe mit WAS-Unterstützung in den Kreis. Vier kamen aus Schleswig-Holstein und drei aus anderen Bundesländern. Elf Betrieben wurden Erweiterungen ermöglicht, vier zogen um. „Der Schwerpunkt liegt auf mittelständischen und kleineren Unternehmen“, sagt Hinselmann.

Die 22 Betriebe investierten rund 26 Millionen Euro in den Neu- und Ausbau ihrer Gebäude. Zusammen bieten sie rund 585 Arbeitsplätze. Der Branchenmix ist gut. Neun Betriebe sind im Dienstleistungsbereich tätig, fünf in der Produktion, fünf im Großhandel. Hinzu kommen drei Handwerker.

„Oberste Priorität hat die Standortsicherung“, sagt Hinselmann. Deshalb stellt die WAS die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft an mehreren Orten – und hat auch schon die ersten Verträge für dieses Jahr in der Tasche.
Ahrensburg: Im 21,3 Hektar großen Gewerbegebiet Beimoor-Süd hat die Erschließungsfirma Rohre und Leitungen verlegt sowie die ersten Straßen angelegt. Der neue Kreisverkehr am Beimoorweg ist ebenfalls weit fortgeschritten. „Die ersten vier Verträge über rund 1,5 Hektar können zeitnah beurkundet werden“, sagt Hinselmann. Im Frühjahr könnten die Firmen, deren Namen er vor der Unterschrift nicht verraten möchte, mit dem Hochbau beginnen. Etliche weitere Grundstücke seien reserviert, im Einzelfall sogar mehr als 20.000 Quadratmeter.

Die Nachfrage sei groß, die WAS sagt sogar Interessenten ab. „Beispielsweise passt ein Schrotthändler oder Betonwerk mit wenig Arbeitsplätzen und viel Emissionen dort nicht hin“, sagt Detlev Hinselmann. Im Frühjahr werde ein weiterer Bauabschnitt eingeweiht. Bei dem großen Interesse werde es „keine zehn Jahre dauern“, bis das Areal gefüllt sei.
Stapelfeld: Für das länderübergreifende Gebiet Minerva- und Victoria-Park (mit Hamburg-Rahlstedt) soll Mitte des Jahres Baurecht vorliegen. 13 der knapp 40 Hektar gehören zu Stormarn. Die Müllverbrennungsanlage liefert Fernwärme. Autos sollen in Tiefgaragen stehen, um weniger Land zu verbrauchen.
Barsbüttel: Das Gewerbegebiet bei Möbel Höffner wird um 15 Hektar erweitert. Die WAS erwartet das Okay der Landesregierung zum sogenannten Zielabweichungsverfahren in nächster Zeit. Dann kann Höffner sein Logistikzentrum um drei Hektar erweitern. Zwölf Hektar erschließt und verkauft die WAS.
Hammoor: Am Autobahnkreuz zählt die WAS darauf, dass die Landesregierung den Regionalplan ändert und neben einem Autohof Gewerbeflächen statt Windräder erlaubt.
Reinbek: Nach Bürgerprotesten und zwei Jahren Stillstand kommt das Gewerbegebiet Haidland auf die Tagesordnung. Dort will der Papiergroßhändler E. Michaelis & Co expandieren.
Trittau: Die Erweiterung des Gewerbegebiets soll vorankommen.
Bad Oldesloe:
Das einst für die Großbäckerei Kamps (zog nach Lüdersdorf/Nordwestmecklenburg) vorgesehene Teichkoppel-Areal (27 Hektar) am Obi-Baumarkt in Richtung A 1 wird ein privater Entwickler anbieten. „Wir verkaufen ihm unseren Randstreifen, der die Erschließung möglich macht“, sagt Hinselmann. Dass eine Einigung über ein gemeinsames Vorgehen nicht möglich war, ist für Henning Görtz, Landrat und Aufsichtsratsvorsitzender der WAS, zweitrangig: „Am Ende ist wichtig, dass dort überhaupt etwas passiert.“